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Ein Ort wie kein anderer

Bürgermeister Heilig informierte sich vor Ort über die Arbeit der Bahnhofsmission Würzburg 

Bahnhofsmission - Besuch vom Bürgermeister Heilig
Bahnhofsmission - Besuch vom Bürgermeister Heilig
v.r.n.l.: Helmut Fries, Vorsitzender des Fördervereins, Bürgermeister Martin Heilig, Einrichtungsleiter Michael Lindner-Jung und Johanna Anken, Sozialarbeiterin und zuständig für die Ehrenamtlichenarbeit in der Bahnhofsmission.

Wer Hilfe braucht, ist in der Bahnhofsmission willkommen und immer am richtigen Ort. Tatsächlich kommen Menschen aus allen Lebenslagen zur Bahnhofsmission, ohne Bleibe und Schutz, ohne ausreichende Mittel für den Lebensunterhalt, ohne Orientierung, oft ohne Hoffnung auf Besserung.

 
Wie vielfältig die Not der Hilfesuchenden ist, davon war auch Martin Heilig bei seinem ersten Besuch in der Bahnhofsmission als Bürgermeister beeindruckt. Sozialarbeiterin Johanna Anken und Michael Lindner-Jung, Leiter der Einrichtung, berichteten von Besucher*innen, die seit längerem ohne Erwerbseinkommen leben oder in den Coronamonaten ihre Arbeit verloren haben.

Viele der Gäste, so Anken, haben persönliche Verletzungen und Scheitern im Beruf wie im Privaten erlebt. Die Ressourcen reichten für einen wirklichen Neuanfang oft nicht aus. Aber einem Großteil der Besucher*innen gelänge mit Unterstützung der Bahnhofsmission zumindest den Tag und das Heute zu bestehen.

Menschen, die die Bahnhofsmission aufsuchen, erfahren Zuwendung, kommen ins Gespräch, können mitteilen, was sie bewegt, und sich stärken mit einer Brotzeit. Sie finden in der Einrichtung am Bahnhof eine Tag und Nacht offene Tür und Hilfe, wenn Probleme über den Kopf wachsen und die aktuelle Situation zur Bedrohung wird.


Wie belastend für manche die eigene Lebenssituation werden kann, erlebt Bürgermeister Heilig als eine ältere Besucherin schreiend beklagt, dass ihr an vielen Orten der Stadt keiner zuhört, ‘man sie doch nur los haben will‘ und sich kaum mehr beruhigt. Wie wichtig es ist, dass ein Mensch in jeder Lage als Mensch mit Würde wahrgenommen wird,  betont Helmut Fries, Vorsitzender des Fördervereins.

In der Bahnhofsmission ist jeder willkommen; das bedeutet auch, „du bist willkommen, denn du bist gut so wie du bist, ohne dass du dich verändern musst“. Denn das ist für Personen, die in ihrem Leben Ignoranz, Misserfolge und häufige Missbilligungen erlebt haben, im Wortsinn lebenswichtig und der Schlüssel zu Vertrauen zu sich und zum anderen, ergänzt Fries.

 
Ca. 120 Hilfekontakte verzeichnet die Bahnhofsmission Würzburg täglich, fast 39.000 im vergangenen Jahr, und arbeitet dabei eng mit weiterführenden Hilfeeinrichtung im regionalen und überregionalen Netzwerk zusammen.  „Wer seine Situation ändern und nachhaltig daran arbeiten will, dem geben wir Informationen zu Angeboten z.B. der Wohnungslosenhilfe, zu psychosozialen Beratungsstellen, zur Schuldnerberatung und bahnen auf Wunsch auch gerne einen Kontakt an“, beschreibt Lindner-Jung einen wichtigen Teil der Arbeit. Überhaupt lässt sich nach Überzeugung des Einrichtungsleiters Not aufgrund ihrer Vielfalt und Komplexität nur im Verbund mit anderen lösen.

„Wir brauchen Fachleute für bestimmte Problemlagen, genauso aber engagierte Politiker*innen, Unternehmer*innen und Bürger*innen, die bereit sind, Verantwortung zu übernehmen, dass Menschen in ihrem persönlichen Umfeld einen Platz finden und am Leben teilnehmen können“, so Lindner-Jung.

  
Das sieht Bürgermeister Heilig genauso: „Wir brauchen die Bürgergesellschaft. Viele die mitsorgen. Eine Kommune allein schafft das nicht. In den zurückliegenden Wintermonaten hat das Kooperationsprojekt ‚Wärmehalle‘  von Bahnhofsmission und Stadt Würzburg, das von Firmen und Privatleuten intensiv unterstützt wurde, deutlich gemacht, wieviel im Miteinander für die Schwächeren in unserer Gesellschaft bewegt werden kann.

“ Heilig sieht in der Bahnhofsmission auch eine Art Seismograph, in der aufgrund ihrer Lage und ihres fachlichen Ansatzes strukturelle Notlagen frühzeitig erkannt werden können. Demnach kann sie auch Impulsgeberin sein für notwendige neu zu schaffende Hilfeangebote.

Am Ende seines Besuches dankt Heilig den Mitarbeiter*innen der Bahnhofsmission für ihr leidenschaftliches Engagement und die spürbare Begeisterung bei der Arbeit. Er regt an, sich regelmäßig zu treffen. Einmal in diesem Jahr möchte er auch vor Ort mitarbeiten, um den Menschen in der Bahnhofsmission persönlich zu begegnen und mehr zu verstehen, was möglich ist und hilft. 

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