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Kampf gegen Schistosomiasis erfordert Bündel an Maßnahmen

Städtische Mitarbeiter betreuen BMZ-Projekt in Tansania: Kampf gegen Schistosomiasis erfordert Bündel an Maßnahmen

Seit mehr als 50 Jahren besteht die Städtepartnerschaft zwischen der Stadt Würzburg und der tansanischen Stadt Mwanza. In den letzten 20 Jahren sind viele Projekte gemeinsam umgesetzt und in Mwanza implementiert worden. 
 
Im Jahr 2017 hat die Stadt Würzburg einen neuen Projektantrag beim Bundesministerium für Internationale Zusammenarbeit (BMZ) eingereicht. Dabei handelt es sich um den Aufbau eines Wasserreservoirs für eine dezentrale Wasserversorgung auf der Insel Ijinga mit 2.400 Einwohnern (Region Mwanza, Distrikt Magu) ca. 50 Kilometer östlich von der Partnerstadt Mwanza entfernt. Im Vordergrund steht die Versorgung mit sauberem Wasser im Kampf gegen Schistosomiasis. Schistosomiasis, auch Bilharziose genannt, ist eine durch Saugwürmer der Gattung Schistosoma (Pärchenegel) verursachte chronische Wurmerkrankung. Sie wird in warmen Binnengewässern durch Schnecken als Zwischenwirte verbreitet. 

Das Projekt wird konzeptionell und fachlich durch das Missionsärztliche Institut in Würzburg und besonders durch Dr. Andreas Müller unterstützt. Das Missio engagiert sich bereits seit vielen Jahren auch in Tansania im Kampf gegen die Schistosomiasis und hat einige Projekte erfolgreich umgesetzt. 
 
Der Projektantrag der Stadt Würzburg wurde vom BMZ im Jahr 2018 bewilligt und startete im November des gleichen Jahres. Das „Leuchtturmprojekt gegen die Schistosomiasis“ wird bis 2021 umgesetzt und verfügt über ein Finanzvolumen von 167.000 €.
 
Nach den aufwendigen Vorbereitungen im Jahr 2018 und 2019 beginnt nun die heißeste Phase des Projektes. Im März soll mit den Bauarbeiten auf der Insel Ijinga begonnen werden. Aus diesem Grund sind die Mitarbeiter der Stadt Würzburg Roland Müller (Projektmanager) und Michal Kopriva (Würzburg International und EU-Angelegenheiten) im Februar nach Mwanza gereist um verschiedene Akteure vor Ort zu treffen. Dabei ging es vor allem um die Absprachen mit dem Projektkoordinator in Mwanza Amin Abdallah, den Lieferanten und dem dortigen Bauunternehmen, welches das durch solarbetriebene Pumpen gespeiste Wasserreservoir vor Ort bauen wird. 

Kopriva: „Dieses Projekt ist sehr komplex, dafür aber  nachhaltig. Es liegt noch ein langer Weg vor uns. Vor Ort konnten wir die Dorfbewohner, das Bauunternehmen und die lokale Distriktbehörde treffen und können sagen, dass die Baumaßnahmen sehr weit sind und schon bald mit der Umsetzung begonnen werden kann. Unseren Partnern und vor allem der dortigen Baufirma trauen wir auch die nächsten Schritte zu. Wichtig wird es beispielsweise sein, neben der technischen Seite eine umfangreiche Information und Sensibilisierung der Bevölkerung zu organisieren“.
 
Ein Teil des Projektes widmet sich auch dem Umgang mit Wasser und Sanitäranla-gen, um die Ansteckungsgefahr und die Weiterverbreitung der Schistosomiasis zu minimieren. Aus diesem Grund werden Hygiene-Trainings angeboten. 

Die solarbetriebene Pumpen sind am Ufer platziert. Diese befördern das Wasser aus dem Victoria See bis zum Wasserreservoir. Das Wasser wird gefiltert und durch Se-dimentation und Zugabe von Chlor gereinigt, bevor es an die insgesamt acht Ent-nahme-Stationen geschickt wird. Das eigentliche Becken mit 90 Kubikmetern Volu-men befindet sich auf einem Berg. Damit ist für genug Druck in den Wasserleitungen gesorgt. 

Die Planung des Wasserreservoirs wurde von der lokalen Distriktbehörde unterstützt und mit konzipiert. Die Inselbewohner sind beim gesamten Bau aktiv eingebunden. Sie beteiligen sich vor allem bei der Verlegung der Wasserleitungen, die über eine Länge von 1080 Metern verfügen und in einer Tiefe von einem  Meter vergraben werden. 

Die Bewohner der Insel müssen jeden Monat einen kleinen finanziellen Beitrag leisten. Dieses Geld fließt in eine Gemeinschaftskasse und wird bei den anfallenden Reparaturen verwendet. Das Wasserreservoir wird bis Ende Juni 2020 fertig gestellt. 
 


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