Im Rahmen der Gestaltungsoffensive Innenstadt Würzburg wurde dem Stadtrat in der Sitzung am 23. Juli 2009 der erste Entwurf einer Gestaltungssatzung Domstraße, Sternplatz vorgelegt. Die Verwaltung wurde mit der Überarbeitung des Entwurfs beaufragt.
Ein attraktives Stadtbild, das zum Verweilen in den Geschäftsstraßen der Innenstädte einlädt, ist nicht nur für die Stadt Würzburg, sondern insbesondere auch für den Einzelhandel und alle weiteren Gewerbetreibenden von großer Bedeutung. In zahlreichen Innenstädten (so auch in Würzburg) wird das Stadtbild jedoch auch dadurch gestört, dass man sich nicht auf eine einheitliche Gestaltung der Bereiche der Straßennutzung und Außenwerbung verständigen kann. Stattdessen wird oftmals versucht, mit individueller Gestaltung, prägnanten Werbehinweisen und durchaus auch ausgefallenen Gestaltungselementen die Aufmerksamkeit auf sich zu lenken.
Demgegenüber steht die Absicht der Stadt, einerseits eine vielfältige, lebendige und durchaus bunte Innenstadt zu schaffen, die den Herausforderungen und Ansprüchen aus der Denkmalpflege, der Historie und der Tradition gerecht wird. Seit 1997 betreibt die Stadt Würzburg die Sanierung der Innenstadt, die die Umsetzung zahlreicher Einzelmaßnahmen zur Folge hatte. Fußend auf den Erkenntnissen der Analyse Stadtbild Würzburg, war dieser Weg bislang durchaus erfolgreich.
Nunmehr ist es allerdings zunehmend notwendig, weitere Handlungsfelder unter die Lupe zu nehmen. Die klassische Sanierung, wie noch in der Innenstadt, tritt zusehends in den Hintergrund. Die soziale Stadt, der Stadtumbau und der städtebauliche Denkmalschutz gehören mittlerweile zum täglichen Sanierungsrepertoire. Gerade deswegen gilt es, die Sanierungsbestrebungen in der Innenstadt unter einem neuen Aspekt zu betrachten. Das Programm aktive Stadt- und Ortsteilzentren, das in der Kaiserstraße Verwendung finden soll, ist dabei exemplarisch zu sehen.
Zur Sicherstellung der gestalterischen Integrität, der weiteren Attraktivierung der Innenstadt und der Wahrung der kulturellen Identität der Stadt Würzburg wird ein Qualitätssicherungs- und Qualifizierungsprozess zur Stadtgestalt ins Leben gerufen.
Dieser Prozess umfasst nachfolgende, teilweise schon bekannte Einzelmaßnahmen und Handlungsschritte und wird zusammengefasst als „Gestaltungsoffensive Innenstadt Würzburg“ vorangetrieben.
1. Ein Integriertes Städtebauliches Entwicklungskonzept „ISEK“,
kurz „Innenstadtkonzept Würzburg“ soll für die zentrale Innenstadt aufgestellt werden, zum einen als vorbereitende Untersuchungen für ein Sanierungsgebiet Aktive Stadt- und Ortsteilzentren und zum anderen als Geltungsbereich der Gestaltungsoffensive.
Darin enthalten:
1.1. Gestaltungsmatrix Kaiserstraße
Grundlage: Wettbewerb Kaiserstraße, und Ergebnisse des Innenstadtkonzeptes Würzburg .
Ein Modellversuch, der stadtweit Verwendung finden kann, indem positive Ideen und Ergebnisse der Kaiserstraße auf andere Bereiche ausgeweitet und übertragen werden.
1.2. Gestaltungsatzung Domstraße
Als Grundlage des nachfolgenden Satzungsentwurfes dienen die Ergebnisse der wissenschaftlich fundiert durchgeführten Stadtbildanalyse aus dem Jahr 1997 und die Erkenntnisse aus den vorbereitenden Untersuchungen zur Sanierung Innenstadt. Unterstützt durch aktuelle Ergänzungen und Erhebungen ist ein erster Entwurf entstanden, der nachfolgend der Öffentlichkeit und den Gremien zur Diskussion gestellt wird.
1.3. Kommission für Stadtbild und Architektur
Der Kommission für Stadtbild und Architektur werden im Rahmen der besonderen Bauvorschriften besondere Handlungsspielräume eingeräumt.
Noch aufzustellen:
1.4. Satzung bzw. Gestaltungsleitfaden für die Gestaltung von Sondernutzungen an öffentlichen Straßen und Plätzen. Grundlage: Satzung der Stadt Würzburg für Sondernutzungen an öffentlichen Straßen, ergänzt mit den Ergebnissen des Innenstadtkonzeptes Würzburg.
1.5. Material- und Designhandbuch als Gestaltungsorientierung mit den wesentlichsten Möblierungsvorschlägen, Ideen, Anregungen aber auch Negativbeispielen.
2. Beteiligung der Öffentlichkeit
Die einzelnen Instrumente werden mit den beteiligten Trägern öffentlicher Belange, Institutionen und Verbänden abgestimmt und in einem Bürgerdialog einer breiten Öffentlichkeit zugänglich gemacht. Die Bürgerschaft soll aktiv einbezogen werden. Eine wesentliche Rolle kommt dabei dem Fachbeirat Attraktive Innenstadt zu, der gestaltend auf die Regelungen Einfluss hat.
Die Ergebnisse und Handlungsleitfäden, Satzungen und Konzepte sollen auch im Internet präsentiert und entsprechend publiziert werden.
Übersichtsplan „Untersuchungsgebiet Innerstädtischer Versorgungsbereich“
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