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Kaiserstraße im neuen Glanz: Lange Vorgeschichte, qualitätsvolle Fertigstellung

Die große Herausforderung war es laut Oberbürgermeister Christian Schuchardt die Baumaßnahme mit einem Gesamtvolumen von immerhin 5,8 Millionen Euro im laufenden Betrieb abzuwickeln.

Zufriedene Gesichter in der neuen Kaiserstraße: Oberbürgermeister Christian Schuchardt eröffnet mit seinen Stellvertretern, Bauleuten und Festgästen die neugestaltete Einkaufsstraße zwischen Hauptbahnhof und Barbarossaplatz.
Zufriedene Gesichter in der neuen Kaiserstraße: Oberbürgermeister Christian Schuchardt eröffnet mit seinen Stellvertretern, Bauleuten und Festgästen die neugestaltete Einkaufsstraße zwischen Hauptbahnhof und Barbarossaplatz. Foto: Georg Wagenbrenner
Laufender Betrieb heißt in der Kaiserstraße täglich 20.000 Passanten, 200 PKWs und LKWs, 1000 Radfahrer und vor allem 500 Straßenbahn-Durchfahrten. Es galt vielen Geschäftsleuten, Anwohnern und ausführenden Firmen für die Geduld zu danken. Durch eine aufwendige und professionelle Logistik gelang eine Bauphase ohne nennenswerte Unfälle oder Verletzte.

Die neue Gestaltung ist das Ergebnis des Architektenwettbewerbs aus dem Jahr 2008, den die Landschaftsarchitekten Kaiser + Juritza gewonnen hatten. In der Umsetzung kamen zwei Firmen zum Zuge: die Arbeitsgemeinschaft Würzburger Pflasterbau und Müller Bau. Baureferent Prof. Christian Baumgart nannte einige Zahlen und Fakten, die nachvollziehbar machen, warum nach der langen Phase der Vorplanung und geprägt von Finanzierungssorgen auf unterschiedlichen Seiten auch noch einmal eineinhalb Jahre reine Bauzeit notwendig waren: Auf einer Länge von 300 Metern wurden Gehwege und Gleise auf einer Gesamtfläche von rund 5.200 m² erneuert. Granit-Großpflaster liegt nun auf 2.600 m², auf 900 m² Granit-Kleinpflaster.

Am feierlichen Eröffnungstag konnte man das Material zunächst nass-glänzend, später dann trocken bewundern. Pünktlich zu den Reden und als das Duo „Race“ auf-spielte, zogen die Regenwolken weiter und so konnte man sich auch die zahlreichen hochwertigen Details der aufgehübschten Einkaufsstraße in aller Ruhe ansehen: Die Litfaßsäulen mit drehbaren Werbewalzen, die robusten Outdoor-Sofas, neue Mülleimer mit Extra-Logo oder das Blindenleitsystem mit parallel angeordneter Lichtinstallation. Letzteres sicher eher nachts ein Hingucker, dann wird der Weg vom Bahnhof zum Barbarossaplatz zur geheimen leuchtenden Botschaft. Im Morsecode steht hier der touristische Slogan „Würzburg – Welterbe – Weingenuss – Wohlgefühl“. Nach dem QR-Code in der Fußgängerzone Eichhornstraße/Spiegelstraße ein zweites Mal eine Platzgestaltung, die sowohl aus der Vogelperspektive wirkt, aber auch für Passanten im Vorbeigehen eine moderne, ansprechende Optik bietet. Das Konzept hierfür hat Architekt Matthias Braun entwickelt.

Schuchardt dankte aber nicht nur Bauleuten, Planern und dem Stadtrat für diesen langersehnten Abschluss. Die Regierung von Unterfranken hat einen Zuschuss in Höhe von 1,7 Millionen € durch Städtebaufördermittel des Bundes und der Länder in Aussicht gestellt. So verbleibt für die Stadt noch ein Eigenanteil von 2,1 Millionen €, fast in der gleichen Höhe beteiligen sich nach heutigen Stand die anliegenden Eigen-tümer mit ca. 2 Millionen €. Der Oberbürgermeister betonte, dass es absolut begrü-ßenswert sei, wenn die Staatsregierung nicht nur über die Abschaffung der Straßen-ausbaubeiträge nachdenke, sondern auch über ein Programm, um einen gerechten Übergang auf das neue Finanzierungssystem zu gestalten.

Prof. Baumgart erwähnte in seiner Rede zwei Personen stellvertretend für tolle Teamleistungen. Aus seinem Baureferat war Uwe Kömpel von der Fachabteilung Projektentwicklung und Stadtgestaltung vor Ort am tiefsten involviert. In der Kaiserstraße hatten die Bauleute durch die Unterstützung des Stadtmarketings „Würzburg macht Spaß“ den Rücken frei. Seit 2013 als Quartiersmanager beauftragt übernahm Wolfgang Weier zusammen mit seinen Leuten die Funktion „eines Prellbocks“ und sorgte für optimale Informationsflüsse in einer bisweilen unübersichtlichen Baustelle, die auch alle Abwasseranschlüsse, Gas- und Wasserversorgungsleitungen sowie Elektro- und Telefonleitungen anpackte. Durch die Verzahnung dieser Einzel-Maßnahmen kann nun - nach wenigen Restarbeiten - in der Kaiserstraße wirklich für viele Jahre Ruhe einkehren. Zumindest Ruhe vor Baulärm, in den Geschäften soll sich die höhere Aufenthaltsqualität in dieser nun weitestgehend barrierefreien Fußgängerzone natürlich an einem höheren Umsatz bemerkbar machen. Genauso wie sich einige Geschäftsleute am Eröffnungstag mit Rabattaktionen und Gewinnspielen am Straßenfest beteiligten, so wurden die letzten Jahre des Übergangs auch genutzt, um zahlreiche Hausfassaden zu erneuern. Diesen breiten Konsens was das Endprodukt angeht und das gemeinsame Voranschreiten lobte Prof. Baumgart in seiner Rede als vorbildlich für ein solches Großprojekt in einem sensiblen Umfeld.


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