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Projekt für junge Kreative „pics4peace“: Kunst kann Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft kommunizieren

Warum schweben sowohl junge Menschen als auch ältere, warum die Bevölkerung und die Politik in völlig voneinander unabhängigen Blasen ohne Berührungspunkte? Wie lassen sich gemeinsame Schnittmengen finden?

Wie können junge Menschen zwischen 16 und 26 Jahren an politischen Prozessen beteiligt werden, wie überwinden sie Politikverdrossenheit und fühlen sich verstanden? Vielleicht wenn alle eine gemeinsame Sprache sprechen, die alle verstehen können: die Sprache der Kunst. Aus dieser Idee entwickelten die ehemalige Oberbürgermeisterin Dr. Pia Beckmann als Initiatorin und der städtische Fachbereich Kultur als Träger das Projekt „pics4peace“. Kooperationspartner ist das staatliche Museum für Franken, weitere Partner sind weiterführende Schulen, die Leonhard-Frank-Gesellschaft, Caritas Don Bosco gGmbH Berufsbildungswerk und der Künstler Winfried Muthesius.

Im Rathaus der Stadt Würzburg fand der Auftakt-Workshop statt. Kulturreferent Muchtar Al Ghusain begrüßte die Teilnehmer*innen, Studierende der FH Würzburg-Schweinfurt, im Ratssaal. Dort konnten die Künstlerinnen und Künstler bereits erste Ideen aus dem Wandgemälde von Wolfgang Lenz aufgreifen, das die 1300-jährige Geschichte der Stadt zeigt. Künstlerische Sprache heute ist aber eine andere als Mitte der 1980er, als Lenz die Geschichte Würzburgs malte. Wie also Demokratie und Frieden in die heutige Kunstsprache übertragen? Künstler Muthesius stellte den Teilnehmern dazu seine genreübergreifende Methode vor, die „pittura oscura“. Diese Technik besteht aus der Verbindung von Fotografie und Malerei: Muthesius arbeitet in mehreren Schritten: Er fotografiert, entwickelt daraus eine Skizze, stellt diese in den öffentlichen Raum, fotografiert, übermalt, reproduziert. Durch diese Technik entsteht aus mehreren Schichten ein transluzides Werk, das sich intensiv mit der Vergangenheit beschäftigt hat. Muthesius wird ab März 2018 für sechs Wochen im Museum für Franken „Schädelbilder“ eines Menschen zeigen, der mutmaßlich sein Leben durch ein Pogrom verloren hat. Im Workshop im Rathaus erklärte Muthesius nun seine Technik und regte die jungen Künstler*innen dazu an, sich auf ihre eigene Art und Weise, mit ihren eigenen Ideen und Fundstücken mit der Geschichte, Gegenwart und Zukunft auseinander zu setzen. Die daraus hervorgehenden Arbeiten werden neben den Schädelbildern von Muthesius zum Gedenken an den 16. März im kommenden Frühjahr im Museum für Franken ausgestellt. „Wir wünschen uns, dass bei der Präsentation Politiker zu Ihren Werken Stellung beziehen“, wandte sich Initiatorin Dr. Pia Beckmann an die jungen Kreativen, die am Würzburger Projekt teilnehmen.

Die Vernissage wird den medialen Startschuss für eine Online-Plattform darstellen, die von März bis Juni 2018 alle jungen Menschen zu ihrer künstlerischen Auseinandersetzung mit Frieden und Demokratie anregen soll. Auf www.pics4peace.de können in diesem Zeitraum Arbeiten, ob als Musik, Bild, Text oder Video hochgeladen werden. Die dort zu sehenden Werke werden von einer Jury und über Likes bewertet und die ersten Werke im Juli 2018 prämiert.

Das Würzburger Projekt ist auf ein Jahr begrenzt, weitere bayerische Kommunen können sich beteiligen.

Kein zufällig gewählter Ort: Im Ratssaal der Stadt Würzburg, vor dem Wandgemälde von Wolfgang Lenz, beginnt der Workshop für junge Kreative, die sich im Projekt „pics4peace“ den Themen Demokratie und Frieden widmen. V.li: Kulturreferent Muchtar Al Ghusain, Veronika Genslein (Museum für Franken), die Teilnehmer*innen des Projekts, hinten Dr. Pia Beckmann, 2.v.r. Sybille Linke (Leiterin des städtischen Fachbereichs Kultur), Franziska Fröhlich (FB Kultur).

Foto: Claudia Lother

(11.12.2017)


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