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Würzburgs dunkelste Stunde -Gedenken an die Toten an der Gedenkstätte "16. März"

Nicht nur der Würzburger Toten des 16. März gedachten Oberbürgermeister Christian Schuchardt, die beiden Bürgermeister Marion Schäfer-Blake und Dr. Adolf Bauer, Vertreter des Würzburger Stadtrates und der Nagelkreuzinitiative am heutigen Gedenktag.


Oberbürgermeister Christian Schuchardt (vorne Mitte) und Bürgermeister Dr. Adolf Bauer (links) und Bürgermeisterin Marion Schäfer-Blake legen den Gedenkkranz am Mahnmal an der „Gedenkstätte 16. März“ nieder.
Oberbürgermeister Christian Schuchardt (vorne Mitte) und Bürgermeister Dr. Adolf Bauer (links) und Bürgermeisterin Marion Schäfer-Blake legen den Gedenkkranz am Mahnmal an der „Gedenkstätte 16. März“ nieder. (c) Claudia Lother


„Dieser Krieg war 1939 von Deutschland ausgegangen und kehrte am 16. März 1945 in all seiner Grausamkeit nach Würzburg zurück“, so Schuchardt bei der Kranzniederlegung an der „Gedenkstätte 16. März“ vor dem Hauptfriedhof. „Wir gedenken auch aller anderer Opfer des von Deutschland entfesselten Krieges, der getöteten Zivilisten und Soldaten aller Nationen.“ Der beispiellose Massenmord aus Rassenwahn heraus habe auch etwa sechs Millionen Juden, 500.000 Sinti und Roma, 200.000 Behinderte, Homosexuelle, Unangepasste und Oppositionelle das Leben gekostet. „Die Opfer der Naziherrschaft sind nicht vergessen.“

Zugleich rief Schuchardt dazu auf, die partnerschaftliche Verbindung zwischen Würzburg und dem französischen Caen, die beide im Zweiten Weltkrieg fast völlig zerstört wurden, nicht nur als Baustein für die vergangene Aussöhnung zu sehen. „Wegen dieses Einsatzes für die Völkerverständigung und die europäische Einigung erhielt Würzburg den Europapreis vor 45 Jahren. Diese ehrenvolle Auszeichnung ist für uns Verpflichtung.“ Wir seien aufgerufen, so der Oberbürgermeister weiter, „uns weiter für internationale Freundschaft und Zusammenarbeit zu engagieren. Jeder von uns kann beitragen. Versöhnung ist eine Daueraufgabe.“ Schuchardt mahnte, „dem Ungeist des Nationalismus hier bei uns keinen Raum zur Entfaltung zu lassen.“ Positiv wertete er, dass sich in Würzburg eine lebendige Erinnerungskultur etabliert habe, die sich auch intensiv gerade mit den dunklen Kapiteln der Stadtgeschichte auseinandersetze. „Wir fordern Null Toleranz gegenüber Rassismus, Antisemitismus und Fremdenfeindlichkeit.“

Im Anschluss an das Gedenken übergab die Nagelkreuzinitiative das Wandernagelkreuz an die Kolping Mainfranken GmbH. Das "Nagelkreuz von Coventry" steht als Zeichen von Versöhnung und Frieden an vielen Orten der Welt. Seit 2001 ist auch Würzburg Nagelkreuzzentrum und steht in enger Verbindung mit Coventry in Mittelengland, das im 2. Weltkrieg durch deutsche Bomber ähnlich zerstört wurde wie Würzburg. Schülerinnen und Schüler der Goethe-Mittelschule und des Matthias-Grünewald-Gymnasiums gestalteten das Totengedenken mit. Sie zitierten aus einem Gespräch mit einer Seniorin, die als Kind den 16. März 1945 erlebt hat, und umrahmten die Gedenkfeier musikalisch.

(16.03.2018)


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