Fränkische Zweckverbände kooperieren bei der Klärschlammverwertung

Der Zweckverband Klärschlammverwertung Main-Tauber-Aisch (ZKMTA) wurde am 01.08.2025 gegründet. Mitglieder sind aktuell fast 50 Städte, Gemeinden, und Zweckverbände mit Kläranlagen aller Größenklassen und einem Gesamtaufkommen von ca. 60.000 t entwässerten Klärschlamms mit einem Trockensubstanz (TS)- Gehalt von durchschnittlich ca. 25 %.

Der Zweckverband Abfallwirtschaft Raum Würzburg (ZVAWS) betreibt in Würzburg das Müllheizkraftwerk (MHKW) und gewährleistet damit die Entsorgungssicherheit für etwa 900.000 Menschen sowie Betriebe in seinem Einzugsbereich. Die Wärmeerzeugung am MHKW erfolgt nach dem Prinzip der Kraft-Wärme-Kopplung (KWK), wobei neben Strom auch Fernwärme für die Stadt Würzburg und angrenzende Gebiete bereitgestellt wird (aktueller Anteil an der städti-schen Wärmeversorgung: ca. 50 %). Dennoch fällt Abwärme an, die energetisch ungenutzt an die Umgebungsluft abgegeben wird.

Der ZKMTA stellt die Entsorgungskapazität für kommunalen Klärschlamm in seinem Einzugsbereich in Franken und dem angrenzenden Baden-Württemberg sicher. Der Erste Verwertungsschritt soll dabei die Trocknung sein, bei der in einer zentralen Trocknungsanlage rund 75 % des Wassers entzogen und der Trockensubstanzgehalt so von durchschnittlich 25 % auf 90 % gesteigert wird.
Auf dem Gelände des MHKW soll eine solche innovative Klärschlammtrocknungsanlage entstehen. Erstmals wird damit am Standort eines bestehenden Müllheizkraftwerks eine system-integrierte Trocknungsanlage für kommunalen Klärschlamm realisiert, deren Technik auf bisher ungenutzter Abwärme basiert. Damit soll ein Abfallprodukt (Klärschlamm) in einen klimaneutra-len Brennstoff umgewandelt werden, dessen Heizwert dem von Braunkohle gleichkommt. 

Da sich das Gewicht des Klärschlamms während der Trocknung um ca. 75 % verringert, werden in entsprechendem Umfang Emissionen für den Weitertransport des Trockenmaterials zur thermischen Verwertung in einer Monoverbrennung vermieden. Monoverbrennung bedeutet, dass der Klärschlamm ohne Vermischung mit anderem Material verbrannt wird, so dass der in der Asche enthaltene Phosphor zurückgewonnen werden kann.


Das Fundament für die enge und dauerhafte Kooperation zwischen den Verbänden wurde durch die Mitgliedschaft des ZVAWS beim ZKMTA gelegt und die Übertragung der Teilaufgabe Klärschlammtrocknung auf den ZVAWS.


Die Ausführung dieser Aufgabe und die langfristigen Grundlagen ihrer Zusammenarbeit haben ZKMTA und ZVAWS nun in einem öffentlich-rechtlichen Vertrag festgehalten, der am 16.12.2025 im Wenzelsaal des Würzburger Rathauses durch die Verbandsvorsitzenden Stadtbaureferent Benjamin Schneider (ZKMTA) und den Würzburger Landrat Thomas Eberth (ZVAWS) im Beisein von OB Martin Heilig sowie der Geschäftsleiter Joachim Endres (ZKMTA) und Alexander Kutscher (ZVAWS) unterzeichnet wurde.


Oberbürgermeister Heilig ist überzeugt: „Durch die enge Zusammenarbeit bei der Klärschlammverwertung stärken die beiden Zweckverbände ZKMTA und ZVAWS die Kreislaufwirtschaft und tragen dazu bei, gesetzliche Umwelt- und Klimaziele leichter zu erreichen. Die Stadt Würzburg unterstützt dabei verwaltungsseitig den ZKMTA in der Organisation und mit Personal.“


Landrat Eberth unterstreicht die regionalpolitische und volkswirtschaftliche Bedeutung der Kooperation: „Was hier entsteht ist ein starkes Zeichen der Entschiedenheit, die Zukunftsaufgaben im Interesse der Bürgerinnen und Bürger auf kommunaler Ebene nachhaltig selbst zu lösen. Durch die Kooperation der beiden Zweckverbände verbinden wir vorhandene und neu entstehende Infrastruktur auf innovative Weise und halten die Wertschöpfung in unserer Region!“  


Vertragsunterzeichnung Wenzelsaal-1
Vertragsunterzeichnung Wenzelsaal-1
Vertragsunterzeichnung im Würzburger Rathaus: Von links: Stadtbaurefernt Benjamin Scheider, Geschäftsleiter Joachim Endres (beide ZKMTA), Oberbürgermeister Martin Heilig, Landrat Thomas Eberth und Geschäftsleiter Alexander Kutscher (ZVAWS). Foto: Georg Wagen-brenner

(18.12.2025)

>>> zurück