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Würzburg baut seine Bushaltestellen barrierefrei um

Für alle Menschen mit besonderen Bedürfnissen: vom Rollstuhlfahrer bis zum Fahrgast mit viel Gepäck

Mit 150.000 Euro lässt sich einiges anstellen: Eine gut ausgestattete Ein-Zimmer-Wohnung in Würzburg kaufen, oder einen Mercedes-AMG GT Roadster, oder einen Quadratmeter im Miniatur-Wunderland in Hamburgs Speicherstadt. Die Stadt Würzburg hingegen gibt jährlich 150.000 Euro für den barrierefreien Umbau von Bushaltestellen aus. An 540 Bushaltestellen werden auf Würzburgs Stadtgebiet die Passagiere mitgenommen, barrierefrei sind bislang 204. In diesem Jahr wurden acht weitere umgebaut, noch einmal 15 sind zum Umbau in 2017 vorgesehen.

Barrierefreier Umbau bedeutet in erster Linie die Anpassung der Borde an Niederflurfahrzeuge, damit Fahrer von Rollstühlen den Bus ohne Höhenunterschied befahren und verlassen können. Dazu wird der Bordstein vorgezogen und höher gelegt. Feste und rutschhemmende Oberflächen werden im Wartebereich verlegt, bessere Barrierefreiheit auch durch ausreichende Längen bzw. spezielle Bauformen der Borde erreicht. DIN-Normen und Regelwerke geben die technische Ausgestaltung vor. Im Zuge fortschreitender Inklusion hat der Gesetzgeber in der Novellierung des Personenbeförderungsgesetzes eine politische Zielbestimmung verankert: Die Aufgabenträger werden verpflichtet, in Umsetzung der UN-Behindertenrechtskonvention, bis 2022 das Ziel zu verfolgen, vollständige Barrierefreiheit im gesamten ÖPNV in Deutschland zu erreichen. Der Weg zum Ziel bleibt nach örtlichen Standards den Kommunen vorbehalten, denn barrierefreie Haltestellen müssen den örtlichen Gegebenheiten angepasst sein. So bedarf eine barrierefreie Haltestelle beispielsweise auch eines barrierefrei zugänglichen Haltestellenumfeldes, damit Betroffene sie überhaupt erreichen können.

Die Maxime heißt: Menschen mit besonderen Bedürfnissen müssen die ÖPNV-Angebote ohne besondere Erschwernis und ohne fremde Hilfe erreichen und nutzen können. Barrierefreiheit bezieht sich somit nicht nur auf Menschen, die auf Rollstühle angewiesen sind, sondern auch auf Eltern mit Kinderwägen, Gehbehinderte, Arm- und Handbehinderte, Klein- und Großwüchsige, Sehbehinderte, Blinde, Schwerhörige oder Gehörlose, geistig Behinderte, ältere Menschen, Übergewichtige, Kleinkinder. Mobilitätseingeschränkt kann aber jeder sein, wie diese Beispiele zeigen: Fahrgäste mit viel Gepäck, Eltern mit Kinderwagen, Radfahrer mit Rädern, Menschen mit Einkaufswagen, mit Hunden, werdende Mütter. Sie alle profitieren von barrierefrei ausgebauten Haltestellen.

Barrierefrei ausgebaute Haltestellen in 2017:

Thüringer Straße stadtauswärts

Unterdürrbach Kirche

Albert-Einstein-Straße

Am Hungrigen Bühl stadtaus- und stadteinwärts

Seibertsklinge stadtauswärts

Gegenbaurstraße Richtung Keesburg

Albert-Hoffa-Straße stadtauswärts im Rahmen der Anpassung der Straße Am Galgenberg

 

Zum Umbau in 2017 vorgesehen:

Hessenstraße Richtung Versbach mit Halle, zurzeit im Bau

Hessenstraße Richtung Lengfeld, zurzeit im Bau

Mittlere Heerbergstraße Richtung Versbach

Mittlere Heerbergstraße Richtung Lengfeld mit Halle

Frankenstraße Nord Richtung Hessenstraße

Frankenstraße Nord Richtung Frankenstraße mit Halle

Oberdürrbach Kirche stadteinwärts

Oberdürrbach Kirche stadtauswärts mit Halle

Vogel-Media mit Halle

Allendorfweg

Nikolaus-Fey-Straße stadtauswärts

Nikolaus-Fey-Straße stadteinwärts

Seibertsklinge stadteinwärts

Gegenbaurstraße Richtung Stadt

Albert-Hoffa-Straße stadteinwärts im Rahmen der Anpassung der Straße Am Galgenberg

 

Höhere Bordsteine, rutschhemmender Belag: Die Bushaltestelle Hessenstraße, hier in Richtung Lengfeld, wird zur barrierenfreien Haltestelle umgebaut. V.li.: Stefan Orlob (Verkehrsplanung, Fachbereich Tiefbau Stadt Würzburg), Stadtbaurat Professor Christian Baumgart, Tiefbau-Chef Jörg Roth, Ralf Hilbert und Thomas Oppelt.

Foto: Claudia Lother

(11.09.2017)

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