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Zweite Klimabaumallee in Würzburg: In Kooperation zum idealen Stadtbaum

350 neue Straßenbäume wurden im neuen Stadtteil Hubland zwischenzeitlich in der ehemaligen Militärbrache gepflanzt. 77 dieser Bäume sechs unterschiedlicher Arten dienen nicht nur zur Aufwertung von Grün, Fuß- und Radwegeverbindungen, sondern direkt der Wissenschaft.

Infostele Klimabaum-Allee:
Infostele Klimabaum-Allee: (c) Georg Wagenbrenner
Informationen über robuste Stadtbäume: Oberbürgermeister Christian Schuchardt, Jürgen Eppel, Leiter des Instituts für Stadtgrün und Landschaftsbau, Dr. Philipp Schönfeld, Umweltreferent Wolfgang Kleiner, Christian Göpfert (Fachbereich Umwelt- und Klimaschutz), Dr. Susanna Böll, Baureferent Benjamin Schneider und Gartenamtsleiter Dr. Helge Bert Grob in der Klimabaumallee am Hubland.
„Die Bäume sind wegweisend bei der Entwicklung des Hublands zu einem grünen Stadteil mit hoher Lebensqualität und sie werden uns auch an anderer Stelle behilflich sein, wenn es um die idealen Bäume für Erholungsflächen, Begleitgrün oder Frischluftschneisen geht“, betonte Oberbürgermeister Christian Schuchardt bei einem Ortstermin an der Klimabaum-Allee zusammen mit der Bayerischen Landesanstalt für Weinbau und Gartenbau (LWG), Umweltreferent Wolfgang Kleiner, Baureferent Benjamin Schneider und Gartenamtsleiter Dr. Helge Bert Grob.

Jürgen Eppel, Leiter des Institutes für Stadtgrün und Landschaftsbau bei der LWG, erläuterte an einer neuen Informations-Stele, die nun der Öffentlichkeit übergeben wurde, die Hintergründe dieser Allianz, die bereits 2010 begann den „perfekten Stadtbaum“ für Würzburgs Klimazone zu suchen.  

Bäume in der Stadt können eine entscheidende Rolle beim Klimaschutz spielen, wenn es darum geht den CO2-Ausstoß zu kompensieren, „Frischluft“ zu produzieren, Feinstaub zu reduzieren und Aufheizungstendenzen entgegenzuwirken. Grundvoraussetzung ist jedoch die Vitalität der Bäume: Je gesünder Bäume sind, desto stärker können sie die negativen Folgen der Klimaveränderung kompensieren und ihre klimaschützende Funktion entfalten.

Das Stadtklima, treffend als „urbane Wärmeinsel“ bezeichnet, ist jedoch deutlich wärmer und trockener als das Klima im Wald, dem natürlichen Standort heimischer Hauptbaumarten wie Linde und Ahorn. Vorhersagen regionaler Klimamodelle zeigen, dass Hitze- und Dürreperioden sowie Extremwetterereignisse weiter zunehmen werden, wie das Beispiel des regionalen Klimamodells für Würzburg zeigt: bis Ende des Jahrhunderts muss hier im Schnitt mit 50 Hitzetagen pro Jahr gerechnet werden. Gartenamtsleiter Dr. Grob erinnerte an den letzten Rekordsommer, der 31 Hitzetage und 40% weniger Niederschlag als im langjährigen Mittel brachte. Dies waren nicht nur für Besucher der Landesgartenschau anstrengende klimatische Rahmenbedingungen. Schon jetzt leiden die gängigen Straßenbaumarten, vor allem Linde,  Ahorn und Kastanie, immer stärker unter den zunehmenden Hitze- und Dürreperioden, die sie besonders anfällig für die ebenfalls zunehmende Anzahl von neuen Schädlingen und Krankheiten macht. 

Um angesichts des fortschreitenden Klimawandels noch nachhaltig Straßenbäume pflanzen zu können, ist eine Erweiterung des Straßenbaumsortiments mit stadtklimafesten Arten unabdingbar. Seit fast zehn Jahren testet die LWG im Klimawandelprojekt „Stadtgrün 2021“ mittlerweile 30 Baumarten in Würzburg, die auf Grund ihrer vorwiegend kontinentalen Herkunft an trocken-heiße Sommer angepasst sind. Einige dieser Arten wie z. B. die Silberlinde und die Spaeth’sche Erle haben sich für Würzburg mit seinen „Steppensommern“ (2015/ 2018) als besonders geeignet herauskristallisiert und wurden nun in einem Gemeinschaftsprojekt mit dem Gartenamt Würzburg in der Magdalene-Schoch-Straße als „Klimabaumallee“ aufgepflanzt. Damit besitzt Würzburg nun neben der seit 2015 aufgepflanzten und für die Bürger mit Infotafeln gekennzeichneten Allee auf dem Heuchelhof bereits die zweite Klimabaumallee. Dr. Susanne Böll, die das Projekt ebenfalls wissenschaftlich begleitet, betonte, dass mit Hilfe dieser Studie nicht nur die Bäume regelmäßig untersucht werden. Beim groß angelegten Feldversuch wird auch das Umfeld genau unter die Lupe genommen. So habe man beispielsweise die Bedeutung von Grünstreifen herausgearbeitet, diese sind wichtig, damit ein Baum auch der Artenvielfalt dienen kann. Insekten schätzen nämlich nicht nur die Blüten eines Baumes, sondern auch nahegelegene Eierablageplätze in Gräsern. 
 


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