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Bunte Wände für Vielfalt: Heidingsfelder Bahntunnel wird zum kunstvollen Dschungel

160 Spraydosen, 100 Liter Wandfarbe, 30 Schutzmasken – eine „Bunte Wand“ bedeutet auch immer einen großen Materialeinsatz. Diesmal konnte zum Ende des Schuljahres eine Fläche in Heidingsfeld gefunden werden, die von Jugendlichen aus Würzburg und Umgebung gestaltet wurde.

Farbe statt Tristesse:
Farbe statt Tristesse: (c) Georg Wagenbrenner
Der Bahnfußgängertunnel am Heidingsfelder Ostbahnhof sieht nun nicht mehr aus wie im oberen Bilddrittel, sondern bunt und setzt ein Zeichen gegen Rassismus und für ein friedvolles und tolerantes Miteinander wie in den unteren beiden Bilddritteln. Schulreferent Achim Könneke würdigte das Projekt, das wohlgemerkt an einem Wochenende von 40 Jugendlichen und deren LehrerInnen getragen wurde.
Unter dem Motto „Würzburg macht Schule ohne Rassismus - Schule mit Courage“ versahen sie am Wochenende die Eisenbahnunterführung am Bahnhof Würzburg-Heidingsfeld Ost mit rassismuskritischen Graffiti versehen. Schulreferent Achim Könneke würdigte die Aktion, an der insgesamt rund 40 Jugendliche beteiligt waren, bei einem „Atelierbesuch“ am Samstag, als der Vorher-Nachher-Effekt noch sehr deutlich erkennbar war. Nicht nur dass aus einem schmuddeligen Tunnel ein begehbares Kunstwerk wurde, gefiel dem Kulturreferenten, er honorierte auch die inhaltliche Auseinandersetzung im Vorfeld bei der Motivwahl: „Hier finden sich Bezüge zu den politischen Themen, die gerade emotional diskutiert werden. Wie beispielsweise Flucht und harmonisches Zusammenleben in einer bunteren Gesellschaft und im Einklang mit der Natur.“

Die „Bunten Wände für Vielfalt“ konnten in den vergangenen beiden Jahren am Mittleren Ring vor der David-Schuster-Realschule und am Post- und Schalthäuschen in der Zellerauer Mitte realisiert werden. Die dritte Graffiti-Aktion fand jetzt in Heidingsfeld statt. Auch hier wollten die Jugendlichen ein künstlerisches Zeichen gegen jegliche Formen von Ausgrenzung, Diskriminierung und Rassismus setzen. 

Die Eisenbahnunterführung am Ostbahnhof wird täglich von zahlreichen Kindern und Jugendlichen auf ihrem Weg in den Kindergarten oder in die Schule durchquert und war dabei bislang kein schöner Anblick. Vier Würzburger Schulen und das JUZ Heidingsfeld gestalteten nun gemeinsam mit professionellen Streetart und Graffiti Künstlern die Unterführung neu. Der rote Faden des Projekts, das auch dank eines städtischen Zuschusses, der freundlichen Unterstützung von „Demokratie Leben!“ und der Sparkassenstiftung rund 10.000 € zur Verfügung hatte, war diesmal das Motto „Welcome To The Jungle“. Der Dschungel wird hierbei nicht als ein Raum gesehen, der einem Angst machen muss, sondern vielmehr als ein bunter Lebensraum, in dem unterschiedlichste Tiere ihren Platz finden können. Bei der von Nadine Bernard vom Bildungsbüro der Stadt Würzburg moderierten feierlichen Eröffnung, galt der Dank den vielen Projektpartnern sowie der professionellen Filmdokumentation durch SkyscreamArts oder der Tanzperformance von Danny Shnayderman.

Die „Bunten Wände“ werden vom Kultur-, Schul- und Sportreferat der Stadt Würzburg in Zusammenarbeit mit der Regionalkoordination von Schule ohne Rassismus - Schule mit Courage und dem Stadtjugendring Würzburg durchgeführt.
Teilnehmende waren diesmal:

  • Friedrich-Koenig-Gymnasium 
  • Matthias-Grünewald-Gymnasium 
  • Leopold Sonnemann Realschule 
  • Mittelschule Veitshöchheim 
  • und das JUZ in Heidingsfeld 
  • Sowie die Künstler:
  • Christoph Ulherr 
  • Philipp Katzenberger 
  • Simon Schacht 
  • Andreas Demko 

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