Urkunde des Arbeitskreises Stolpersteine: Bauhof unterstützt Künstler Gunter Demnig
Seit 1995 ist Gunter Demnig unterwegs und greift weiterhin auch selbst zur Maurerkelle, um die Gedenksteine bei kleinen Festakten auf Plätzen und Gehwegen zu verankern. Auch nach Jahrzehnten des leidenschaftlichen Einsatzes im Zeichen der Erinnerungskultur stehen die historisch belegten Opferzahlen und die verlegten Steine noch immer in einem (Un-)Verhältnis, das kaum zu fassen ist. Aber Zehntausende Tote wurden bereits der Anonymität der Masse entrissen und dokumentieren nun persönlich, zu welchen Gräueltaten der Faschismus in der Lage war. Der Künstler hat sich über die Jahre ein Helfer-Team aufgebaut, um Termine zu koordinieren oder die umfangreiche Online-Datenbank zu pflegen. Ohne Unterstützung geht es nicht.
In Würzburg fand nun bereits die 35. Verlegung von Stolpersteinen statt und bei dieser Gelegenheit dankte der örtliche Arbeitskreis einem weiteren langjährigen verlässlichen Partner, dem Bauhof der Stadt Würzburg. Seit einigen Jahren wird Demnig in Würzburg von Mitarbeitern des Fachbereichs Tiefbau unterstützt, wenn es um diese sensiblen Pflasterarbeiten geht. Dafür gab es nun eine Urkunde mit einem Zitat von Dr. Josef Schuster, Präsident des Zentralrats der Juden in Deutschland und Ehrenbürger dieser Stadt, der den Stolperstein-Ansatz vor einigen Jahren prägnant auf den Punkt brachte: „Der Eine oder Andere stolpert auch gedanklich darüber, und gar nicht so wenige Menschen fangen das Denken an.“
Pflastersteine, in Andenken an frühere Mitbürgerinnen und Mitbürger: Der Städtische Bauhof unterstützt die Stolperstein-Verlegungen in Würzburg seit Jahren tatkräftig, nun gab es eine Urkunde des Arbeitskreises. Von links: Marco Brückner, Sandro Zipprich und Benjamin Heller. Foto: Michael Stolz.
(15.07.2025)