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Flensburger Erklärung der Frauen- und Gleichstellungsbeauftragten Deutschlands verabschiedet Digitalisierung unter Aspekten der Geschlechtergleichstellung

Pressemitteilung Stadt Würzburg
Würzburg, 08. September 2021
An der 26. Bundeskonferenz der kommunalen Frauen- und Gleichstellungsbeauftragten Deutschlands nahm auch die Gleichstellungsbeauftragte für Frauen und Männer der Stadt Würzburg teil. Die Themen, denen sich die rund 400 Frauen- und Gleichstellungsbeauftragten in Foren, Vorträgen und Workshops austauschten, waren Digitalisierung unter dem Aspekt der Geschlechtergerechtigkeit, die Arbeitssituation der Pflegebranche, Gewalt gegen Frauen, die Notwendigkeit kostenfreier Verhütungsmittel und die Abschaffung der § 218 und 219a StGB. Bei der Bundeskonferenz wurde einstimmig die „Flensburger Erklärung“ verabschiedet, mit der die Frauen- und Gleichstellungsbeauftragten feststellen: „Gleichstellungspolitik hat in den vergangenen Jahrzehnten in vielen Bereichen Fortschritte erzielt. Dazu beigetragen hat die engagierte Arbeit der kommunalen Frauen- und Gleichstellungsbeauftragten und ihrer Netzwerkpartner*innen. Der digitale Wandel kann nur gelingen, wenn er gleichstellungsorientiert gestaltet wird. Die Arbeits- und Unternehmenskultur in der Digitalwirtschaft muss sich verändern: hin zu mehr Vielfalt. Unsere digitalen Weichen sind auf Zukunft und Wandel gestellt.“
„Unser Ziel ist es, alle Menschen beim digitalen Wandel mitzunehmen. Wie wir die Digitalisierung so gestalten, dass Frauen und Männer gleiche Verwirklichungschancen haben, steht im Mittelpunkt des Dritten Gleichstellungsberichts der Bundesregierung. Der Bericht gibt uns wertvolle Impulse für unsere weitere Politik“, so Bundesfrauenministerin Christine Lambrecht. „Gleichstellung muss die Wechselwirkungen zwischen Geschlechterverhältnis und Digitalisierung berücksichtigen. Damit kann ein Beitrag zum Abbau struktureller Ungleichheiten, Geschlechtsstereotypen und Diskriminierungen geleistet werden“, stellt auch Petra Müller-März klar, Gleichstellungsbeauftragte für Frauen und Männer der Stadt Würzburg.
Der Handlungsbedarf ist groß, wie aktuelle Zahlen zeigen:
  • Der Frauenanteil in der Digital- und Informatikbranche liegt bei lediglich 16 Prozent. Im Topmanagement sind Frauen in der Digitalbranche eine Seltenheit. Der Gender Leadership Gap liegt hier bei 5:1.
  • Homeoffice und Care: Frauen und Männer weiten im Homeoffice ihre unbezahlte Sorgearbeit aus, allerdings Frauen stärker als Männer.
  • Der Teilzeitanteil von Frauen in IT-Berufen liegt bei 19 Prozent, bei den Männern bei 5 Prozent. (Durchschnitt bei anderen Berufen: Frauen bei 31 Prozent, Männer bei 8 Prozent)
  • Nur ein Drittel aller Studienanfänger*innen in MINT-Fächern sind Frauen. Seit 20 Jahren hat sich der Frauenanteil in der Informatik nur um 5 Prozent auf 22 Prozent gesteigert.
  • 70 Prozent aller Frauen im Internet haben bereits Bedrohungen und Beleidigungen erlebt. Digitale Gewalt hat fatale Folgen. 19 Prozent aller Betroffenen ziehen sich nach dem Erlebten aus dem Diskurs zurück.
Nur eine konsequente Gleichstellungspolitik auf allen staatlichen Ebenen könne Abhilfe schaffen, zudem wird mehr Schutz vor geschlechtsbezogenem Hass im Netz gefordert, da im digitalen Raum ein hohes Gefährdungspotential durch geschlechtsbezogene Gewalt und sexualisierte Belästigung bestehe. Weitere Informationen zur Konferenz auf www.frauenbeauftragte.deexterner Link.
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