Der erste deutsche Kleinst-Satellit UWE1 hat erfolgreich seine Testkampagne überstanden und soll im August ins All geschossen werden. Das Kürzel UWE steht für "Universität Würzburg Experimentalsatellit". Gebaut wurde der Satellit am Lehrstuhl für Technische Informatik der Uni Würzburg von einem Team um Professor Klaus Schilling. Der UWE wiegt nur ein Kilogramm und hat die Form eines Würfels mit einer Seitenlänge von lediglich zehn Zentimetern. Möglich macht dies modernste Mikrotechnologie. Derartige kleine Satelliten bezeichnet man auch als Pico-Satelliten. Die Bodenkontrollstation des Satelliten befindet sich im Institut für Informatik der Uni Würzburg. Hier arbeiten die Wissenschaftler daran, die Methoden der Datenübertragung im Internet für Weltraumbedingungen fit zu machen. Auf der Erde funktioniert der Transport von Daten im WWW sehr zuverlässig, doch im Weltraum treten Verzögerungen und Störungen auf. Darum gilt es, die gängigen Internet-Protokolle an die erschwerten Bedingungen anzupassen. "Ziel soll es auch sein, den Satelliten vernünftig ins Erdnetz einzubinden", sagt Schilling. Aus diesem Grund ist die Würzburger Bodenkontrollstation über Standard-Internet mit weiteren Empfangsantennen in Stanford (USA) und Tokio vernetzt. So können die Forscher die von UWE empfangenen Daten über das "normale" Internet austauschen und weiterverarbeiten. Die UWE-1-Mission hat noch einen weiteren Auftrag: Der Würzburger Satellit trägt hoch effiziente Solarzellen, deren Haltbarkeit und Leistungsfähigkeit im Orbit untersucht werden sollen. Sie bestehen aus Galliumarsenid und liefern eine Energieausbeute von 28 Prozent. Herkömmliche Zellen aus Silizium schaffen dagegen nur 15 Prozent. UWE-1 wurde im internationalen CubeSat-Programm entwickelt. In diesem Netzwerk arbeiten weltweit 40 Universitäten an der Realisierung von Kleinsatelliten. Den Studierenden bietet das die Chance, in diesem internationalen Verbund Erfahrungen in der Weltraumtechnik zu sammeln. Am Bau von UWE-1 haben seit Ende 2003 in Würzburg unter anderem Studierende aus Deutschland, Kanada, Indonesien, Japan, Rumänien und Indien mitgewirkt. Das Projekt UWE-1 wurde von zahlreichen Sponsoren gefördert, darunter die Wölfel Beratende Ingenieure, Höchberg, die Aktionäre der Würzburg AG sind. UWE-1 wird nach Plan am 25. August vom russischen Weltraumbahnhof Plesetsk aus mit einer Cosmos-Rakete in seine Umlaufbahn in 800 km Höhe geschossen. Mit dabei sind ein japanischer, ein norwegischer sowie ein Satellit der Europäischen Weltraumagentur ESA. |