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Planungsschritte & Entscheidungshilfen: Ertrag & Aufwendungen, Angebote & Gestaltung

Lohnen sich Photovoltaik- oder Solarthermieanlagen überhaupt noch?

Bei fachgerechter Planung und Umsetzung lassen sich Photovoltaik- und Solarthermieanlagen in der Regel wirtschaftlich betreiben. Dennoch: Eine pauschale Antwort auf diese Frage gibt es nicht. Die Höhe der Investitionskosten, der Eigenstromverbrauch, die Inanspruchnahme von Einspeisevergütung und Fördermittelnexterner Link, die künftige Entwicklung des Strompreises und weitere Faktoren beeinflussen die Rendite. Die Wirtschaftlichkeit von PV- und Solaranlagen ist insofern individuell zu betrachten.

PV-Anlagen
Eine Orientierung für Ihr persönliches Solarprojekt können Wirtschaftlichkeitsrechner sein. Sie geben in der Regel einen Überblick über die Aufwendungen (Investitionskosten und laufende Kosten) und den Ertrag der Anlage sowie über zu erwartenden Gewinne unterschiedlicher Modultypen. Die Stadt Würzburg empfiehlt hierfür die Verwendung eines anbieter- und herstellerneutralen Rechners, wie beispielsweise den PV-Rechner der Energieagentur NRWexterner Link.

Solarthermieanlagen
Aufwändiger ist die Wirtschaftlichkeitsberechnung für Solarthermieanlagen. . Die Anlagen können - zumindest bei den in Deutschland vorherrschenden klimatischen Verhältnissen - den Wärmebedarf nicht vollständig decken und werden deshalb nur als Unterstützungssystem eingesetzt.

Prinzipiell lassen sich Anlagen zur Heizungsunterstützung, Anlagen zur Warmwasserbereitung und kombinierte Systeme unterscheiden. Anlagen zur Warmwasserbereitung sind günstiger in der Anschaffung jedoch ist das Einsparpotenzial im Vergleich zur Heizungsunterstützung und kombinierten Anlagen geringer. Neben der Art der Anlage hängt die Wirtschaftlichkeit von vielen weiteren Faktoren ab. Dazu gehören:

  • Preis bzw. der Preisentwicklung des Energieträgers ab, mit dem die Hauptanlage betrieben wird.
  • Wärmebedarf des Gebäudes
  • Verbrauchsverhalten der Bewohnerinnen und Bewohner

Investitionskosten für Photovoltaikanlage und Solarthermieanlage

Photovoltaikanlage
Grundsätzlich gilt: Die Kosten für eine Photovoltaikanlage sind von Fall zu Fall unterschiedlich, entscheidend sind insbesondere die Art der verwendeten Modulen und der Aufwand für den Anschluss. Als grober Richtwert gelten Kosten von etwa 1.400 - 1.600 € pro Kilowattstunde Peak (entspricht einer Modulfläche von ca. 8 - 9 m²). Zusätzlich sollte über die Laufzeit der Anlage jährlich etwa 2 % der Investitionskosten für Wartung, Instandhaltung und ggf. eine Versicherung der Anlage einkalkuliert werden.

Solarthermieanlage
Bei Solarthermieanlagen  kann man je nach Kollektortyp (Flach- oder Röhrenkollektor) und Einsatzzweck (Warmwasser oder Heizungsunterstützung) mit Kosten von 250 - 800 €/m²- Modulfläche2  ausgehen. Als Richtwert für eine 50%-ige Deckung des Wärmebedarfs gilt üblicherweise eine Modulfläche von 1 - 1,5 m² pro Haushaltsmitglied.


1 Quelle Energieagentur NRW PV-Rechner ohne MwSt. Die KfW gibt auf Ihrer Webseite zum Programm Bauen und Sanieren einen Betrag von 2.000€ an.

2http://www.solaranlagen-portal.com/solar/solaranlage/preise/solarkollektorenexterner Link und Solarratgeber.net


Fördermöglichkeiten für Photovoltaikanlage und Solarthermieanlage

Photovoltaikanlagen
Neben der Einspeisevergütung, die Eigentümer*innen von PV-Anlagen über einen Zeitraum von 20 Jahren pro eingespeister Kilowattstunde erhalten, können Anlagenbetreiber auch von zinsgünstigen Krediten im Rahmen der Programme „Energieeffizient Bauen und Sanieren“ der Kreditanstalt für       Wiederaufbau (KfW)externer Link profitieren. Zusätzlich fördert die KfW die Anschaffung von Stromspeichern.

Solarthermieanlagen
Das Bundesamt für Ausfuhrkontrolle (BAFA)externer Link fördert Solarthermieanlagen mit einem Zuschuss. Indirekt fördert die Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) über die Programme „Energieeffizient Bauen und Sanieren“ durch die Vergabe zinsgünstiger Kredite.


Einspeisevergütung

Warum sinkt die Einspeisevergütung seit Einführung des Erneuerbare-Energien-Gesetzes kontinuierlich?

Die Photovoltaik-Technologie ist mittlerweile erwachsen geworden. Die anfänglich hohen Investitionskosten für die Module sind über die letzten Jahre drastisch gesunken, bei gleichzeitiger Steigerung der Wirkungsgrade. Die Gesetzgebung reagiert auf diese Entwicklung mit der stetigen Reduktion der Fördersätze. Mit Änderung des Erneuerbare-Energien-Gesetz 2017 entfällt die Förderung für große Anlagen gänzlich. Kleine private Anlagen erhalten jedoch weiterhin eine Förderung. Die Höhe der Einspeisevergütung hängt vom Zeitpunkt ab, an dem die Anlage ans Netz geht.

Einen Überblick zur Vergütung erhalten Sie bei der Bundesnetzagenturexterner Link. Gegenwärtig liegt die Vergütung zwischen  7,94 Cent/kWh bei sehr großen Anlagen und 10,27Cent/pro kWh bei Anlagen bis 10kWp (Stand Januar 2020). Weiterführende Informationen zum aktuellen Erneuerbare-Energien-Gesetz EEG 2017 finden Sie hierexterner Link.


Steuerliche Aspekte

In der Regel wird der Strom aus PV-Anlagen nur teilweise selbstgenutzt. Überschüsse werden an einen Netzbetreiber verkauft. Steuerlich wird dies als gewerbliche Tätigkeit betrachtet. Diese Tätigkeit müssen Sie innerhalb eines Monats ab Inbetriebnahme der Anlage bei Ihrem Finanzamt melden. Anlagen auf privaten Wohngebäuden fallen in der Regel unter die sog. Kleinunternehmerregelung, wodurch die Umsatzsteuer entfällt. Die wichtigsten Informationen rund um die Besteuerung von PV-Anlagen hat das Bayerische Landesamt für Steuern hierexterner Link zusammengefasst.


Einholen von Angeboten

Ihr Dach eignet sich und alle Rahmendbedingungen passen? Zeit für die Einholung von Angeboten. Der Markt an Installationsbetrieben ist riesig. Deshalb empfehlen wir:

  • Greifen Sie vorrangig auf lokale Anbieter zurück, da es für die Wartung und im Falle unvorhergesehener Störungen oder Schäden an der Anlage von Vorteil ist, einen Ansprechpartner vor Ort zu haben.
  • Holen Sie mindestens drei unterschiedliche, unverbindliche Angeboten. Um eine bessere Vergleichbarkeit der Angebote zu erzielen, stellen Sie sicher, dass alle Anbieter identische Informationen erhalten. Achten Sie bei den erhaltenen Angeboten neben den Preisen auch auf die Vergleichbarkeit von Qualität und Quantität der angebotenen Produkte.
  • Ein exaktes Angebot kann nur nach einem Vor-Ort-Termin erstellt werden. Von Angeboten, die ohne Vor-Ort Termin erfolgen, ist abzuraten.
  • Prinzipiell sollte auf Nachfrage beim Anbieter die Möglichkeit bestehen, Referenzobjekte in Augenschein nehmen zu können.

Gestaltungsmöglichkeiten & -grundsätze

Der Markt für PV-Module hat sich in den letzten Jahren stark entwickelt, so dass hinsichtlich Größe, Form und Bauweise der Module vielfältige Gestaltungsmöglichkeiten bestehen. Neben den klassischen Aufdachanlagen, die nachträglich auf eine bestehende Dacheindeckung installiert werden, finden sich vermehrt auch sog. gebäudeintegrierte Photovoltaikanlagen. Hierbei handelt es sich um Anlagen, die gleichzeitig die Funktion der Außenhülle des Gebäudes übernehmen.

Folgende Gestaltungsgrundsätze sollten Sie bei der Planung von Photovoltaikanlagen beachten:

  • Verwenden Sie einheitliche Formate
  • Vermeiden Sie zerklüftete Kleinflächen
  • Platzieren Sie die Paneele im Einklang mit den umgebenden Gebäudeproportionen
  • Betten Sie die Paneele flächenbündige in die Dacheindeckung ein
  • Nutzen Sie lichtdurchlässige PV-Glaselemente für die Überdachung von Loggien und Balkonen

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Nigglweg 5
97082 Würzburg
Tel: 0931 - 37 27 40
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