Bild: Frau mit Akten vor dem Trausaal

Auf ein Wort - Der Oberbürgermeister

Auf ein Wort - Oberbürgermeister Georg Rosenthal


Bei den Haushaltsberatungen 2010 ging es gleichzeitig um große Summen und kleine finanzielle Spielräume: 305 Millionen Euro Volumen im Verwaltungshaushalt, 41 Millionen Euro im Vermögenshaushalt (gegenüber 317 und 65 Millionen in 2009).
Oberbürgemeister Georg Rosenthal

Auch äußere Faktoren bestimmen die Zahl wichtiger Projekte, die wir bereits im nächsten Jahr finanzieren können. Die Weltwirtschaftskrise hat große Lücken gerissen. Die geplanten Steuersenkungen der neuen Bundesregierung oder eine höhere Bezirksumlage könnten die Kommunen noch zusätzlich belasten.


Angesichts dieser Rahmenbedingungen könnte einem mulmig werden, hätten wir die vergangenen Jahre nicht gute Vorarbeit geleistet, um auch für eine „Sturmfahrt“ gerüstet zu sein, wie sich der Kämmerer in seiner Haushaltsrede ausdrückte. Wir haben unsere Altschulden in Höhe von 10,5 Millionen aus dem Jahr 2003 komplett getilgt und Rücklagen gebildet, auf die wir die nächsten zwei Jahre zurückgreifen können. Eingeworbene Fördermittel entlasten den Haushalt zusätzlich. Stichwort Konjunkturprogramm II: Wir kommen in den Genuss von rund 10 Millionen Euro Förderung, weil wir für diesen heiß begehrten Wettbewerb fertig ausgearbeitete Maßnahmen aus der Schublade ziehen konnten. Unser Schiff ist also auf einem guten Kurs.


Dem verantwortungsbewussten Motto des Kämmerers „Ballast reduzieren!“ folgten die Fraktionen bei den Haushaltsberatungen zudem mit großer Disziplin und Weitsicht. Es herrschte Konsens darüber, dass die Nettokreditaufnahme angesichts der noch ausstehenden turbulenten Jahre 5.000.000 € nicht überschreiten sollte.


Der Rathaus-Aufzug ist vielleicht das prominenteste Beispiel für eine Maßnahme, die nun Opfer des engen finanziellen Spielraums geworden ist. Diesem Rückschlag stehen aber einige dicke Ausrufezeichen gegenüber. Nehmen wir beispielsweise alle Schul-Sanierungsmaßnahmen zusammen, knacken wir 2010 bei einem deutlich kleiner gewordenen Gesamtvolumen erstmals die 10-Millionen-Euro-Marke! Im Krisenjahr 2010 erreichen wir außerdem - bereits im Frühjahr - eine Top-Quote von 29,6 % bei der Kinderbetreuung. Der Bedarf wird weiter steigen. Wir werden diesem durch hohe Investitionen gerecht. Wir haben schon heute zusammen mit München und Coburg die höchste Betreuungsquote für Kinder unter drei Jahren in Bayern.

Den Vergleich mit anderen Städten brauchen wir auch bei unseren Personalausgaben nicht scheuen. München, Regensburg, Nürnberg, Erlangen, Schweinfurt, Memmingen, Coburg, Bamberg, Bayreuth: all diese bayerischen Städte geben pro Einwohner deutlich mehr für ihre Verwaltung aus. Es versteht sich von selbst, dass eine schlanke Verwaltung - nicht nur in Krisenzeiten - eine enorme Entlastung darstellt. Der Blick über die Stadtgrenzen hinaus zeigt: Im direkten Vergleich kann sich Würzburgs Bilanz sehr gut sehen lassen.


Georg Rosenthal
Oberbürgermeister