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OB Rosenthal: "Das Zusammenleben von Menschen unterschiedlichster Herkunft und Kultur bietet die Chance, voneinander zu lernen"

Rund 500 Würzburgerinnen und Würzburger begrüßte Oberbürgermeister Georg Rosenthal zusammen mit seinen Amtskollegen Dr. Adolf Bauer und Marion Schäfer-Blake beim Neujahrsempfang der Stadt Würzburg.

Der Oberbürgermeister präsentierte eine aktuelle Stadtrats-Zwischenbilanz und ging auf viele laufende Großprojekte von der geplanten Attraktivitätssteigerung in der Innenstadt durch eine vergrößerte Fußgängerzone bis hin zur 25-Millionen-Euro- Baustelle Zeller Bock ein. Die Kinderbetreuungsquote, die Verabschiedung des Klimaschutzkonzepts oder auch eine Stärkung der Tagungs- und Kongressstadt durch neue Hotels und die nun anstehende CCW-Erweiterung waren weitere Erfolgsmeldungen aus 2012 bzw. bleiben wichtige Aufgaben für 2013.

Rosenthals Rede hatte aber - neben diesen konkreten politischen Handlungsfeldern - noch einen weiteren Schwerpunkt. Er zeigte auf, wie bunt Würzburg schon zu Lindahls, Petrinis und Oeggs Zeiten war und dies glücklicherweise auch heute ist. Rund ein Viertel der Würzburger hat einen Migrationshintergrund. Dies gelte es, nicht nur angesichts der demografischen Prognosen, als große Chance zu begreifen. Und wann könne man dies besser tun als 2013, wenn sich in Würzburg die Verleihung des Europastadt-Titels zum 40. Mal jährt? Und wer hätte diesen Gedanken, den Mitmenschen als Chance zu begreifen, mit mehr Leben füllen können als der zweite Festredner? Der äthiopische Journalist Addis Mulugeta, der im Dezember nach einer persönlichen Odyssee hier als Flüchtling anerkannt wurde und nun in Würzburg studiert. Er zeigte in einer mit langem Applaus bedachten Rede auf, dass er nun nach fast drei Jahren Leben in der Gemeinschaftsunterkunft, wo er die vielbeachtete Zeitschrift Heimfocus mit aufbaute, Würzburg als sein „Zuhause“ sieht.

„Wenn ich heute nach einer Reise aus dem Würzburger Bahnhof trete, sagt eine Stimme zu mir Gott sei Dank – du bist wieder daheim“, so Mulugeta über Würzburg. Er ist vor knapp drei Jahren als Flüchtling in der Gemeinschaftsunterkunft angekommen, hat auf der Flucht alles verloren und seine Heimat aufgegeben. „Als Flüchtling bin ich schon seit fast drei Jahren Ihr Mitbürger, aber nichts ist uns in der Gemeinschaftsunterkunft ferner als diese Gefühl, Bürger zu sein.“ Erst jetzt mit dem Aufenthaltstitel, den er im vergangenen Jahr bekommen hat, beginne das Leben neu „mit dem Gefühl, du bist frei, du bist angekommen, du gehörst dazu.“

Würzburg empfinde er, der bei seiner Flucht alles verloren hat, als eine lebendige Stadt, in der Menschen aus über 100 Nationen mit den Einheimischen gut und friedlich zusammenleben und die Stadt interessant machen. Würzburg sei eine Stadt mit einem reichen historischen Erbe, mit einer bekannten Universität und vielem mehr. Doch lese er wenig von Wertschätzung, Zufriedenheit oder auch Demut.

„Würzburg ist ein guter Ort zum Leben“, so Mulugeta. „Das ist keine Selbstverständlichkeit, das ist Glück“, betont Mulugeta: „Sie genießen alle die Meinungsfreiheit, Bewegungsfreiheit und verlässliche staatliche Strukturen. Sie können Ihren Glauben frei und ohne Angst praktizieren. Freuen Sie sich, seien Sie dankbar dafür! Gehen Sie hier nachher mit einem Lächeln heraus und sagen Sie zu sich selbst: Es ist gut, hier zu leben.“

Für ihn sei es wichtig, Menschen zu haben, die einem helfen, die Sprache zu lernen, die einem Kultur und Gepflogenheiten einer fremden Stadt erschließen. Denn erst dadurch könne er sagen: „Würzburg ist meine Stadt. Hier möchte ich mit Ihnen leben und nach gemeinsamen Wegen für uns alle suchen. Denn ich glaube fest daran: Uns alle verbindet viel mehr, als uns trennt.“

Hier finden Sie beide Reden im Original:

Die musikalische Umrahmung des Neujahrsempfanges gestaltete Maik Mondial.


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