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19.07.2005: Unterfränkische Geschichte im Internet
 

Ein einzigartiges Internet-Portal zur Geschichte Unterfrankens entsteht derzeit an der Uni Würzburg. Die Fäden laufen am Institut für Geschichte zusammen, der Bezirk Unterfranken fördert das Vorhaben aus seiner Kulturstiftung.

Seit den 1970er-Jahren wurde an der Uni Würzburg - zunächst am Lehrstuhl für Sozial- und Wirtschaftsgeschichte des Mittelalters, seit 2002 am Lehrstuhl für Fränkische Landesgeschichte - eine Datenbank aufgebaut. Eingegeben wurden spätmittelalterliche Lehenbücher, Amtsbücher und Verzeichnisse von landwirtschaftlichen Besitzungen mitsamt Informationen über deren jährlich zu erbringende Abgaben. All diese Quellen betreffen den Bereich des ehemaligen Hochstifts Würzburg.
Durch gezielte Abfragen lassen sich aus der Datenbank nun Informationen über Bauern, Bürger und Ritter sowie über deren Lebens- und Besitzverhältnisse ziehen. Zurzeit enthält sie rund 30 Volltexte von etwa 16 Megabyte Größe. Den weiteren Ausbau der Datenbank treibt Professor Helmut Flachenecker, Inhaber des Lehrstuhls für Fränkische Landesgeschichte, nun in Zusammenarbeit mit der Abteilung "Historische Fachinformatik" am Max-Planck-Institut für Geschichte in Göttingen voran. Seit Mai 2004 fördert der Bezirk Unterfranken dieses Vorhaben aus seiner Kulturstiftung.

Gleichzeitig wird seit Anfang 2003 am Lehrstuhl von Professor Flachenecker eine Datenbank über Klein- und Mittelstädte in Franken aufgebaut. Hierzu sammeln die Würzburger Historiker Informationen über die Funktion der Städte für ihr Umland. Vor allem interessieren sie sich für Angaben über Stadtherren, kommunale Verwaltungsstrukturen, Handwerk, Wirtschaft und Schulwesen.

Mit der unterfränkischen Geschichte des 19. Jahrhunderts befassen sich an der Würzburger Uni weitere Projekte, die ebenfalls vom Bezirk gefördert werden. Die Volkskundlerin Heidrun Alzheimer-Haller erfasst zusammen mit Bezirksheimatpfleger Klaus Reder zum einen Gewerbestatistiken für Unterfranken, zum anderen die so genannten Physikatsberichte. Dabei handelt es sich um medizinische Beschreibungen, die unter König Max II. für sämtliche Bezirke in Bayern erstellt wurden.

Aus all diesen Projekten soll nun eine frei zugängliche Internet-Plattform aufgebaut werden, die es in dieser Art wohl für keine andere Region in Bayern gebe, wie Flachenecker meint. Dieses Unikum solle viele unterschiedlichste Einzelinformationen in digitaler Form zu möglichst vielen Interessierten bringen und diesen einen raschen Zugriff auf kulturgeschichtliche Themen mit Bezug zu Unterfranken ermöglichen.



http://www.historisches-unterfranken.uni-wuerzburg.deexterner Link



Ansprechpartner:

Name:
Prof. Dr. Helmut Flachenecker
Telefon:
0931/888-5530
eMail:
helmut.flachenecker@mail.uni-wuerzburg.de

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