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Der Kormoran – Vogel des Jahres 2010

Für einige nur die „Schwarze Wasserpest“, für andere ein Vogel, der schon einmal fast ausgerottet wurde und ein Recht auf Existenz hat.

Der Kormoran konnte nur überleben, weil er unter strengem Schutz stand, dieser aber nun durch unzählige Ausnahmegenehmigungen faktisch aufgehoben ist.

Kormoran 01 - Bildautor: R. Linke

Der Kormoran:

Länge: 80-100 cm;
Flügelspannweite: 130-160 cm;
Gewicht: 2-3,5 kg.;
Brutzeit: Anfang April im Süden bis Juni; 1 Brut;
Gelege: 3-4 Eier;
Brutdauer: 23-30 Tage;
Nestlingsdauer: etwa 50 Tage;
Alter: Der älteste beringte Vogel wurde 20 Jahre alt.

 

NABU und LBV wollen sich mit der Wahl des Kormorans zum Vogel des Jahres offensiv für den Schutz dieser Vogelart einsetzen, weil der nach seiner Rückkehr an deutsche Seen, Flüsse und Küsten wieder zu tausenden geschossen und vertrieben wird. Beide Verbände wollen einen nachhaltigen Schutz des Kormorans und möchten gleichzeitig den Umgang mit sogenannten „Problemvögeln“ thematisieren. Es muss auch über eine ökologische Verbesserung unserer Gewässer diskutiert werden, damit alle Fische und Wasservögel wie der Kormoran und Gänsesäger Raum zum Leben haben.

Jahrzehntelang war der Kormoran (Phalacrocorax carbo) aus Deutschland so gut wie verschwunden. Erst nach Unterschutzstellung durch die EG-Vogelschutzrichtlinie Anhang I (1979) leben in Deutschland heute wieder rund 24.000 Brutpaare, davon mehr als die Hälfte in großen Kolonien nahe der Küste. In Bayern gibt es ca. 600 Brutpaare, das einzige unterfränkische Brutvorkommen ist an den Garstadter Seen (ca.60 BP) beheimatet. Die Individuen die in den Wintermonaten auch am Main zu sehen sind, sind Wintergäste und ziehen wieder ab. Dass der Kormoran in Teichwirtschaften und Fischzuchtanlagen Schaden anrichtet, leugnet niemand. Dass der Ruderfüßer aber Flüsse und Seen leerfischt und auch die wildlebende einheimische Fischfauna ausrottet, ist schlichtweg falsch. Da werden wieder einmal Umweltsünden der Menschen einem Vogel auf die dunklen Schultern geladen.


Kormoran 03 - Bildautor: O. Krueger

Kormoran, der Ruderfüßer:

Der breite Schwanz wird beim Tauchen als Ruder benutzt.
Alle Ruderfüßer haben Schwimmhäute, die alle Zehen miteinander verbinden. Dadurch funktioniert der Fuß wie ein Ruder.
Beim Tauchen legt der Kormoran die Flügel an und taucht mit kräftigen Stößen seiner Füße hinab.
Nach wie vor bleibt es ein Rätsel, warum er kein wasserabweisendes Gefieder wie die meisten anderen Wasservögel hat.


 

Der Kormoran ist mit seinem schmalen Körper, dem langen, hakigen Schnabel und den kräftigen, mit Schwimmhäuten ausgestatteten Füßen für die Jagd auf Fische gut ausgerüstet.
Der Name Kormoran geht auf auf corvus marinus (Meerraben) zurück. Die schwarzen Vögel bilden ein eigentümliches Flugbild, weil Hals und Beine ausgestreckt etwa gleich lang sind.

Unter Wasser ist er ein schneller und gewandter Schwimmer, sein breiter Schwanz dient ihm als Ruder und mit den Füßen treibt er sich voran. Wenn der Kormoran ins Wasser taucht, kräuselt sich kaum die Wasseroberfläche.
Kormorane können bis zu 60 Sekunden unter Wasser bleiben und tauchen oft weit von der Eintauchstelle erst wieder auf. Auf seinem Speiseplan stehen vor allem häufige und wirtschaftlich unbedeutende „Weißfische“ wie Rotaugen, Brachsen und andere Kleinfische, die besonders in nährstoffreichen Gewässern in großen Mengen vorkommen. „Edelfische“ wie Felchen oder Äschen machen wissenschaftlichen Untersuchungen zufolge nur geringe Anteile ihrer Nahrung aus. Die Größe der Beutetiere liegt dabei zwischen 10 und 20 Zentimetern. Der tägliche Nahrungsbedarf liegt zwischen 400 bis 500 g Fisch, während der Brutzeit steigt er bis auf 700 g.

Kormoran 04 - Bildautor O. Krueger

Verhalten: Kormorane brüten oft in großen Kolonien und sind sehr gesellig
 

Der Kormoran brütet sowohl an der Küste als auch im Binnenland. Als Nistplätze dienen Klippen, Bäume, und manchmal auch Schilfdickichte und der blanke Boden. Die Brutkolonien sind weniger groß als die vieler anderer Seevögel, an manchen Stellen können jedoch bis zu 2000 Vögel zusammen brüten. Bei der Balz schlägt das Männchen etwa zwei Mal pro Sekunde die halbentfalteten Flügel auf und ab, wobei jedes Mal die weißen Brutflecken an den Flanken aufleuchten (Flaggen). Gleichzeitig hält es Kopf und Schnabel senkrecht nach oben und hebt den gefächerten Schwanz an, um dem Weibchen zu imponieren.

Das Nest besteht aus Ästen und Zweigen und wird mit allerlei Pflanzenmaterial ausgelegt. Es misst etwa einen Meter im Durchmesser. Beide Elternteile bebrüten die drei bis vier, für Seevögel relativ großen Eier und füttern die Jungen. Die frischgeschlüpften Jungen werden mit hervorgewürgter Nahrung von ihren Eltern gefüttert.


Wissenswertes und Interessantes:

Kormorane schwimmen manchmal sehr tief im Wasser und lassen nur Kopf und Hals aus dem Wasser schauen.

In Teilen Chinas und Japans werden Kormorane von Menschen zum Fischfang benutzt. Sie ketten die Vögel mit langen Leinen an ihre Boote und lassen sie tauchen. Wenn sie mit der beute im Schnabel wieder auftauchen, verhindert ein Ring um ihre Kehle, dass sie sie schlucken können.

Bei sehr heißer, trockener Witterung kommt es vor, dass der Kormoran seinen Jungen im Schnabel Wasser bringt.
 

Text: Landesbund für Vogelschutz, Würzburg


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