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Goldenes Leben - Claire Huang

Was im Leben kostbar ist

Kolping-Akademie zeigt Ausstellung „Goldenes Leben“ der Künstlerin Claire Huang

„Früher“ konnte man mit ziemlicher Sicherheit wissen, was morgen ist. Was in einer Woche. In einem Monat. Wir machten Pläne. Und die gingen auch meistens auf. Das ist seit Ausbruch der Corona-Krise nicht mehr so. Gerade Künstlerinnen und Künstler hat die Krise schwer gebeutelt. Auch Claire Huang war betroffen. In ihrer aktuellen Ausstellung „Goldenes Leben“, die seit 28. September im Kolping-Center Mainfranken zu sehen ist, möchte die Künstlerin dennoch bewusst den Blick auf das Schöne lenken.

Jammern bringt uns nicht weiter. Es hilft vielleicht für einen Moment, Frust abzulassen. Es kann für Augenblicke erleichtern. Doch wäre nicht die viel bessere Lösung, den Blick auf das zu lenken, was trotz Krise und Unsicherheit nach wie vor schön ist? Wunderschön ist zum Beispiel die Natur, wie Claire Huang sie in ihrem abstraktem Acrylbild „Goldener Wald“ eingefangen hat. Wunderschön sind vor allem Blumen. Die Künstlerin aus Mainstockheim im Kreis Kitzingen bannt Amaryllis, Mohn- und Pflaumenblumen, Pfingst- und Winterrosen feinfühlig auf die Leinwand.

Es gilt derzeit mehr denn je, den Mut zu einem Leben im Hier und Jetzt aufzubringen. Und sich nicht verstricken zu lassen in düstere Gedanken. Claire Huang hat diesen Mut. Wie sie überhaupt schon oft in ihrem Leben Mut bewiesen hat. Allein ihr künstlerischer Weg ist mutig. Der begann vor 40 Jahren in Taiwan. Dort wuchs die kleine Claire, deren Eltern hart arbeiten mussten, bei ihrem Großvater auf. „Der hat immer mit Kugelschreiber hinten auf die weiße Rückseite von Kalenderblättern gezeichnet“, erzählt die Künstlerin. Das habe sie als Kind völlig fasziniert: „Zeichnete mein Opa ein Haus, sah das dreidimensional aus, das wirkte damals auf mich wie Zauberei.“

Claire Huangs Großvater wollte mit seiner Kunst nicht die Welt verändern. Er malte rein um des Vergnügens willen. Er malte Schönes. So wie Claire Huang das heute tut. Zwischen ihren ersten, kindlichen Malversuchen und ihrer heutigen, versierten Kunst liegt ein langer Weg. Für Claire Huangs Eltern wäre es undenkbar gewesen, die Tochter Künstlerin werden zu lassen: „Ich studierte deshalb BWL.“ Dazu kam sie nach Deutschland. Doch die Leidenschaft dafür, mit Farben zu „zaubern“, blieb in ihr lebendig. Vor knapp zehn Jahren brach sie sich Bahn: „Ich kaufte mir erstmals wieder Acrylfarben.“ Nach jahrelanger „Abstinenz“ stieg Claire Huang neuerlich ins Kunstschaffen ein.

Inzwischen wurde ihr mehrfach schon eine sehr gute künstlerische Leistung bescheinigt. Claire Huang setzt sich aber auch intensiv mit Techniken und vor allem mit Farben auseinander. In der aktuellen Ausstellung steht Gold im Mittelpunkt. Gold symbolisiert die Schönheit. Das Glänzende. Gold steht jedoch auch für „Goldene Regeln“. Eine goldene Regel lautet für Claire Huang, dass man sich nicht an Dingen aufreiben darf, die nicht zu ändern sind: „Man kann versuchen, sie besser zu machen, oder man muss sein Leben anpassen.“ Sie verdeutlicht, was sie meint, mit einem Vergleich: „Man kann nicht kontrollieren, wann die Sonne aufgeht, doch entscheiden, wann man aufsteht.“

Womöglich hat inzwischen auch ein Prozess des Umdenkens eingesetzt. Vor allem scheint die Liebe zur Natur in immer mehr Menschen erwacht zu sein. Denn selbst dann, wenn gar nichts mehr ging, war es im vergangenen Jahr möglich gewesen, die Natur zu genießen. In ihren poetischen, oft vom asiatischen Malstil inspirierten Werken stellt Claire Huang die Natur in sehr berührender Weise dar. Aber auch auf Menschen geht sie ein. So sind drei Porträts von Audrey Hepburn zu sehen. Faszinierend findet Claire Huang außerdem Tänzerinnen. In zwei Gemälden zeigt sie Balletttänzerinnen, deren Tanzposen korrespondieren.

Man kann eine Chance sehen oder man kann sie verpassen. Das hängt ganz davon ab, ob man die Augen öffnet. Oder nicht. Claire Huang hält ihre Augen weit geöffnet. Sie sucht und sie findet das Schöne. In ihren Bildern, sagt sie, will sie zeigen, was das Leben so kostbar macht. Gleichzeitig verfolgt sie noch eine andere Absicht: „In vielen meiner Gemälde ist aus dem Grund nicht allzu viel zu sehen, damit der Betrachter davor entspannen kann.“ Claire Huang selbst kommt durch ihr Kunstschaffen zur Ruhe. Diese Ruhe, die von ihren Bildern ausgeht, möchte sie auch den Betrachterinnen und Betrachtern schenken. Gerade in den aktuell aufwühlenden Zeiten.

Menschen, die glücklich sein wollen, sollten tunlichst auf zu starkes Grübeln verzichten. Sie sollten den Blick von sich selbst lösen. Sollten ihn in die Welt schweifen lassen. Und auf Entdeckungsreise gehen. Dazu fordert die Ausstellung “Goldenes Leben” auf. Und dazu motiviert Claire Huang als Person. Auch sie musste im letzten Jahr, als Ausstellungen nicht mehr möglich waren, neue Wege finden. So kam sie dazu, ein Kinderbuch für Jungen und Mädchen in Taiwan zu gestalten: „Im Mittelpunkt steht eine in Taiwan berühmte Frau mit einem goldenen Herzen.“
 

Zu sehen ist die Ausstellung „Goldenes Leben“ in der Galerie im Treppenhaus des Kolping-Centers, Kolpingplatz 1, bis einschließlich 28. Februar 2022.

Öffnungszeiten:

Mo bis Fr von 08.00 bis 20.00 Uhr
Sa von 08.00 bis 17.00 Uhr
und in den bayerischen Schulferien Mo bis Fr von 08.00 bis 18.00 Uhr.

Rubrik: Ausstellung / Messe
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