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Ausstellung „Jenseits der Schärfe“ im Rathaus: Die „identitätsstiftende“ Kunst Justine Wodtkes

„Scharfe Bilder langweilen mich schnell. Auf meinen Fotografien entdecke ich hingegen immer neue Facetten und neue Realitäten", die Berliner Künstlerin Justine Wodtke will mit ihrer „unfokussierten" Fototechnik irritieren.

Das Auge des Betrachters muss in die Werke regelrecht eintauchen. Es dauert bis man Motive in diesen mit der Kamera gemalten Aquarellen erkennt. Sehr häufig sind dies menschliche Umrisse. Und wenn sich diese abzeichnen, bleibt noch viel Raum für die Phantasie, bis man ihren jeweiligen Leben auf die Spur kommt.

„Ihre Fotografien spiegeln wider, dass Justine Wodtke bis 2006 ein unsicheres und irritierendes Leben führte, da ihr gefühltes Geschlecht nicht mit ihrer gelebten Geschlechterrolle übereinstimmte. Sie wurde als Junge geboren und entsprechend erzogen. Obwohl sie sich bereits in ihrer frühen Kindheit als Mädchen empfand, musste sie die männliche Rolle, die nie ihre eigene war, leben", gab Bürgermeister Dr. Adolf Bauer bei der Eröffnung der Ausstellung „Jenseits der Schärfe" im Foyer des Rathauses einen Einblick in die Biographie Wodtkes, den die Künstlerin noch vertiefte. Sie sprach offen darüber, dass sie als IT-Systementwicklerin und Unternehmensberaterin in der Welt herumkam, aber sozusagen nie zu einer inneren Ruhe fand. Heute ist Justine Wodtke im Ruhestand – im doppeltem Sinn: auch ihr biologisches und ihr soziales Geschlecht sind heute endlich im Einklang.

Dr. Zohreh Salali und Aniela Hannig von der Gleichstellungsstelle der Stadt Würzburg widmen dem Thema Transidentität bzw. Transgender nicht nur diese Ausstellung, die noch bis zum 30. Juli im Rathaus zu sehen ist, die Künstlerin leitte auch einen Workshop im Rathaus, der auf diese Diversity-Dimension der sexuellen Identität aufmerksam machte. Wodtke engagiert sich in Berlin in Selbsthilfegruppen und Initiativen wie dem Sonntags-Club und war somit für die Gleichstellungsbeauftragte Dr. Salali eine ideale Partnerin, um auch in Würzburg ein größeres Bewusstsein zu schaffen für einen oft verdrängten Konflikt, den weltweit Millionen Menschen in sich tragen oder trugen. Irritierende Kunst sei dafür ein passendes Medium: „Irritation bedeutet nichts anderes als reizen und ein solcher Reiz kann auch für den Betrachter eine kreative Kraft sein."

 

Georg Wagenbrenner
Künstlerische und gesellschaftliche Mission: Die Fotografin Justine Wodtke im Gespräch mit Bürgermeister Dr. Adolf Bauer, der Gleichstellungsbeauftragten der Stadt Würzburg Dr. Zohreh Salali (Mitte) und Aniela Hannig bei der Ausstellungseröffnung im Würzburger Rathaus.

 

 

 


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