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25. Von Aal bis Zander

Grätenbrüche

Aal - die Männchen werden bis zu 50 Zentimeter lang und 180 Gramm schwer, Weibchen können bis zu 150 Zentimeter lang werden und sechs Kilogramm wiegen.

Im Herbst wird das Mainwasser, das nicht für die Schiffsschleusungen benötigt wird durch Turbinen geleitet. Die Aale folgen den stärksten Strömungen und werden durch die Kraftwerksturbinen getrieben. Fischer schätzen, daß eine Turbine mindestens 30 Prozent der schuppigen Passanten zu Tode kommen. Dazu kommen schwere Verletzungen: Die Tiere werden glatt durchschnitten, erleiden Wirbelbrüche, Quetschungen und Presslungen.
Ein Aal hat auf einer Reise zwischen Bamberg und dem Atlantik 35 Kraftwerke vor sich.

Äsche - Insekten, Insektenlarven, Schnecken, Würmer, Fischlaich, auch kleine Fische

Bachforelle - erst Kleintiere und Plankton, später alle Arten von Wassertieren, Insektenlarven, Fischlaich, Fische
Bachneunauge -  ist in Bayern ganzjährig geschützt. In begradigten Wasserläufen fehlen die für die lange Larvenentwicklung erforderlichen Sandbänke.

Bachsaibling

Barbe - der Rogen des Fisches ist giftig. Weibliche Barben sind zur Laichzeit ungenießbar. In der älteren Fachliteratur wird von zahlreichen tödlichen Vergiftungen durch Barbenrogen berichtet.

Bartgrundel - genießt ganzjährige Schonzeit, hat sie auch bitter nötig

Bitterling - mit der Zunahme der Muschelbestände, vor allem der Teichmuschel, wird sich auch das Verbreitungsgebiet des Bitterlings vergrößern.

Brachse - mit dem Aufstau des Mains vermehrten sich die Brachsen rapide. Der Fluß ist auf seiner ganzen Länge eine Brachsenregion und von dieser Fischart übervölkert.

Döbel (Dickkopf, Aitel) - als Laich- und Bruträuber in Forellenbächen gefürchtet

Dreistachliger Stichling

Elritze - vor dem Mainausbau ein häufiger Fisch in Unterfranken. Heute zählt die Elritze zu den besonders gefährdeten Kleinfischen Unterfrankens. Sie werden nicht mehr gefangen.

Flußbarsch - ist ein hervorragender Speisefisch mit schmackhaftem, annähernd grätenlosen Fleisch, ein wichtiger Fisch für Berufsfischer, Angler und Teichwirte

Giebel

Güster


Ein gefräßiger Vegetarier aus China

Grasfisch (Graskarpfen, Weißer Amur) - ist der einzige bei uns lebende Pflanzenfresser. Der Fisch kommt ursprünglich aus den Flüssen und Seen Chinas, vor allem im Amurgebiet. Er wurde hierzulande in warmen, verkrauteten Baggerseen eingesetzt, um die Gewässerfläche freizufressen. Der Einsatz ging fehl, der Grasfrisch verputzte zuviel. 20 bis 30 Pfund wird der fixe Fisch schwer: Er hat schnell gelernt, wie er sich den Fischern entzieht. Die mußten nicht selten Netzte oder die Elektrofischerei einsetzen, um die Grasfischbestände wieder regulieren zu können.

Gründling

Hasel - ist im gestauten Main vor allem unterhalb der Staustufen zu finden, wo das Wasser noch strömt. Die Haselpopulation ist im Unterfränkischen stark rückläufig.

Hecht - wird bis zu 30 Kilogramm schwer und ist ein Raubfisch, der sich seine Beute aus tiefer Deckung heraus holt. Wird heute in einigen Bereichen vom Zander verdrängt.

Karausche

Karpfen - können sehr alt werden und dabei eine stattliche Größe erreichen. Es wurden schon Exemplare mit 25 Kilogramm Gewicht und 1,2 Meter Länge gefangen. Ein beliebter Speisefisch wird er im Alter von drei Jahren mit einem Gewicht zwischen 1,2 und 1,5 Kilogramm.

Kaulbarsch (Rotzer, Rotzbarsch)

Lachs - ist ein Wanderfisch, der vom Meer ins Süßwasser zieht, um zu laichen. Nach ein- bis dreijährigem Aufenthalt im Süßwasser schwimmen die Junglachse zurück ins Meer, wo sie nach drei, vier Jahren geschlechtsreif werden. Dann ziehen zurück in ihr Ursprungsgewässer.

Der Main ist der einzige bayerische Lachsfluß. Die Lachwanderungen des Fisches reichen bis in das Fichtelgebirge. Nach jahrzehntelanger Pause wurden vom Bezirk Oberfranken 1994 mit 30 000 Lachsbrütlingen erste Besatzversuche am Obermain durchgeführt

Marmorkarpfen (Gefleckter Silberkarpfen) - erreicht ein Gewicht von bis zu 40 Kilogramm. Sie dürfen nicht mehr in freiem Gewässer ausgesetzt werden. In einigen Jahren wird der Exot aus Ostchina aus dem Main wieder verschwunden sein.

Meerforelle - bleibt als Jungfisch drei bis vier Jahre im Süßwasser und wandert dann ins Meer. Zur Laichablage ziehen sie von den Küstengebieten der Meere die Flüsse hinauf.


Fischunkraut

Moderlieschen - wurde in früheren Fischereilehrbüchern als »Fischunkraut« bezeichnet. Der Fisch trat in Massen auf und wurde als Nahrungskonkurrenz der Karpfenbrut betrachtet und bekämpft. Heute gibt es nur wenige Moderlieschen in freien Gewässern.

Mühlkoppe (Koppe) - hat keine Schwimmblase. Der Fisch bewegt sich hüpfend am Gewässergrund.

Nase - wird in Bayern zusehends weniger, im Main ist der Fisch kurz vor dem Aussterben. Die Nase ist sehr heikel in Fragen der Wasserqualität. Im ungestauten Main gehörte die Nase zu den Massenfischen. Hier wurde sie auch »Speier« genannt, weil sie nach dem Fang einen Teil ihrer Nahrung ausspie. Ein Naturschauspiel war früher der »Speierritt«: Millionen von Nasen zogen zunächst vom Main in den Rhein und schwammen zusammen mit den Nasen des Mains in die Seitengewässer. Heute sind in Unterfranken nur noch in wenigen Staustufen des Mains Nasenbestände zu finden.

Nerfling (Aland) - kommt nur vereinzelt im Main vor. Vor dem Mainausbau waren große Exemplare mit einem Gewicht von bis zu fünf Pfund zu beobachten - die gibt es heute wohl nicht mehr. Der Nerfling ist in Unterfranken sehr gefährdet.

Neunstachliger Stichling

Rapfen (Schied) - wird im Main bis zu einem Meter lang. Der Raubfisch kommt heute im Unterwasser von Mainstaustufen in großen Exemplaren vor, gelegentlich auch in Baggerseen.

Regenbogenforelle - wird kaum noch in freie Gewässer ausgesetzt. Die unterfränkische Forellenteichwirtschaft hat ihre Produktion an Regenbogenforellen kontinuierlich ausgebaut.

Rotauge - ist wohl der häufigste Fisch Unterfrankens. Als Backfisch oder Meefischli, geräuchert oder als grätenfreies Filet sind sie eine Delikatesse.

Rotfeder

Rutte (Quappe) - ist ein gefährlicher Laichräuber, ist heute aber fast vollständig ausgestorben. An der Volkacher Mainschleife wurden 1993/94 erfolgreich Wiedereinbürgerungsversuche durchgeführt. Ein Jahr später gelang im Fischbruthaus des Bezirks Unterfranken in Oberpleichfeld erstmals in unserem Gebiet die künstliche Erbrütung. Rutten sind grätenlose, begehrte Speisefische. Ihr Lebergewicht erreicht oft zehn Prozent ihres Gesamtgewichtes.


Ein Darm-Atmer

Schlammpeitzger - lebt in schlammigen, warmen, nährstoffreichen Kleingewässer, die auch zeitweilig austrocken können. Der Schlammpeitzger kann bis zu 70 Prozent seines Sauerstoffbedarfs durch die Haut aufnehmen, in Notfällen ist auch eine Darmatmung möglich. Im Schlamm eingegraben, kann der Fisch eine mehrmonatige Trockenheit überleben. In freien Gewässern fehlen Nachweise für sein Vorkommen.

Schleie - wurde vor dem Aufstau des Mains in solchen Mengen gefangen, daß sie kaum abzusetzen waren. Mit dem Staustufenaufbau gingen die Bestände kontinuierlich zurück. Sie konnten sich nur halten, wo Altwässer, Buhnenfelder oder andere Stillwasserflächen an den Main anschließen. Ein herber Schlag für die Schleie war 1976/77 die Aussetzung der Welse im Main. Die Schleien sind offensichtlich eine Lieblingsmahlzeit der großen Räuber.

Schneider - macht sich rar im Main.

Silberkarpfen (Silberfisch) - kommt aus China. In freien Gewässer ist nach dem Bayerischen Fischereigesetz der Besatz mit Silberkarpfen genehmigungspflichtig.

Sonnenbarsch

Steinbeißer - ist ein seltener Kleinfisch. In älteren Aufzeichnungen werden Beobachtungen von Steinbeißern im Main und verschiedenen Nebengewässer beschrieben. Aus neuerer Zeit werden keine Funde gemeldet. Der nachtaktive Steinbeißer durchwühlt auf der Futtersuche die oberen Sandschichten. Er nimmt den Sand ins Maul, der durch die Kiemen wieder abgegeben wird.

Ukelei (Laube) - war im vorigen Jahrhundert die häufigste im Main vorkommende Fischart. Im Raum Würzburg wurde sie schon immer gerne gebacken als »Meefischli« gegessen.

Wels - ist der größte Süßwasserfisch Europas. Sie können bis zu drei Metern lang werden und 150 Kilogramm wiegen. Der Raubfisch vermehrt sich rasch und ist ein hervorragender Speisefisch.

Zander - wird bis zu 1,2 Meter lang und 15 Kilogramm schwer. Ursprünglich kam der Zander in Deutschland nur in der Donau vor. 1883 wurden rund 3 000 Zandersetzlinge im Main ausgesetzt. Der Main ist heute ein herausragender Zanderfluss.


Fischfutter

Niedere Krebstiere, Flohkrebse, Wasserasseln, Insektenlarven, Insekten, (Mücke, Köcherfliege, Eintagsfliege, Florfliege), Egel, Würmer, Muscheln, Schnecken, Fischlaich, Fische, Frösche, Plankton, Pflanzen.


3 Krebsarten

Edelkrebs - ist ein Uferbewohner und benötigt klares, sauerstoffreiches Wasser. Er gräbt sich Wohnhöhlen in Steilufer. Er muß sich häuten, um wachsen zu können. Nach dem Abwerfen des Panzers ist er weich und wehrlos (Butterkrebs).

Sumpfkrebs (Galizier) - ist vereinzelt im Main anzutreffen. Er ist ein fruchtbarer, robuster Krebs, der auch in ungünstiger Gewässer klarkommt.

Kamberkrebs (Amerikanischer Flußkrebs) - ist weitgehend resistent gegen die Krebspest und wird auch von den Fischern verschont. Nicht aber von den Barschen, die Geschmack am Kamberkrebs gefunden haben.


3 Muschelarten

Ursprünglich kommen in Unterfranken Flußperlmuschel, Malermuschel, Große Flußmuschel, Kleine Flußmuschel, Teichmuschel, Flache Teichmuschel und Abgeplattete Teichmuschel vor. Alle sind ganzjährig geschützt. Neu ist die Wandermuschel.

Die wichtigsten Muschelarten:

Flußperlmuschel - kann Perlen bilden. Die Perlfischerei ist aber wegen der stark zurückgegangenen Muschelvorkommen nur noch von geringer Bedeutung. Die Flußperlmuschel wird bis zu 14 Zentimeter lang, sechs Zentimeter hoch und vier Zentimeter dick.

Teichmuschel - kommt in vielen Karpfenteichen vor, auch in Buhnenfeldern, in allen Baggerseen mit Verbindung zum Main, in manchen ohne Verbindung zum Main. Die Teichmuschel ist nicht gefährdet. Sie wird bis zu 20 Zentimeter lang, zwölf Zentimeter hoch und sechs Zentimeter dick.

Wandermuschel - besetzt heute große Bereiche des Mainbettes. Sie wird von Wasservögeln und einigen Fischarten gefressen. Die Wandermuschel wird bis zu vier Zentimeter lang, knapp zwei Zentimeter hoch und über zwei Zentimeter dick.


Literatur: Peter Wondrak, Fischerei in Unterfranken, Echter Verlag, Würzburg, 1995



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