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Neuerscheinung

Publikation "Die Selbstverwaltung der Stadt Würzburg in der Weimarer Zeit und im 'Dritten Reich'" von Daniel Gerken

Die neueste Publikation des Stadtarchivs Würzburg, eine von Daniel Gerken an der juristischen Fakultät der Universität Würzburg, Lehrstuhl Prof. Dr. Willoweit, erstellte Dissertation, befasst sich mit einem in der lokalhistorischen Forschung bisher weitgehend vernachlässigten Thema: der Verwaltungsgeschichte der Stadt Würzburg zwischen den Jahren 1919 und 1945.

Gerken Band, Nr. 17

 

Verwaltungsgeschichte scheint auf den ersten Blick ein recht „trockenes Thema“ zu sein. - welche Ämter und Dienststellen es gab, welche eingerichtet, aufgelöst oder zusammengefasst wurden Ihre genaue Kenntnis ist aber unverzichtbarer Mosaikstein der Gesamtgeschichte einer Stadt. Welche Ämter und Dienststellen wurden zur Bewältigung der kommunalen Aufgaben benötigt, welche wurden aufgelöst bzw. zusammengefasst oder völlig neu errichtet? An diesen Entwicklungen lässt sich vieles ablesen über die Zeitumstände und politischen Konstellationen, aber auch über die Hintergründe und Motive der Akteure, die mit ihren persönlichen Vorstellungen die Verwaltung und damit auch die Lebenswirklichkeit in Würzburg beeinflussten.

Um aus den trockenen Fakten ein aussagekräftige Ergebnisse und ein Bild des Alltags in der Stadt zu gewinnen, war intensive Archivarbeit vonnöten. Für Würzburg ist dies umso schwieriger, als am 16. März 1945 auch die im Geschäftsgang befindlichen Akten der Stadtverwaltung weitgehend vernichtet wurden. Die Ratsprotokolle sind jedoch durch ihre rechtzeitige Auslagerung als authentische Quelle komplett erhalten geblieben. Außerdem lassen sich den gedruckt vorliegenden Verwaltungsberichten zahlreiche zusätzliche Fakten entnehmen. Diese Quellen sowie die Personalakten und natürlich die Würzburger Zeitungen hat der Autor akribisch durchgearbeitet. Nach einer Betrachtung des Themenkomplexes “Theorie und Praxis der kommunalen Selbstverwaltung“ werden die Struktur der Würzburger Stadtverwaltung, die agierenden Personen und die vielfältigen Geschäftsbereiche detailliert und systematisch abgehandelt. Daniel Gerken stellt dar, wie erste Ansätze zu einer Einschränkung der kommunalen Selbstverwaltung bereits 1927 fassbar werden, bevor der selbstverantwortliche, bewährte Wirkungskreis dieser Administration nach 1933, ersetzt durch das Führerprinzip, rigoros beseitigt wurde.

Die bebilderte Studie, die am Beispiel der Stadt Würzburg aufschlussreiche Ergebnisse zur kommunalen Verwaltungsgeschichte der Weimarer Zeit und des Nationalsozialismus vorlegt, ist im Buchhandel für 19,80 € erhältlich.

 

Daniel Gerken: Die Selbstverwaltung der Stadt Würzburg in der Weimarer Zeit und im „Dritten Reich“. Würzburg 2011, Verlag Ferdinand Schöningh (Veröffentlichungen des Stadtarchivs Würzburg, Band 17, hrsg. von Ulrich Wagner), XV, 388 S., 26 Abbildungen, 19,80 €, ISBN 978-3-87717-835-5.

 

 

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