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Texte Kulturpreisträger

Emy Roeder

Bildhauerin und Graphikerin
Geb. 30. Januar 1890 in Würzburg, gest. 7. Januar 1971 in Mainz.

Den ersten Zeichenunterricht erhielt Emy Roeder von 1908 bis 1910 in einer Klasse des Polytechnischen Zentralvereins. Sie erlernte bei dem Würzburger Bildhauer Artur Schleglmünig die Grundlagen der Steinbearbeitung. Danach besuchte sie die Kunstakademie München und wurde Schülerin von Bernhard Hoetger (Bildhauer) in Darmstadt. Roeder arbeitete von 1915 bis 1933 in Berlin. Dort wurde sie 1918 Mitglied der „Freien Sezession“ sowie der „Novembergruppe“ (revolutionäre Künstler- und Ausstellungsgemeinschaft). 1920 wurde sie von Hugo Lederer als Meisterschülerin an der Preußischen Akademie der Künste in Berlin aufgenommen; 1925 beendete sie ihre Studien. 1937 wurde ihre Terrakottaplastik Schwangere in der Ausstellung „Entartete Kunst“ in München gezeigt. Roeder erhielt in Deutschland Ausstellungsverbot. Sie verbrachte die Zeit bis 1944 im Künstlerkreis um Hans Purrmann, der seit 1935 die Villa Romana leitete. Aus den im Internierungslager 1944 skizzierten Frauenakten entwickelte sie nach ihrer Entlassung 1945 das flache Bronzerelief als neues Ausdrucksmittel. 1950 zog sie nach Mainz, wo sie bis 1953 einen Lehrauftrag für Bildhauerei und Graphik an der Landeskunstschule hatte. Studienreisen führten sie u. a. nach Tripolis (1959) und Kairo (1960). Die dort entstandenen Zeichnungen setzte sie in Bronze um. 1962 wurde Roeder zum ordentlichen Mitglied der Akademie der Künste in Berlin sowie 1963 zur Professorin ernannt. Sie lebte bis zu ihrem Tod in Mainz, vermachte aber ihren gesamten künstlerischen Nachlass der Städtischen Galerie Würzburg.
1920 Preis der Preußischen Akademie der Künste für die Skulptur Schwangere, 1936 Villa-Romana-Preis, 1953 Kunstpreis der Stadt Berlin, 1956 Kunstpreis des Landes Rheinland-Pfalz und Cornelius-Preis der Stadt Düsseldorf, 1959 Großer Kunstpreis Nordrhein-Westfalen, 1960 Großes Bundesverdienstkreuz, Silberne Stadtplakette Würzburg, 1962 Kunstpreis der Stadt Mainz, Ehrenbürgerin der Universität Mainz, 1970 Ehrenring der Stadt Würzburg.
„Die Stadt Würzburg möchte mit diesem Preis ein umfassendes künstlerisches Lebenswerk auszeichnen, das weltweite Anerkennung gefunden hat, aber dennoch in der Würzburger Tradition wurzelt […]. Ihr Werk gibt Zeugnis von einer in der fränkischen Heimat immer wieder aufblühenden Weltoffenheit.“

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