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Gespräch mit Hotel- und Gaststättenverband: Kommune begleitet die von Corona schwer getroffene Wirtschaftsbranche

Zu einem koordinierenden Krisengespräch im Würzburger Ratssaal lud Oberbürgermeister Christian Schuchardt den Bayerischen Hotel- und Gaststättenverbands BHG/ DEHOGA ein. Der Kreisvorstand Würzburg vertritt über 1000 Betriebe – Hotels, Cafés, Restaurants, Clubs oder Bars. Zahlreiche kleine und mittlere Unternehmen befinden sich nach Darstellung des Wirtschaftsverbands durch die Auflagen im Zuge der Eindämmung der Corona-Pandemie bereits in einer existenziellen Notlage. 

Schuchardt wollte am Montag in einer großen Runde im Ratssaal ausloten und koordinieren, welche Hilfen für die stark getroffene Branche auf welcher politischen Ebene angeboten werden. Wo klappt dies schnell und unbürokratisch? Maßgebliche Akteure kamen so ins konstruktive Gespräch. MdB Paul Lehrieder, Stefan Beil, Leiter der Bundesagentur für Arbeit, und Jens Rauch für die Sparkasse Mainfranken lieferten Input. Die Stadtverwaltung war mit Kämmerer Robert Scheller, Tourismusdirektor Björn Rudek, Dr. Uwe Zimmermann (Fachbereichsleiter Allgemeine Bürgerdienste), Klaus Walther (Fachbereichsleiter Wirtschaft, Wissenschaft und Standortmarketing) und André Hahn, dem Stadtbeauftragten, vertreten. Weil es um die Gastronomie der gesamten Region Würzburg ging waren auch der designierte Landrat Thomas Eberth und Kreisentwickler Michael Dröse kurzfristig ins Rathaus gekommen

Einer Problem-Analyse der BHG-Kreisvorsitzenden Claudia Amberger-Berkmann und des Bezirksgeschäftsführers Michael Schwägerl, die zusammen mit Anette Hollerbach, Christian Wolz und Ralf Barthelmes ins Rathaus gekommen waren, folgte ein vorsichtiger Ausblick von Björn Rudek, wann nach Einschätzung der deutschen Tourismusexperten der Fremdenverkehr und somit letztlich auch Hotel- und Gastronomiebetriebe nach Lockdown und Lockerungen wieder richtig Fahrt aufnehmen könnten. Selbst wenn man nicht die pessimistischen Szenarien zu Grunde legt, bis zu einer Normalisierung (gemessen an früheren Umsatzzahlen) wird man beim Binnentourismus ein Jahr, international wohl gar bis 2022 Durchhaltevermögen benötigen.

Paul Lehrieder sieht als eines der stärksten Hilfsangebote zur Existenzsicherung in dieser Zeit die nun von der Großen Koalition beschlossene Senkung der Mehrwertsteuer für Speisen in der Gastronomie von 19 auf sieben Prozent. Diese garantierte Ersparnis bis zum 30. Juni 2021 wäre laut Sparkassen-Vorstand Jens Rauch auch ein Pfund bei der Kreditvergabe an Unternehmer. Daneben hilft aktuell in vielen Fällen nur die Beantragung von Kurzarbeitergeld. Stefan Beil gab einen Einblick in das dreistufige Verfahren von der ersten Anzeige, über die Lohnzahlung des Arbeitgebers bis zur Erstattung durch den Bund. Die Zahl seiner Agentur-Mitarbeiter, die diese dringenden Fälle bearbeitet, wurde seit Februar verzehnfacht. So laufen aktuell keine Fälle mehr auf. Oberste Priorität hat eine schnelle Bearbeitungsdauer. Aktuell benötigt man pro Fall ein bis zwei Wochen. Beil warb um Verständnis dafür, dass in dieser Bearbeitungsphase Zwischenauskünfte zum Verfahren nur mit erheblichem Aufwand der gleichen Mitarbeiter zu geben wären, diese Zwischenstände unterbleiben daher.

Schnell reagiert hat die Stadt auf die Krise im Bereich Sondernutzungsgebühren. Kein Gastronom muss für eine Außengastronomie bezahlen, die nicht genutzt werden kann, versicherte Schuchardt im Gespräch mit dem BHG. Bereits geleistete Gebühren wurden laut Dr. Zimmermann bereits für März und April zurücküberwiesen. Sobald Außengastronomie in Würzburg wieder möglich ist, will man überprüfen, ob Sicherheitsabstände und weitere Auflagen die Zahl der Gäste nicht erheblich ein-schränken, dann müssten fairerweise auch die Gebühren entsprechend runterkorrigiert werden. Kämmerer Scheller verwies zudem auf die großzügigen Stundungsmöglichkeiten für Steuern und Grundabgaben. Diese Stundungen erfolgen derzeit zinslos und ohne Säumniszuschläge.

Fast zwei Stunden suchte man gemeinsam Lösungen für die beispiellose Herausforderung im Gastgewerbe. Oberbürgermeister Christian Schuchardt, der auch Vorsitzender des Finanzausschusses des Bayerischen Städtetages ist, versprach am Ende des Austauschs auch bei den kommunalen Spitzenverbänden die Anliegen der wichtigen Branche in der Tourismusstadt Würzburg zu vertreten. Forderungen und geeignete Lösungsansätze könnten die organisierten Unternehmer in der dynamischen Lage jederzeit an ihn herantragen. Auch der Verband signalisierte beim Auseinandergehen für weitere Gespräche und Vorschläge stets offen zu sein.


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