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Ulrich Wagner, Ansichten aus der Karten- und Plansammlung des Stadtarchivs Würzburg: Würzburg, Mainz, Sitten, Nürnberg, Windsheim, Mergentheim, Heidelberg, Speyer, Schmalkalden, Regensburg. Würzburg 2010, Verlag Ferdinand Schöningh (Sonderveröffentlichungen des Stadtarchivs Würzburg, Band 6), 72 S., 20 Abbildungen, 12,80 €
Das Stadtarchiv Würzburg präsentiert regelmäßig in seinem Foyer kleinere Wechselausstellungen zu markanten Themen der Würzburger Stadtgeschichte, zur Leistung herausragender Bürger oder anläßlich des Jubiläums besonderer Ereignisse. Die heute vorzustellende Publikation über “Ansichten aus der Karten- und Plansammlung“ ist die Begleitschrift zur aktuellen, bis Ende des Jahres laufenden Ausstellung im Foyer des Stadtarchivs. Aus dem reichhaltigen Karten- und Planbestand mit weit über 6000 Einheiten werden hier erstmals besonders auffallende Einzelstücke der Öffentlichkeit vorgestellt.
Trotz der beträchtlichen Flut technisch perfekter Bilder in den Medien üben historische Stadtansichten einen starken Reiz auf den Betrachter aus, werden uns doch in künstlerischer Gestaltung frühere topographische Zustände einer Kommune vor Augen geführt. Wer wüsste nicht gerne, wie die eigene Stadt oder eine andere, an der man speziell interessiert ist, sich zu einem historischen Zeitpunkt präsentierte? Oft ist es auch so, dass wichtige Fragen zur Stadtgeschichte nur mithilfe alter Ansichtsblätter gelöst werden können, dies insbesondere dann, wenn den Zeitgenossen eine genauere Vorstellung von Schlachten, Belagerungen, Erdbeben oder Flutkatastrophen vermittelt werden sollte.
Vor Beginn der Fotografie waren die Federzeichnung, der Holzstich, der Kupferstich, die Radierung oder das Gemälde die einzigen Möglichkeiten, das Erscheinungsbild einer Stadt oder eine bestimmte Situation für die Nachwelt optisch festzuhalten.
So werden in dieser Publikation am Beispiel von zehn Städten zwanzig, zumeist kolorierte und optisch ansprechende Städtebilder vorgestellt und kommentiert. Es sind vorrangig Städte aus dem süddeutschen Raum, mit denen Würzburg seit dem Mittelalter politische, wirtschaftliche oder kulturelle Kontakte pflegte. Die Zeitspanne, aus der diese Darstellungen stammen, reicht vom Ende des 15. Jahrhunderts bis zum Beginn des 20. Jahrhunderts. Zu sehen sind in der Ausstellung nur Originale, nämlich Holzschnitte, Kupferstiche, Radierungen und Stahlstiche. Die bedeutendsten sind hier abgedruckt, so bspw. S. 21, Nr. 3 die berühmte Gesamtansicht von Mainz, Würzburg und Sion im Wallis, S. 28, Nr. 5 das sehr seltene, so genannte Guckkastenbild vom Mainhochwasser von 1784 oder S. 54, Nr. 17 der Angriff französischer Truppen auf Heidelberg 1693 im Pfälzer Erbfolgekrieg.
Anlass für die Ausstellung mit dieser Begleitpublikation war die Neuordnung und Erschließung und dank der Unterstützung durch die Sparkassenstiftung Mainfranken ermöglichten Digitalisierung dieses vielseitigen, manche Überraschung bergenden Bestandes.
Die Reihenfolge der Bilder entspricht der Reihenfolge im Buch: