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Postkoloniale Erinnerungsarbeit in städtischen Räumen: Mwanza’s Hidden Stories

Vortrag und Ausstellung im Rathaus

Ausstellung Mwanza
Ausstellung Mwanza (c) Claudia Lother
v.li: Oberbürgermeister Christian Schuchardt mit einem Modell des Bismarck Rocks in Mwanza vor der Ausstellung im Oberen Foyer, gemeinsam mit Judith Schief (ASA-Teilnehmerin und Erstellerin der Ausstellung), Michal Kopriva (Würzburg International.
Seit vier Jahren nehmen Würzburg und seine Partnerstadt Mwanza in Tansania im Zuge ihrer Städtepartnerschaft am ASA-Programm teil. Das ASA-Programm ist ein entwicklungspolitisches Praktikumsprogramm, das es jungen Menschen ermöglicht, sich entwicklungspolitisch zu engagieren und weiterzubilden. Die Arbeits- und Studienaufenthalte der deutschen Freiwilligen finden in Afrika, Asien und Lateinamerika statt. Das ASA-Programm vergibt im Jahr fast 300 Stipendien. Im Rahmen des Programms gehen Freiwillige aus Deutschland für je drei Monate nach Mwanza. Von Juli bis Oktober 2019 waren Antonia Moschin und Judith Schief in Mwanza. Das Projekt stand unter dem Titel "Postkoloniale Erinnerungsarbeit in städtischen Räumen verankern".

In Mwanza erarbeiteten Antonia Moschin und Judith Schief mit Studierenden der St. Augustine University of Tanzania eine Plakatausstellung, die koloniale Spuren in Mwanza sichtbar machte. Die Ausstellung nach Würzburg zu bringen war ein erklärtes Ziel der Kooperation, um die Partnerstadt am Viktoriasee aus einem neuen Blickwinkel zu zeigen. Zu sehen ist die Ausstellung von 14. Januar bis 29. Januar 2020 im Oberen Foyer des Würzburger Rathauses. Als studentische Kooperation bietet die in Englisch und Kiswahili verfasste Ausstellung neue Erzählweisen der tansanischen Kolonialzeit sowie einen Einblick in die Bild- und Fotokultur einer aufstrebenden Generation. Obwohl es bis heute enge Verbindungen nach Tansania gibt, hat die Aufarbeitung kolonialer Strukturen in Deutschland bisher kaum Priorität.

Im Rahmen der Ausstellung findet ein Vortrag über das Projekt in Mwanza statt, dabei werden auch Fragen nach kolonialen Überresten in Würzburg und Franken diskutiert. Der Vortrag findet statt am Dienstag, 21. Januar 2020. Um 18 Uhr werden die beiden ASA-Teilnehmenden über ihren Projektaufenthalt in Mwanza berichten. Michael Rösser, der 2016 selbst Teilnehmender des ASA Programms war, wird einen Input-Vortrag über postkoloniale Erinnerungskultur in Deutschland halten. Im Anschluss gibt es die Möglichkeit zur Diskussion. Michael Rösser war wissenschaftlicher Mitarbeiter an der Universität Regensburg und der Heinrich-Heine Universität Düsseldorf. Momentan promoviert er an der Universität Erfurt. Seine Forschung beschäftigt sich u.a. mit der Globalgeschichte der Arbeit im kolonialen Kontext. Danach ist eine gemeinsame Besichtigung der Ausstellung im Foyer geplant.

Die Ausstellung ist zu sehen von 14. bis 29. Januar 2020 im Oberen Foyer des Rathauses zu den Öffnungszeiten Montag bis Donnerstag 8 bis 18 Uhr, Freitag 8 bis 13:30 Uhr.

Vortrag und Ausstellungsrundgang: Dienstag, 21. Januar 2020, 18-20:30 Uhr, mit Antonina Moschin, Judith Schief, Michael Rösser, Raum Rochester (Raum 133, 1. OG), Rathaus Würzburg, Eintritt frei.


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