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Der "grüne spirit" und die Faszination der Natur

Nabiha Dahhan und Thomas Kolodziej aus Würzburg erzählen, wie der "grüne spirit" in ihrem Garten lebt und sind inspiriert von der Idee, dass es gelingen kann, Mensch und Erde, Mensch und Natur in Balance zu bringen.

Thomas Kolodziej

Faszination "Artenvielfalt & Lebendigkeit"

Wir haben etwa 2013 mit dem ökologischen Gärtnern angefangen. Davor gab es zu Schulzeiten auf dem Balkon erste erfolgreiche Versuche mit Kräutern und Gemüsen in Töpfen.

Ich bin fasziniert von Artenvielfalt. Mich am Wesen alles Lebendigen zu erfreuen, treibt mich an. Ich freue mich jedes Mal wie ein Kind, wenn ich eine neue Art entdecke.

Der "grüne spirit" in meinem Garten

Darüber hinaus möchte ich mit wenig Aufwand möglichst viel eigenes Obst und Gemüse ernten. Ich verwende keinerlei Gift oder Kunstdünger. Es treten zwar hin und wieder Schädlinge auf, diese werden dann aber schnell von den in der Umgebung lebenden Nützlingen ihrer Schranken verwiesen. Dafür bereite/belasse ich letzteren den nötigen Lebensraum in Form von Schnittguthaufen, Totholz, Steine, Insektenhotels, Gestrüpp und  Wasserstellen. Auf den Blumen- und Gemüsebeeten lasse ich so viele Wildkräuter („Unkraut“) stehen, wie möglich und betreibe Mischkultur.

Wildkräuter sind gutes Futter für Raupen und wenn sie blühen, ernähren sie Bienen und Schmetterlinge und sorgen dadurch für eine bessere Bestäubung meines Gemüses und gleichzeitig dafür, dass der Boden bedeckt ist, was ihn wiederum vor Austrocknung und Erosion schützt.

Es hat einige Zeit gedauert, bis ich gelernt habe, wieviele klassische Gartenarbeiten in Wirklichkeit unnötig sind.

Ich versorge meine Beete stark mit Kompost (seit letztem Jahr auch Terra Preta), ich mulche, aber dünge nie, jäte nur sehr wenig und grabe seit einigen Jahren nicht mehr um (Tiefkultur). Die Ernten haben sich dadurch nicht verringert, im Gegenteil.

Wiesen versuchen wir so spät und so wenig wie möglich zu mähen, nachdem die meisten Pflanzen geblüht haben.


Nabiha Dahhan

Fotos, die zeigen, was alles möglich ist

Mich treibt eine grenzenlose Liebe und Faszination für die Natur an, die ich mit etwa 13 Jahren entdeckte, als ich anfing leidenschaftlich zu fotografieren und gleichzeitig meine Ernährung auf ökologisch angebaute Lebensmittel umstellte. In unserem Garten mache ich überwiegend „Assistenz“ Arbeiten und die Fotos – mit denen wir hoffen, andere zu inspirieren.

In unserer Ernährung spielt das Konzept von Saisonalität und Regionalität eine große Rolle, ebenso der Vollwert-Gedanke.

Wenn man einmal verstanden hat, wie global zerstörerisch die Auswirkungen der konventionellen Landwirtschaft sind (z. B. Amazonas roden für Fleischindustrie) und welche Macht jeder Verbraucher hat, in dem er bewusst entscheidet, welche Form des Wirtschaftens er mit seinem Einkauf unterstützt, dann habe ich Hoffnung, dass wir Menschen – zwar knapp – aber doch noch in Balance kommen können mit unserem Heimatplaneten.

Adresse
Energie- und Klimazentrum (EKZ)
Nigglweg 5
97082 Würzburg
Tel: 0931 - 37 27 41
ekz@stadt.wuerzburg.de

Öffnungszeiten
Di, Do: 08:30 – 12:00 Uhr
14:00 – 15:30 Uhr
sowie nach Vereinbarung