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Der neue alte Marktplatz Würzburg
Um ein einheitliches Bild des gesamten Marktplatzes zu erreichen, wurde bei der restlichen Sanierung die Gestaltungsvorgabe des 1. Bauabschnitts weitergeführt. Die ruhige, ebenflächige Platzgestaltung wurde durch die Verwendung von einfarbigem Muschelkalk, einem Naturstein aus der Region, erreicht. Die Oberflächengestaltung ist zurückhaltend angelegt und orientiert sich am historischen Vorbild. Die Platzfläche ist gepflastert und in unregelmäßigen Abständen durch Plattenbänder gegliedert. Diese Gliederung und Zoneneinteilung erfolgte nur durch den Einsatz unterschiedlicher Formate.
Die Vorbereiche der Geschäfte sind mit Platten befestigt. Eine gute Begehbarkeit muss insbesondere hier gewährleistet sein. Durch den Baukörper des neuen Geschäftshauses entsteht auch eine optische Verlängerung der Langgasse bis zur Rückermainstraße. Diese Gasse ist sichtbar im Material abgesetzt und wie die angrenzende Gressengasse mit Granitpflaster belegt.

Lageplan Marktplatz 1926
Der Marktplatz vor und nach dem 1. Bauabschnitt
Als städtebaulich unvollendet zeigte sich zuvor der Marktplatz, nachdem in der Nachkriegszeit die westliche Raumkante - ehemaliger Standort des Petrinigebäudes - nicht mehr aufgebaut wurde. Auf Grundlage des Architektenwettbewerbs von 1994, der neben einer neuen Platzoberfläche und der Neuerstellung von Marktständen auch die städtebauliche Planung einer historisch stimmigen westlichen Marktplatzabgrenzung zur Aufgabe hatte, hat die Stadt Würzburg 1998/99 die östliche Teilfläche des Marktplatzes in einem ersten Bauabschnitt erneuert und neue Marktstände unter einem Glasdach erstellt.
Die bauliche Ergänzung am Marktplatzrand wurde nunmehr mit dem neuen Geschäftshaus geschaffen, sodass mit der restlichen Oberflächenerneuerung der Marktplatz in Würzburg wieder insgesamt zu einem erlebbaren, urbanen Mittelpunkt einer lebendigen Innenstadt wurde. Die Flächenbilanz der neuen Platzgestaltung ergibt eine Vergrößerung der nutzbaren Fläche des Marktplatzes trotz des Geschäftshausneubaus um insgesamt ca. 1000 m².
Dies wurde vor allem durch die Abdeckung der heutigen Spindelzufahrt erreicht, die ohne störende Verkehrswege eine Einbindung der Bereiche vor der Castell Bank und Marienkapelle in die Gesamtfläche möglich macht.
Die Finanzierung wurde zum einen durch Grundstückserlöse für das neue Geschäftshaus erreicht; zudem wurde die Marktplatzsanierung mit hohen Zuwendungen aus dem Bund- Länder- Städtebauförderungsprogramm des Freistaats Bayern maßgeblich gefördert. Ein weiterer Finanzierungsteil wurde von der Parkgarage am Markt GmbH und Marktgaragenbetreiberin SVG geleistet, sodass der laufende Haushalt der Stadt Würzburg mit der Umsetzung der Sanierungsmaßnahme nur in geringer Höhe belastet wurde.

Lageplan Marktplatzsanierung 2. Bauabschnitt
Umbau der Garagenzufahrt und Rathausumbau
Durch die ehemalige Garagenzufahrtsspindel vor der Marienkapelle wurden heute nicht mehr gewünschte Verkehrsströme auf den Marktplatz gelenkt, die eine harmonische Platzgestaltung mit Bereichen zum Verweilen und Begegnen nicht zuließen. Die Abluftanlage der Garage mit Müllcontainerplatz und die über die Jahre hinweg stark in Mitleidenschaft gezogene Oberfläche machten zudem diesen Teil des Marktplatzes in den letzten Jahren immer unansehnlicher.
Der zweite Bauabschnitt der Marktplatzsanierung mit Geschäftshausneubau sah deswegen insbesondere auch die Verlegung der Zu- und Abfahrt der Marktgarage in die Karmelitenstraße vor. Durch die neue Zufahrt kann von dort aus die vorhandene Tiefgarage unter dem Rathausinnenhof als Durchfahrt zur Marktgarage genutzt werden.
Mit neuen Erschließungsrampen zu den beiden Garagengeschossen entfiellen kreuzende Verkehrsströme im Inneren der Garage, sodass sich für die Nutzer eine verbesserte Anfahrbarkeit der Garagenstellplätze ergibt.

Grundriss 1. UG - neue Tiefgaragenzufahrt
Umbau des Rathaus-Ostflügel-Ergeschosses in ein modernes Bürgerbüro
Parallel zur Marktplatzsanierung mit Geschäftshausneubau wurde durch den Umbau des östlichen Rathausflügels im Erdgeschossbereich (zuvor öffentliche Toilettenanlage und ungenutzte Nebenräume) ein von der Langgasse zugängliches, hochmodernes Bürgerbüro geschaffen. Dort können Mitarbeiter der Stadtverwaltung alle persönlich zugänglichen Informationen aus den einzelnen Verwaltungsbereichen zentral abrufen, sodass weite Wege durch das Rathaus erspart bleiben. In diesem Bereich des Rathausflügels ist auch ein Zugang zur Marktgarage entstanden; zudem wurden dort neue öffentliche Toilettenanlagen eingerichtet.

Grundriss EG Rathausumbau Ostflügel und Flügel Karmelitenstraße
Ansprechpartner:
![]() | Flyer Unterer Markt 2.BA.pdf |