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Rathaus sagt Plastik den Kampf an: Ausstellung zu nachhaltigem Wirtschaften

Plastik ist überall – und es wird immer mehr: Coffee-To-Go-Becher, Tüten, Flaschen, Lebensmittelverpackungen. Plastik im Meer, im Essen, in Medikamenten, im Blut. Kein Lebensbereich, in dem man nicht auf Plastik und Erdölanteile trifft!

Sensibler Umgang mit Ressourcen:
Sensibler Umgang mit Ressourcen: (c) Georg Wagenbrenner
Hier stellen die Auszubildenden Antonia Düll und Antonia Gütling (links) Oberbürgermeister Christian Schuchardt und der 7m des Deutschhaus-Gymnasiums die Wanderausstellung „PlanetPlastic“ vor.
Die Wanderausstellung „PlanetPlastic“ des entwicklungspolitischen Vereins Vamos e.V. Münster, welche noch bis Ende August in den Fluren des Rathauses zu sehen ist, informiert und regt Jugendliche und Erwachsene zum Handeln an. Auf 15 hochformatigen Informations-Bannern erfährt der Besucher der Wanderausstellung, dass Plastik zu einem weltweiten Problem geworden ist und es daher zwingend notwendig ist, nach Alternativen Ausschau zu halten. 

Die Ausstellung zeigt, dass sich die globale Plastikproduktion von 1964 bis 2014 verzwanzigfacht hat, dadurch wertvolles Erdöl verschlungen wird und die Weltmeere vermüllt werden. Eine Weltkarte zeigt fünf Plastikstrudel in den Weltmeeren; der größte ist so groß wie Mitteleuropa. Plastik als Synonym für Kunststoff wird in vielen Bereichen des menschlichen Lebens verwendet. Als weniger bekannte Beispiele werden Styropor, Nylon, Plexiglas oder Teflon genannt. Auch Mikroplastik ist Thema der Ausstellung. Sie befindet sich zum Beispiel im Duschgel, Shampoo, Schminke, Waschmittel, in Cremes oder in Kleidung und gelangt, weil Kläranlagen die kleinen Teile nicht herausfiltern können, über Bäche und Flüsse ins Weltmeer. Für die Herstellung von Plastik wird Erdöl verwendet, dessen Förderung negative Folgen für Mensch und Umwelt nach sich zieht. Inzwischen wird selbst in Naturparks Erdöl gefördert, wie das Beispiel des Yasuni-Nationalparks in Ecuador belegt. Die Ausstellung zeigt auch, wie man einen Beitrag zur Verringerung der Plastikproduktion leisten kann. „Die beste Verpackung wird erst gar nicht produziert“, steht auf einem Banner und macht deutlich, dass man viele Obstsorten nicht in Plastikfolien verpacken muss, weil ihre natürliche Schale völlig ausreichend ist.

Plastik ist dabei aber auch nicht generell zu verteufeln und findet in vielen Bereichen seine berechtigte Anwendung. Hier ist auch der Verbraucher gefragt, seine Gewohnheiten und seinen Plastikkonsum kritisch zu überdenken.

Organisiert wurde die Wanderausstellung vom Fachbereich Wirtschaft, Wissenschaft und Standortmarketing und der Umweltstation in Kooperation mit der Fachabteilung Aus- und Fortbildungsmanagement. So führten zum Auftakt die zwei Auszubildenden Antonia Düll und Antonia Gütling fünfzehn Schüler der Klasse 7m des Deutschhaus-Gymnasiums durch die Ausstellung. Die Schüler des Gymnasiums beschäftigten sich dabei schon eingehend mit dem Thematik Plastik und besuchten z.B. im Vorfeld auch den Unverpackt Laden in Würzburg.

Kampagne „Plastikarmes Rathaus“

Diese Ausstellung ist Teil einer größeren Kampagne, die den Titel „Plastikarmes Rathaus“ trägt. Die Stadtverwaltung möchte in Sachen nachhaltiges Ressourcenmanagement mit gutem Beispiel vorangehen und so richtete sich unlängst Oberbürgermeister Christian Schuchardt per Rundschreiben an die rund 3000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Hier listete er auch einige Beispiele auf, was bereits unter diesem Programmtitel läuft: „In vielen Bereichen werden schon erfolgreich Schritte umgesetzt. Beispielsweise hat das städtische Kasino auf plastikfreie Becher umgestellt, Getränke werden nunmehr nur noch in Glasflaschen verkauft. Bei der Essensausgabe wird auf Plastikverpackungen verzichtet und bei Vorratshaltung wo möglich auf Edelstahlbehältnisse umgestellt. Die zentrale Büromittelbeschaffung stellt Schritt für Schritt auf recyclebare Materialien um. Die weitere Ausdifferenzierung des Mülltrennsystems in den Dienstgebäuden der Stadt Würzburg ist in der Vorbereitung. Unsere Stadtreiniger tragen Berufsbekleidung aus nachhaltigen Rohstoffen. In der neuen Dienstanweisung Vergabe wird die nachhaltige Beschaffung als Ziel ausdrücklich aufgenommen.“


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