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Texte Kulturpreisträger

Hans Schädel

Architekt, Diözesanbaudirektor und Dombaumeister in Würzburg
Geb. 14. Februar 1910 in Randersacker, gest. 31. Dezember 1996 in Randersacker.

Nach einer Lehre als Steinmetz (1924 – 1927, Meisterprüfung 1931) und einem Architekturstudium an der Höheren Technischen Lehranstalt Nürnberg (1928 – 1933) trat Hans Schädel 1934 in den Dienst der Stadt Würzburg; er wurde 1937 Bauinspektor und 1938 Stadtbaumeister. 1946 wurde er zum Leiter des neu geschaffenen Bauamts der Diözese Würzburg berufen und mit dem Wiederaufbau der zerstörten kirchlichen Gebäude im Bistum betraut. 1956 wurde ihm der Ehrentitel „Dombaumeister“ verliehen. 1971 zum Baudirektor ernannt, trat er 1974 in den Ruhestand.

Im Bistum Würzburg wurden von Schädel 56 Kirchen neu gebaut und sieben wiederaufgebaut oder erweitert; am Wiederaufbau und der nachkonziliaren Umgestaltung des Würzburger Doms war er maßgeblich beteiligt. Hinzu kommen 22 Neu- und vier Umbauten von Kirchen in anderen deutschen Diözesen (u. a. Maria Regina Martyrum in Berlin-Plötzensee), fünf Kirchenneubauten in Afrika und Indien und der Umbau einer Abtei in Irland. Als Leiter des Bischöflichen Bauamts zeichnete Schädel darüber hinaus für zahlreiche profane Bauten wie die Thomas-Morus-Burse, das St. Burkardushaus und das Matthias-Ehrenfried-Haus in Würzburg verantwortlich.

Unter dem Einfluss der liturgischen Erneuerungsbewegung ging Schädel den von der Längskirche zum Zentralbau mit dem Altar als Mittelpunkt. Auf der Suche nach Harmonie von Raum und Ausstattung arbeitete er mit namhaften Künstlern der Moderne aus ganz Deutschland zusammen. Kirchen wie St. Alfons in Würzburg mit dem Altarbild von Georg Meistermann gelten als Meilensteine des modernen Kirchenbaus. Die Bedeutung von Schädels Werk belegen zahlreiche Ausstellungen und Veröffentlichungen im In- und Ausland.

Hans Schädel gewann bei Wettbewerben acht erste und fünf zweite Preise und erfuhr zahlreiche Ehrungen. Er erhielt die Goldmedaille für Architektur der Biennale Salzburg, das Komturkreuz des Silvesterordens, den Bayerischen Verdienstorden, das Bundesverdienstkreuz I. Klasse und war Ehrenmeister des unterfränkischen Handwerks. Die Stadt Würzburg verlieh ihm den Kulturpreis, weil er „durch seine kirchlichen und profanen Bauten das Bild Mainfrankens in unserer Zeit mitgeprägt hat. Seine Werke haben die Baukunst der Gegenwart stark beeinflusst und internationale Anerkennung gefunden.“
 

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