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Geleitbroschüre zur Ausstellung
"Würzburger Denkmäler. Erinnerungskultur im Wandel der Zeit."
Würzburg 2011 (Kleine Reihe des Stadtarchivs Würzburg, Heft 31), 56 S., 25 Abbildungen, 4,00 €.

Mit der Geschichte einiger ausgewählter Denkmäler in der Stadt beschäftigte sich eine bis Februar 2012 laufende Ausstellung im Foyer des Würzburger Stadtarchivs, die von Annette Wolf erarbeitet wurde und zu der im Sommer 2011 in der Kleinen Reihe des Stadtarchivs als Nr. 31 eine Begleitpublikation veröffentlicht wurde.
Denkmäler für bestimmte Personen oder Ereignisse wurden in Europa bereits während der Antike errichtet; seit Beginn des 19. Jahrhunderts ist eine wahre „Denkmalsflut“ zu konstatieren. Auch in Würzburg finden sich zahlreiche Denkmäler, die Schlaglichter auf die regionale und nationale Geschichte werfen und deren Errichtung zu verschiedenen Zeiten mehr oder weniger kontrovers diskutiert wurde.
Die Autorin stellt exemplarisch Denkmalstypen vom 19. Jahrhundert bis in die jüngste Vergangenheit vor, die entweder heute noch in der Stadt zu finden sind oder die mittlerweile schon wieder aus dem Stadtbild verschwunden sind. Das Echter-Denkmal in der Juliuspromenade und das mittlerweile verschwundene Prinzregentendenkmal stehen als Beispiele für Herrscherdenkmäler, der Kiliansbrunnen am Bahnhof für ein geschenktes Denkmal. Wie in Würzburg verdiente Bürger geehrt wurden, zeigen das Zürn- und das Lindahldenkmal. Breiten Raum nehmen die Kriegerdenkmäler ein: hier ragt neben den Gedenksteinen für Gefallene verschiedener Kriege der „Deutsche Michel“, ein Kriegswahrzeichen zum Benageln, das im Zuge des Ersten Weltkrieges zwischen Dom und Neumünster aufgestellt wurde, als Besonderheit heraus. In die drei Meter hohe Standfigur, die von Artur Schleglmünig geschaffen wurde, konnten Würzburger gegen eine Spende goldene, silberne oder bronzene Nägel einschlagen. Nach Ende des zweiten Weltkrieges dauerte es einige Jahrzehnte, bis auch in Würzburg in der Denkmalskultur eine kritische Auseinandersetzung mit dem Nationalsozialismus einsetzte und historische Verantwortung in entsprechenden Denkmälern thematisiert wurde. Hierzu gehören das Deportationsdenkmal am Friedrich-Ebert-Ring, die Würzburger Stolpersteine, die seit 2006 in der Stadt verlegt werden oder das für die in der Zeit der NS-Diktatur ermordeten Sinti am Paradeplatz. An die Schrecken des zweiten Weltkrieges erinnert z.B. das Denkmal der Versöhnung, an den Aufbauwillen der Würzburger Bevölkerung das Denkmal für die Trümmerräumung.

Pressefoto (Ingrid Rack): v.l. Kultur-, Schul- und Sportreferent Muchtar Al Ghusain, Dipl.- Archivarin (FH) Annette Wolf und Ltd. Archivdirektor Ulrich Wagner.