Statement AGABY: Kriminalität zu ethnisieren leistet Rassismus Vorschub

Bayerns Polizei soll die Nationalität von Verdächtigen bei Straftaten in ihrer Pressearbeit künftig aktiv nennen. Diese Anweisung aus dem Bayerischen Innenministerium gilt ab dem 01. Oktober 2025.

Der Dachverband der Bayerischen Ausländer-, Migranten- und Integrationsbeiräte (AGABY) veröffentlicht am 01.Oktober 2025 folgende Stellungnahme dazu.

Stellungnahme AGABY: 



Per Anweisung zum 1. Oktober hat der Bayerische Innenminister Joachim Herrmann verfügt, dass die Polizei bei Straftaten „grundsätzlich aktiv“ die Nationalität der Verdächtigen angeben soll.

AGABY,externer Link der Dachverband kommunaler Ausländer-, Migranten- und Integrationsbeiräte Bayerns, kritisiert die neue Regelung des Bayerischen Innenministeriums scharf.externer Link

„Die Angabe der Nationalität bei Straftaten bedeutet die Ethnisierung der Straftaten. Die Politik soll sich fragen, wem und was es nutzt. AFD feiert bereits, dass sie wirke“, erklärt Mitra Sharifi, Vorsitzende der AGABY und erläutert weiter:

„Wir wissen, dass Straftaten von Menschen nicht-deutscher Herkunft viel größere Aufmerksamkeit bekommen als Straftaten ohne Migrationsbezug und auch mehr als die Beiträge, die Migrantinnen und Migranten für Wirtschaft und Gesellschaft leisten."

"Hinzu kommt, dass Straftaten krimineller, international agierender Banden der migrantischen Bevölkerung zugeschrieben werden. So ist bereits jetzt die Erzählung über Migrationsgesellschaft einseitig negativ geprägt.
Kriminalität zu ethnisieren, leistet Rassismus Vorschub und führt zur Kriminalisierung ganzer Bevölkerungsgruppen.
Und das ist Gift für eine Gesellschaft, die von Migration geprägt ist, Migration braucht und auch in der Zukunft mit ethnischer Vielfalt leben muss.“

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