Hilfsorganisationen ehren Jubilare: Das Ehrenamt hat viele Gesichter, mitunter auch sehr bekannte

„(Noch) ein Ehrenamt? Woher soll ich die Zeit dafür nehmen?“, schrecken regelmäßig Menschen vor neuen Aufgaben und Ämtern in der Freizeit zurück und natürlich ist in Vereinen oder Hilfsorganisationen insbesondere auch eine gute Selbstorganisation gefragt. Zwei Würzburger Promis können mit ihren beeindruckenden Ehrenamtsgeschichten vielleicht diese Angst vor der Überforderung etwas nehmen und zeigen, dass sich auch sehr viele Aufgaben und Missionen erfolgreich kombinieren lassen.

Dr. Josef Schuster wurde nun im Würzburger Rathaus für 50 Jahre beim BRK, davon 40 Jahre in der Ortsgruppe der Würzburger Wasserwacht, geehrt. Hans Werner Loew erhielt ebenfalls eine Auszeichnung aus den Händen von Oberbürgermeister Martin Heilig. Er engagiert sich seit nunmehr 40 Jahren an der Spitze des Arbeiter-Samariter-Bundes (ASB) in Würzburg beziehungsweise Unterfranken. Der ehemalige Landtagsabgeordnete und langjährige SPD-Fraktionsvorsitzender im Stadtrat begleitete wichtige Meilensteine wie den Neubau des ASB-Sozialzentrums am heutigen Sitz am Mittleren Greinbergwegs und sorgte mit Weitblick für eine Reihe von Fusionen, die zum heutigen leistungsstarken ASB Unterfranken führten.

Dr. Josef Schuster wiederum ist wahrscheinlich der bisher einzige Vorsitzende des Zentralrats für Juden in Deutschland, nach dem auch ein Motorrettungsboot benannt wurde. Der Internist brachte sein berufliches Knowhow auch im Ehrenamt ein und begleitet seit vielen Jahren alle Taucher und weiteren Helfer, die zur jährlichen Untersuchung „G31 Arbeiten unter Überdruck“ vorstellig wurden. Für diese regelmäßigen Checks fand der Würzburger Ehrenbürger immer Platz im Kalender, auch wenn er bekanntlich zudem der Vorsitzende der Israelitischen Gemeinde in Würzburg ist und sich auf Bezirk-, Landes-, Bundesebene sowie international ebenfalls für einen Dialog der Religionen und Kulturen einsetzt, wenn er nicht gerade als Mitglied des Deutschen Ethikrats gefragt ist.

BRK, ASB und THW stehen laut Oberbürgermeister Heilig gemeinsam für die Kultur des Helfens, die bei uns eine stolze und unverzichtbare Tradition habe: „Ihre drei Organisationen bilden zusammen ein starkes, synergetisches Netz der Sicherheit und Hilfe, das unser Land und unsere Stadt entscheidend mitträgt. Ohne ihren Einsatz, ihre Expertise und ihren Idealismus wäre unsere Gesellschaft um vieles ärmer!“

Das Große Ehrenzeichen für 50-jährige Dienstzeit beim BRK wurde zudem Rita Mocker verliehen. Trotz ihrer selbstständigen Tätigkeit war sie beispielsweise in Güntersleben viele Jahre eine verlässliche Bereitschaftsleiterin. Auch in Ochsenfurt und Versbach kennt man sie, denn sie hat das verantwortungsvolle Ehrenamt stets mitgenommen.

Daniel Hüsam sieht nicht unbedingt so aus wie jemand, der für 40 Jahre BRK-Dienst ausgezeichnet werden soll, denn er ist bereits seit Kindheitstagen Mitglied. Seit dem Studium ist er in Würzburg aktiv und die Liste seiner Verdienste ist lang. So wäre der Neubau der Garage am Wasserwacht in der Mergentheimer Straße ohne sein Zupacken und Organisieren wohl nicht möglich gewesen. Seine vielen Fähigkeiten in der Wasserrettung brachte er selbst aktiv ein und qualifizierte andere durch entsprechende Schulungen. Besonders wertvoll ist auch seine „Fahrlehrer“-Tätigkeit. Immer seltener reichen die normalen Führerscheine aus, um große Fahrzeuge mit Anhänger führen zu dürfen.

Ein Jahrhundert Ehrenamt verteilt sich schließlich noch auf folgende vier Personen: Elisabeth und Christian Hupp sind beide seit 25 Jahren für die BRK-Bereitschaft aktiv - zunächst in Waldbüttelbrunn, heute in Würzburg. Er übernahm Verantwortung als Bereitschaftsleiter. Elisabeth Hupp ist als Sanitäterin beispielsweise Teil der Schnelleinsatzgruppe und viele dürften sie durch den jahrelangen Einsatz bei Blutspende-Aktionen kennen.

Die THWler Maik Richter und Michael Rüger-Kronewald haben gemeinsam, dass sie ihre fachliche Kompetenz durch Lehrgänge immer weiter ausgebaut haben. Entsprechend waren sie beide wertvolle Stützen bei Katastrophen oder Lagen, die es in die Schlagzeilen geschafft haben. Als Bereichsausbilder Kraftfahrer brachte Rüger-Kronewald das technische und logistische Knowhow mit um bei einem Hochwasser wie 2013 in Passau zu helfen. Richter wiederum glänzt durch IT-Kompetenz und war beispielsweise Fachberater in der Führungsgruppe Katastrophenschutz der Stadt Würzburg während der Corona-Pandemie. Auch er half bei herausfordernden Hochwasserkatastrophen wie 2003 in Magdeburg und 2013 in Passau.

Ehrenzeichen2025-14
Ehrenzeichen2025-14
Für Organisationen im Einsatz, die sich dem Retten, Helfen, Pflegen verschrieben haben: Oberbürgermeister Martin Heilig ehrte im Rathaus langjährige Mitglieder von THW, ASB und BRK. Von links: Elisabeth Hupp, Stadtrat Willi Dürrnagel, Christian Hupp, Oberbürgermeister Martin Heilig, Daniel Hüsam, Rita Mocker, Stadtrat Wolfgang Roth, Bürgermeisterin Judith Roth-Jörg, Dr. Josef Schuster, Stadtrat Emanuele La Rosa, Hans Werner Loew, Stadtrat Udo Feldinger, Michael Rüger Rüger-Kronewald und Maik Richter. Foto: Georg Wagenbrenner

(26.11.2025)

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