Lesecafé erstrahlt im neuen Glanz
Eine riesige Auswahl an Zeitungen und Zeitschriften, einladendes bequemes Mobiliar, ein Kaffeevollautomat ohne Konsumzwang, freies WLAN, warmes Licht und rundherum die mehrfach ausgezeichnete Stadtbücherei mit hilfsbereitem und hochmotiviertem Team: wo könnte man sich besser übers Weltgeschehen informieren, recherchieren, arbeiten, eine Kaffeepause einlegen oder auch mit den unterschiedlichsten Menschen ins Gespräch kommen?
Bürgermeisterin Dr. Sandra Vorlová erinnerte sich bei der Eröffnung des von Grund auf neu gestalteten Lesecafés in der Stadtbücherei im Falkenhaus an ihre Zeit als Neuankömmling in Würzburg, als sie selbst sehr gerne das Vorgänger-Café - mit noch nicht ganz so bequemen Stühlen - aufgesucht habe. Dieser Begegnungsort, dieses Wohnzimmer direkt am Oberen Markt, habe ihr geholfen, sich schnell in Würzburg heimisch zu fühlen.Â
Das Konzept des Dritten Orts hat im Erdgeschoss des Falkenhauses eine besonders gelungene praktische Umsetzung zu bieten. Hier braucht es nicht einmal einen Leseausweis, um dazuzugehören. Büchereileiterin Dr. Irina Turner hängte in ihrer kurzen Begrüßung die Bedeutung der kommunikativen Einrichtung ganz bewusst hoch: „Dieses Café ist eine unserer Waffen zur Verteidigung der Demokratie. Warum? Hier begegnen sich echte Menschen – mit den verschiedensten Migrationsgeschichten, Menschen aller Generationen, aller sozialen Schichten und politischen Lager.“ Dieses respektvolle Mit- und Nebeneinander dürfte nicht jedes Café auszeichnen, was mit kleinen Details zu tun hat. Hier reserviert man keinen Tisch, hier kommt keine Bedienung und drängt zur Bestellung, hier teilt man sich eine Zeitung und hier kann man über viele Themen ganz offensichtlich noch sehr viel mehr erfahren, den eigenen Horizont erweitern.
Die Liste der Personen und Institutionen, die diesen Ort ermöglicht haben ist lang, Kulturreferent Benedikt Stegmayer freute sich, unter den zahlreichen Gästen auch die frühere Leiterin der Stadtbücherei Martha Maucher begrüßen zu dürfen. Bereits im Bibliotheksentwicklungsplan von 2022 ist das Lesecafé genau beschrieben, und zahlreiche Ausgestaltungsdetails wurden nun sicher noch liebevoller als in der ursprünglichen Planung. Ob nun die Präsentation der „Bibliothek der Dinge“ unter einer charmanten Neonreklame, oder die Wand gegenüber der Zeitschriftenfächer. Hier können die Besucherinnen und Besucher eine richtige Entdeckung machen. Der gefragte Würzburger Künstlers Jaroslav Drazil hängte hier als Dauerleihgabe sein Gemälde „Aurora Sei“ aus dem Zyklus „Fremde Heimat“ auf, welches sehr gut zum Charakter des Zusammentreffens passt. Wie auch die lebensgroßen Holzskulpturen von Hilde Würtheim, die vom Innenhof der Bücherei aus ins Café blicken und im Zuge der Neueröffnung von der Künstlerin ebenfalls restauriert wurden. Unterstützung erfuhr das Projekt durch die Sparkassenstiftung, die Vogel Stiftung, den Förderverein und die Zimonia-Richter-Stiftung. Auch der Bayerische Bibliothekspreis 2024 habe es laut Turner ermöglicht, dass man das Lesecafé wieder zum Glänzen bringen konnte.
(23.10.2025)