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Neubau der Umweltstation erhält Bundespreis „Umwelt und Bauen“

Klimawandel, knappe Rohstoffe und steigende Entsorgungskosten: Klassisches Bauen steht vor großen Herausforderungen. Erstmalig hat das Ministerium für Umwelt, Naturschutz und nukleare Sicherheit in Kooperation mit dem Umweltbundesamt den Bundespreis „Umwelt und Bauen“ ausgelobt. Aus über 80 Bewerbungen wurde in der Kategorie „öffentliches Gebäude“ die Umweltstation der Stadt Würzburg ausgezeichnet. Bewertungskriterien für diesen Preis sind u. a. nachhaltiges Bauen, ressourcenschonender Betrieb, gesellschaftliche und soziale Wirkung.

Bundespreis für Umweltstation
Bundespreis für Umweltstation
v.li: Prof. Dr. Dirk Messner (Präsident des Umweltbundesamtes), Philipp Kuhn (stv. Werkleiter und Betriebsleiter Die Stadtreiniger) und Parlamentarischer Staatssekretär Florian Pronold. Foto (c): BMU/Sascha Hilgers
Durch die erstmalige Verwendung von Recyclingbeton in einem Bauwerk dieser Größe, den Einbau einer Eisspeicherheizung zur ressourcenschonenden Heizung und Kühlung des Gebäudes, die Installation einer Photovoltaikanlage zur Stromgewinnung sowie die strategischen Zielsetzungen im Bereich der Umweltbildung konnten die Jury überzeugen.

Philipp Kuhn, stellvertretender Werkleiter des Eigenbetriebs „Die Stradtreiniger“,  nahm die Auszeichnung im Bundesumweltministerium in Berlin am bereits Ende September stolz entgegen. „Mit dem Bau der Umweltstation hat die Stadt Würzburg Maßstäbe in Sachen nachhaltiges Bauen gesetzt, die weit über Unterfranken hinaus beispielgebend sind.“ Mit der Auszeichnung endet der Bauprozess jedoch nicht. Aktuell wird die Fassadenbegrünung umgesetzt. Das Projekt soll einerseits die Luft in dicht bebauten Siedlungsstrukturen verbessern, andererseits erfolgt eine Abkühlung durch die Pflanzen, was insbesondere im Hochsommer ein immer wichtigerer Aspekt sein wird.

Die Umweltstation ist neben der Rolle als Ansprechpartnerin in Fragen der Abfall-, Umwelt- und Energieberatung auch Koordinationsstelle der lokalen Agenda 21 sowie die zentrale Umweltbildungseinrichtung der Stadt Würzburg und blickt auf eine 30-jährige Historie zurück. Highlights sind abwechslungsreiche Module einer Bildung für nachhaltige Entwicklung für Gruppen aller Altersstufen, wechselnde Ausstellungen, Projekte wie Urban Gardening und die Umwelterlebniswochen mit einer vierstelligen Teilnehmerzahl jährlich.

Mitte 2019 wurde das neue Gebäude eröffnet, das in Bezug auf nachhaltiges Bauen Maßstäbe gesetzt hat. Der Beton einer Autobahnbrücke der nahen A3 diente als Rohmaterial für den Recyclingbeton, eine Eisspeicherheizung sorgt im Winter für warme und im Sommer für kühle Temperaturen. Weitere Elemente wie eine Photovoltaikanlage und viel Holz im Innenbereich runden das Bauwerk ab. Die Umweltstation dient auch vielen ehrenamtlichen Initiativen und Vereinen als Netzwerk- und Koordinationsplattform.

(08.10.2020)


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