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Mozarteum-Baustelle offenbart Reize und besondere Herausforderungen

Von 1955 bis 1957 entstand auf dem Ruinengelände der ehemaligen Maxschule ein zeitgemäßes Mädchengymnasium nach dem Entwurf des Baudirektors Rudolf Schlick. 

Mozartschule Spatenstich
Mozartschule Spatenstich Auch in schützender Holzverkleidung ist die originale, organisch geschwungene Treppenanlage im Foyer gut wiederzuerkennen, welches zuletzt vom Programmkino „Central“ als repräsentatives Entree genutzt wurde: Beim Spatenstich kamen nun (von oben) Architekt Grischa Büttner, Oberbürgermeister Christian Schuchardt, die Stadträte Willi Dürrnagel, Joachim Spatz und Patrick Friedl, die Architekten Rainer Kriebel und Erik Reitter (alle vom Büro Grellmann Kriebel Teichmann & Partner Architekten BDA, GKT&P), Fachbereichsleiter Hochbau Michael Altrock, Kulturreferent Achim Könnecke, Baureferent Benjamin Schneider und Kämmerer Robert Scheller. Leider verhindert: Renate Förster, die Projektleitung im Fachbereich Hochbau. Bild: Georg Wagenbrenner

64 Jahre später gleicht das „Moz“ hinter den Bauzäunen zwar keiner Ruine, jedoch an vielen Stellen einem luftigen Rohbau. Alle wertvollen Details des Fünfziger-Jahre-Baudenkmals sind eingelagert oder vor Ort geschützt und die Eingriffe in den Bestand werden exakt dokumentiert. 

Der neue Komplex aus Musikhochschule, Mozartfestbüro, Sing- und Musikschule wird sich gleichzeitig vor der vertrauten Nachkriegsarchitektur verneigen und moderne Baustandards beispielsweise in Sachen Barrierefreiheit und Energieeffizienz verwirklichen. „Dieses Konzept hat viele Gewinner. Es entsteht ein weiterer offener Dritter Ort für die Bürgerschaft. Mit einer hohen Aufenthaltsqualität und der Möglichkeit, ohne Konsumzwang an dieser zentralen Adresse zu verweilen“, beschrieb Oberbürgermeister Christian Schuchardt die zukünftige „Hofstraße 11“ bei einem „Spatenstich“ in kleiner Runde, bei dem man auch gleich die symbolträchtigen Schaufeln weggelassen hatte und sich voll auf die Erläuterungen zur zentralen Baustelle konzentrierte.

Architekt Rainer Kriebel nennt das gefundene Nutzungskonzept „einen Schlager“. Ein weiterer Glücksfall sei, dass man bereits rund 70% der Aufträge ausgeschrieben habe, während viele Zeit- und Kostenpläne für öffentliche Bauprojekte aktuell ins Wanken geraten, weil Firmen zu wenige Angebote abgeben. Entsprechend dieser Planungssicherheit kann die Stadt Würzburg weiterhin mit den vor einem Jahr be-schlossenen Rahmendaten aus dem Bau- und Finanzierungsbeschluss kalkulieren: 16,5 Millionen Euro sind für die Sanierung vorgesehen. Die Fertigstellung ist April 2023 geplant. Aus dem Bund-Länder-Städtebauförderungsprogramm „Lebendige Zentren“ wird es einen Zuschuss von 60% der förderfähigen Kosten geben. Diese Bezuschussung wird nicht für Anteile greifen, mit denen man später Mieteinnahmen erzielt bzw. eigene Anmietungen einspart.  

Für Baureferent Benjamin Schneider entspricht die aktuelle Projektphase dem Häuten einer Zwiebel. Schicht um Schicht lege man nun filigrane Details und Qualitäten des Gebäudes frei. Kreativität, Zwänge und die insgesamt organische Bauphilo-sophie der Nachkriegsjahre verdeutlichen sich immer stärker. Das Nutzungskonzept bringe - wenn man gedanklich auch noch die VR-Bank im „Windmühlenflügel“ miteinbeziehe - später einmal sehr unterschiedliche Anforderungen zusammen und habe von daher seinen besonderen Reiz: „Das ist vergleichbar mit unserem ver-zahnten Konzept im Projekt „Hub27“ im neuen Stadtteil Hubland. Die Planer und ausführenden Firmen sind nun gefordert, diesen durchdachten Mix harmonisch auszugestalten und umzusetzen.“  
 

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