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Kommunaler Aktionsplan Inklusion

Kommunaler Aktionsplan Inklusion geht nun in die Umsetzung
250 Seiten, ein Grund zum Feiern

Die Stadt Würzburg hat als eine der ersten Kommunen in Bayern in 2-jähriger intensiver Erarbeitungszeit einen Kommunalen Aktionsplan zur Umsetzung der UN-Konvention über die Rechte von Menschen mit Behinderungen am 10. April 2014 im Stadtrat beschlossen.

Weitere Informationen zum Kommunalen Aktionsplan und Zusammenfassung des Erarbeitungsprozesses:

26.03.2009

UN-Konvention über die Rechte von Menschen mit Behinderungen - UN-BRK - in Kraft getreten
11.04.2011Interfraktioneller Antrag des Stadtrats: Die Verwaltung wird beauftragt, einen Kommunalen Aktionsplan zur Umsetzung der UN-BRK zu erstellen
02.07.2012Hauptausschuss: Konzept der Erarbeitung, Beauftragung der Arbeitsgemeinschaft Sozialplanung in Bayern AfA / SAGS sowie Benennung der Mitglieder des Lenkungs- und Begleitgremiums wird beschlossen.
19.07.2012Auftaktveranstaltung im Rahmen des 3. Würzburger Demografieforums
20.09.2012 - 19.06.2013 Intensiver Prozess der öffentlichen Erarbeitung: Nach dem Motto der Selbstbestimmt-Leben-Bewegung "Nichts über uns, ohne uns" haben Würzburger Bürgerinnen und Bürger, Betroffene und die Fachöffentlichkeit in 6 Bürgerwerkstätten zu den Handlungsfeldern Bildung und Erziehung, Arbeit und Beschäftigung, Bauen und Wohnen, Mobilität, Kultur-Freizeit-Sport und Gesellschaftliche, soziale und politische Teilhabe erarbeitet, welche Erfolge zur Umsetzung der Inklusion bereits erreicht wurden und welche Maßnahmen zur Verbesserung der Situation vorgeschlagen werden können.

Dokumentation der Bürgerwerkstätten und der Auftaktveranstaltung:

Demografieforum und Auftaktveranstaltung

1. Bürgerwerkstatt "Bildung und Erziehung" 20. September 2012

2. Bürgerwerkstatt "Arbeit und Beschäftigung" 03. Dezember 2012

3. Bürgerwerkstatt " Bauen und Wohnen" 30. Januar 2013

4. Bürgerwerkstatt "Mobilität" 26. März 2013

5. Bürgerwerkstatt "Kultur - Freizeit - Sport" am 24. April 2013

6. Bürgerwerkstatt "Gesellschaft und soziale Teilhabe" 19. Juni 2013

Die Ergebnisse der Bürgerwerkstätten wurden in 12 Sitzungen der 5-köpfigen Lenkungsgruppe und in 13 Sitzungen des aus 31 Experten bestehenden Begleitgremiums intensiv besprochen und diskutiert.

Am 10.04.2014 wurde der Gesamtentwurf der 6 Handlungsfelder im Stadtrat beschlossen.

Am 06.05.2014 fand die Abschlussveranstaltung Kommunaler Aktionsplan Inklusion statt.
Dazu ludt Herr Oberbürgermeister Christian Schuchardt die Öffentlichkeit in den Ratssaal des Würzburger Rathauses ein. Vorgestellt wurden der Gesamtentwurf der 6 obengenannten Handlungsfelder und die Maßnahmen des Kommunalen Aktionsplans.

Herr Oberbürgermeister Christian Schuchardt bedankte sich bei Allen, die mit viel Engagement und Einsatz aktiv mitgearbeitet haben, ob in den Bürgerwerkstätten oder als Mitglied des Begleitgremiums oder der Lenkungsgruppe. Ohne diesen Einsatz würde heute der Kommunale Aktionsplan in dieser Form nicht vorliegen.

Weiterhin führte Herr Oberbürgermeister aus, dass der Kommunale Aktionsplan ein gewichtiges Werk ist und das nicht nur aufgrund seiner 250 Seiten. Er soll dazu führen, dass das Leben in Würzburg zukünftig nicht nur für Menschen mit Behinderung, sondern für Alle barrierefrei und somit inklusiv wird.

Jeder Mensch, ob jung, ob alt, ob mit oder ohne Behinderung, möchte selbstbestimmt und eigenverantwortlich leben und aktiv an der Gesellschaft teilnehmen. Dies stellt Städte und Gemeinden, auch im Hinblick auf den demografischen Wandel, vor eine große Herausforderung. Sie müssen zukunftsorientiert mit umfassenden Veränderungen darauf reagieren, denn dort wird die Lebensrealität von und für Menschen mit Behinderung wesentlich gestaltet. Hier vollzieht sich im täglichen Leben die selbstständige und selbstbestimmte Teilhabe im Sinne der in der UN-Konvention geforderten Inklusion.

Würzburg, als Oberzentrum mit vielen Einrichtungen in der Behinderten- und Seniorenhilfe, war sich dieser Bedeutung und der daraus erwachsenen Verantwortung schon immer bewusst und hat auch im Hinblick auf die Barrierefreiheit schon Einiges vorzuweisen. Mit der Erarbeitung des Kommunalen Aktionsplans zur Umsetzung der UN-Konvention auf kommunaler Ebene ist die Stadt Würzburg nun einen weiteren Schritt in Richtung einer inklusiven Gesellschaft gegangen, die Jeden einbezieht und die keinerlei Ausgrenzung mehr zulässt.

Die Schaffung einer inklusiven Gesellschaft ist ein kontinuierlicher Prozess und eine sozialpolitische Aufgabe, die uns Alle angeht und die aktiv von den Bürgerinnen und Bürgern mit gestaltet werden muss. Diesem Grundsatz der Bürgerbeteiligung wurde in den 6 Bürgerwerkstätten Rechnung getragen.

Herr Oberbürgermeister Christian Schuchardt

Frau Irmgard Badura, die Beauftragte der Bayerischen Staatsregierung für die Belange von Menschen mit Behinderungen, hatte auch dieses Mal den Weg von München nach Würzburg nicht gescheut, um der Stadt Würzburg ihre Glückwünsche zu dem fertig gestellten Kommunalen Aktionsplan persönlich zu übermitteln.

Sie sprach ein großes Lob an Alle aus, die seit den Anfängen 2012 kontinuierlich durchgehalten und an dem Kommunalen Aktionsplan mitgearbeitet und damit eine breite Beteiligung der Würzburger Bürgerinnen und Bürger sichergestellt haben.

Frau Irmgard Badura

Grußwort Abschlussveranstaltung Frau Irmgard Badura, Beauftragte der Bayerischen Staatsregierung für die Belange von Menschen mit Behinderungen Grußwort Abschlussveranstaltung Frau Irmgard Badura, Beauftragte der Bayerischen Staatsregierung für die Belange von Menschen mit Behinderungen, 103 KB

 

Herr Sozialreferent Robert Scheller betonte: "Wer Bürgerbeteiligung ernst nimmt, der kommt an unserem Plan und den festgehaltenen Inhalten nicht vorbei."

Nicht alle Maßnahmen liegen in der unmittelbaren Gestaltungsmöglichkeit der Kommune. Es bleiben jedoch viele Maßnahmen, für die die Stadt zuständig ist, wie z.B. die Sicherstellung der Partizipationsmöglichkeiten für Menschen mit Behinderung, die Jugendhilfe für seelisch behinderte Jugendliche, die Nahverkehrsplanung, die Stadtplanung und öffentlicher Raum sowie Gewerbe, Sicherheitsbehörden, Sondernutzungen und Eingliederungshilfe nach SGB II, unter die das Jobcenter fällt. Außerdem ist die Kommune Sachaufwandsträger für Schulen, hat die Fachaufsicht für Kindertageseinrichtungen und ist Bauherr für öffentliche Gebäude.

Weiterhin nannte Herr Scheller verschiedene Bereiche, die nicht in der Zuständigkeit der Kommune liegen. Dazu zählen u.a. das originäre Schulwesen und die Festlegung von Schulformen (dies ist im BayEUG geregelt),  die Schaffung und Förderung von Werkstätten und der psychischen Fachangebote. Außerdem wurden 2008 die Aufgaben der ambulanten Eingliederungshilfe, zu denen auch die institutionelle Förderung, z.B. offene Behindertenarbeit zählt, an den Bezirk Unterfranken übertragen.

Der vorliegende Plan gibt uns viele Hinweise und dient der Erreichung eines Ziels. Er beschreibt Vieles, was fortlaufend und kontinuierlich fortgeschrieben wird. An einigen Stellen wird Geld nötig sein.

Inklusion ist ein Weg und bedeutet die bunte Vielfalt des Alltags, die nicht sichtbar ist. Sichtbar ist nur immer das Gegenteil.

Herr Karl-Heinz Marx, Kommunaler Behindertenbeauftragter und 1. Vorsitzender des Behindertenbeirats der Stadt Würzburg, schließt sich den Grußworten an und spricht seinen Dank für die geleistete Arbeit aus. Bereits die Zeit der Erarbeitung mit den vielen Gesprächs- und Diskussionsrunden und den vielfältigen Rückmeldungen von Menschen mit den unterschiedlichsten Behinderungen war ein wichtiger Schritt in Richtung Inklusion. Im engen Kontakt mit den Betroffenen wurden sehr offen die alltäglichen Sorgen und Probleme zur Sprache gebracht und damit eine Sensibilisierung und Bewusstseinsbildung aller am Prozess Beteiligten angestoßen. Jetzt geht es um die Umsetzung der Maßnahmen in der Öffentlichkeit. Dazu ist weiterhin das spezifische und fundierte Fachwissen aller selbst Betroffenen gefragt. Deshalb wird es auch an jedem Einzelnen und an den entsprechenden Selbsthilfegruppen liegen, wie schnell Maßnahmen umgesetzt und Ergebnisse erzielt werden können.

Anschließend stellte Frau Sabine Wenng von der Arbeitsgemeinschaft Sozialplanung in Bayern AfA / SAGS den Gesamtentwurf der 6 Handlungsfelder vor.

Powerpoint-Präsentation Frau Sabine Wenng, AfA / SAGS Powerpoint-Präsentation Frau Sabine Wenng, AfA / SAGS, 210 KB

 

Nach dem offiziellen Teil fand im Rathaushof ein Open-Air-Konzert der Inklusionsband "Mosaik" der Mainfränkischen Werkstätten statt. Es war ein sehr gelungener Abschluss. Die Musik war fetzig und die Zuhörer sehr begeistert.

Inklusionsband Mosaik Rathaushof

Inklusionsband Mosaik Rathaus
 

Rahmenprogramm des Behindertenbeirats

Neben diesem offiziellen Programm veranstaltete der Behindertenbeirat der Stadt Würzburg ein buntes Rahmenprogramm auf dem Unteren Markt.
Mitglieder des Beirats informierten über die konkrete Umsetzung des Planes. Um Beispiele gelebter Inklusion zu zeigen, fanden zahlreiche attraktive Vorführungen statt, wie z.B. Aerobic-, Tanz- und Fahrradgruppe des InSport-Vereins der Mainfränkischen Werkstätten, ein Auftritt eines Paares der Rollstuhltanzgruppe des Vereins der Rollstuhlfahrer und ihrer Freunde und eine Zirkusvorfühgung der 2. Tandemklasse der Heuchelhof-Grundschule mit dem Schulprofil Inklusion. Außerdem waren Vertreter des Bayer. Blinden- und Sehbehindertenbundes, der Behindertenseelsorge der Diözese Würzburg sowie der Gehörlosen und Schwerhörigen anwesend. Es gab viele Möglichkeiten der Selbsterfahrung, wie z.B. Blinden- und Rolliparcour sowie Alters-, Seh- und Hörsimulationen. Technische Möglichkeiten an Ampelanlagen sowie für Menschen mit einer Hörbehinderung wurden vorgestellt. Ein Quiz mit pfiffigen und informativen Fragen weckte das Verständnis für die vielfältigen Behinderungen.

Es war ein sehr schönes Rahmenprogramm. Herzlichen Dank an dieser Stelle für Alle, die zum Erfolg beigetragen haben.

  
 

 

Kommunaler Aktionsplan Inklusion Plakate Kommunaler Aktionsplan Inklusion Plakate, 1494 KB

 

Der Kommunale Aktionsplan Inklusion liegt nun im Druck vor. Er ist hier herunterzuladen.


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