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Archiv 2011

Delegation aus Mwanza besichtigt Solar-Pilotprojekt:
Leuchtende Zukunft für die Fischer am Victoriasee

Der wichtigste Köder beim nächtlichen Fischfang in Mwanza am Victoriasee ist das künstliche Licht, mit dem die Fischer ihre Beute an die Wasseroberfläche locken.

Zwei Liter Kerosin verbrennen so Nacht für Nacht in jeder auf dem See eingesetzten Verbrennungslampe. „Muss dieser enorme Kraftstoffverbrauch sein? Gibt es keine Alternative auf Solar-Basis?", fragte sich Stadträtin Benita Stolz, die mit dem Verein M.W.A.N.Z.A. nicht nur regelmäßig Würzburgs Partnerstadt besucht, sondern auch schon in Kenia vergleichbare Solar-Pilotprojekte erkundete.

Mit Thomas Petsch fand Stolz in Würzburg genau den richtigen Ansprechpartner für diese Vision mit Strahlkraft. Der frühere Inhaber und Geschäftsführer von a+f hat sich mit dem Geschäftsfeld „SunCarrier" einen Namen gemacht, also in der Entwicklung von Solaranlagen, die sich automatisch nach dem Sonnenstand ausrichten, um so eine höhere Energieeffizienz zu erreichen. Petsch ist aber auch ein begeisterter Tüftler im Bereich Speichertechnik und Elektro-Motorrädern.

Die Entwicklung einer Solartankstelle, die gleichzeitig acht leistungstarke Batterie-LED-Lampen in robusten Schwimmbojen aufladen kann, schien für Petsch also keine unlösbare Aufgabe. Das Resultat stellte er nun zusammen mit seiner Frau Ursula Basler-Petsch im Industriegebiet Ost einer hochrangigen Delegation aus Tansania vor, die derzeit die Mainfranken-Messe besucht. Ahmada Ngemera, der Botschafter Tansanias in Deutschland und Mwanzas Oberbürgermeister Josephat K. Manyerere lobten das Projekt nach der Präsentation in höchsten Tönen: „Wenn es nicht funktioniert, wissen wir, dass die Sonne in Tansania anders scheint, als in Deutschland" , scherzte der Botschafter bei herbstlichen Rekordtemperaturen von nahezu 30 Grad in Würzburg.

Die vielen aufgezählten Vorteile hatten die Delegation überzeugt: Die robusten Solartankstellen werden nach der ersten Entwicklungsphase für etwa 2000 € herzustellen sein. Bis auf wenige Teile kann die Fertigung direkt in Tansania erfolgen. Die Kosten refinanzieren sich schnell durch das eingesparte Benzin. Eine Anlage liefert durch die kostenlose Kraft der Sonne etwa ein PS Leistung. Dies ermöglicht es, denn Fischern ein etwa 30% günstigeres Licht-Angebot zu unterbreiten, gleichzeitig kann die Tankstelle einen Betreiber und dessen Familie ernähren und der Besitzer der Anlage müsste in nur wenigen Jahren die Rücklagen haben, um das Tankstellen-Netz erweitern zu können.

Ein weiterer positiver Effekt, der sich noch nicht exakt berechnen lässt: die Lampen, die mit dem Speicherakku etwa drei Nächte durchhalten, sind wesentlich heller als die Kerosin-Modelle. Dies müsste entsprechend auch zu besseren Fangergebnissen führen. Nun gilt es den Transport der ersten Anlage nach Tansania zu organisieren. Der vom Büro "Würzburg International" organisierte Aufenthalt der Delegation ermöglichte, dass sich die maßgeblichen Akteure nun persönlich begegneten. Einladungen nach Mwanza wurden ausgesprochen. Und Botschafter Ngemera betonte auch in seiner Rede zur Eröffnung der Mainfranken-Messe, dass er sich gerade von diesen Kooperationen zwischen den Kontinenten auf kommunaler Ebene eine große Wirkung verspricht.

 

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Solartankstelle für die Fischer am Victorisee: Eva-Maria Barklind-Schwander vom Büro Würzburg International, Pressesprecher Joseph Mlinzi, Benita Stolz vom M.W.A.N.Z.A. e.V., City Director Wilson Kabwe, Vincent und Ursula Basler-Petsch, Botschafter Ahmada Ngemera, der Solar-Experte Thomas Petsch, Oberbürgermeister Josephat Manyerere und Geschäftsmann Elibariki Ndesario Mmari besichtigen den vielversprechenden Prototypen im Industriegebiet Ost.
Foto: Georg Wagenbrenner