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Die Johann-Sperl-Straße wird abgebrochen für eine neue Radstrecke, einen grünen Fußweg und 30 neue Bäume

Würzburg nähert sich der Erneuerung der Siligmüllerbrücke, die 1995 gesperrt und 2009 abgebrochen wurde. Sichtbarstes Zeichen ist der jetzige Abbruch der Johann-Sperl-Straße. Der Abriss der Straße ist aber auch ein Zeichen für saubere Mobilität.

Von 25.000 auf 1.500 Kfz

Erbaut in den Jahren 1968/69 bildete die Johann-Sperl-Straße mit der Siligmüllerbrücke, die ebenfalls in 1969 errichtet wurde, einen Kreuzungspunkt. Sie überwindet auf einer Länge von 190 Metern eine Höhendifferenz von bis zu 12 Metern. Auf der damals wichtigen Verbindung zwischen Schweinfurter Straße und Frauenland rollten bisweilen bis zu 25.000 Fahrzeuge am Tag - bis der Greinbergknoten/Waltherstraße gebaut wurde. Mit der Eröffnung des Greinbergknotens im Jahr 1993 als großer Kreuzungspunkt überregionaler Straßenverbindungen zeichnete sich jedoch das Ende der Johann-Sperl-Straße als wichtige Verkehrsachse ab. Die Sperrung der Siligmüllerbrücke in 1995 und deren Abriss 13 Jahre später bedeutete schließlich das Aus auch für die Johann-Sperl-Straße als Verkehrsweg. Derzeit fahren dort täglich nur noch etwa 1.530 Kfz am Tag, zumeist Parksuchverkehr. Der Brückenhohlraum, der Hohlkasten, diente nur noch Feuerwehr und Rettungsdiensten als Lagerfläche und trockene Abstellhalle für Einsatzfahrzeuge.

2011 wurden im Zuge der turnusgemäßen Prüfung der Johann-Sperl-Straße massive Schäden festgestellt. Die Mängelliste schien nicht enden zu wollen: undichte Fugen, undichte Fahrbahntafel, starke Betonabplatzungen, zahlreiche Risse in der Deckenuntersicht, großflächige Hohlstellen, Vertikalrisse, defekte Entwässerungsleitungen, massive Betonschäden an den Brückenkappen, massive Chloridbelastung an Bodenplatte und Wänden und eine fortschreitende Karbonatisierung an den Innenflächen des Bauwerks, was schwerwiegende Schäden am Bauteil nach sich zieht. Eine Generalinstandsetzung der Brücke wäre mit 2,3 Millionen Euro Minimum zu Buche geschlagen, hinzu wäre der laufende Unterhalt gekommen, hochgerechnet auf zehn Jahre wären dies zusätzliche 600.000 Euro. In der Summe 2,9 Millionen Euro. Und wofür? Für eine nunmehr kaum genutzte Verkehrsverbindung?

Ein neuer Zweirichtungsradweg und ein Gehweg im Grünen

Aufgrund der untergeordneten verkehrlichen Bedeutung der Johann-Sperl-Straße wie auch der massiven Bauwerksschäden beschloss der Stadtrat den ersatzlosen Abbruch zugunsten einer neuen Rad- und Fußwegeverbindung sowie einer neuen Grünfläche. Die Kosten für die gesamte Maßnahme werden bei etwa 1,5 Millionen Euro liegen.

Abgebrochen werden 12.000 Tonnen Beton, das entspricht in etwa dem Gewicht der Kuppel der Dresdner Frauenkirche. Beton, Asphalt und Stahl werden dem Recycling zugeführt. Es ist nicht nur eine kostengünstigere und zeitgemäße Variante als die Instandsetzung der Straße, sondern auch eine schlichtweg schönere. „Die Stadt Würzburg trennt sich von einer Brücke, die nicht mehr als Verkehrsweg genutzt wird und noch dazu massive Schäden aufweist. Mit dem Neubau eines Fuß- und Radwegs setzen wir zudem ein Zeichen pro Radverkehr. Durch die Umwandlung der frei werdenden, versiegelten Bauwerksflächen in eine Grünanlage mit Geh- und Radweg wird die Ökobilanz um 5.000 m² verbessert“, resümiert Stadtbaurat Benjamin Schneider. Denn: „Mit dem Rückbau der Johann-Sperl-Straße“, erklärt Leitender Baudirektor Jörg Roth, „wird der größte Teil der derzeitigen Asphaltfläche entsiegelt.“

Der Radweg wird in zwei Richtungen auf der Trasse der Johann-Sperl-Straße verlaufen, zwischen der Friedhofsmauer und den Schrebergärten an der Bahntrasse. Er wird sich zwischen Siligmüllerstraße und Raiffeisenstraße erstrecken und die Radachsen 1 (Sanderau-Hubland-Gerbrunn) und 3 (Zellerau-Röntgenring-Nürnberger Straße-Rottendorf) verbinden. Der Fußweg wird durch eine neue Grünfläche geführt, entstehen wird ein grünes Band mit 30 neuen Baumstandorten für große Bäume. Einzig erhalten bleibt die Zufahrt für Kraftfahrzeuge zum Hintereingang des Hauptfriedhofs von der Siligmüllerstraße aus. An der Einmündung Schürerstraße/Beethovenstraße sollen neue Parkplätze geschaffen werden.

Nach Abbruch und Umgestaltung der Flächen wird der Neubau der Siligmüllerbrücke erfolgen. Das Baureferat geht davon aus, dass dies im Jahr 2021 der Fall sein wird.

Johann Sperl Hohlkasten-1
Johann Sperl Hohlkasten-1
V.li: Josef Schwab (FA Tiefbau, Brücken- und Ingenieurbau), Baureferent Benjamin Schneider, Tiefbau-Chef Jörg Roth, Axel Heer (FA Tiefbau, Brücken- und Ingenieurbau).

Johann Sperl Hohlkasten-3
Johann Sperl Hohlkasten-3
Ein letzter Blick auf verschwendeten Raum zwischen Johann-Sperl-Straße und Friedhofsmauer. Ganz hinten in der Bildmitte ist der Johann-Sperl-Hohlkasten zu sehen. V.li. Josef Schwab (FA Tiefbau, Brücken- und Ingenieurbau), Baureferent Benjamin Schneider, Tiefbau-Chef Jörg Roth.

 

(16.04.2019)


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