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Der „Nachhall“ des jüdischen Friedhofs

Würzburg kann auf 900 Jahre jüdische Geschichte zurückblicken. 

Nachhall
Nachhall - Die Installation in Shalom Europa. | Foto: Christian Weiß

Zeichen dieser reichhaltigen Geschichte sind die Grabsteine des ersten jüdischen Friedhofs in der Pleich an der Stelle des heutigen Julius-Spitals. Abgeräumt, für andere Bauten verwendet und erst in den 80er Jahren des vergangenen Jahrhunderts wiederentdeckt, bilden sie heute einen Grundstock für das jüdische Museum Shalom Europa und damit auch für das Gemeindezentrum.


Diese Grabsteine des mittelalterlichen Friedhofes greift der Künstler Jens Reulecke in seiner Ausstellung „Nachhall“ in Shalom Europa auf. „Dieser Installation gelingt es, die lange Geschichte jüdischen Lebens auf bemerkenswerte, künstlerische Art und Weise aufzurufen und mit ihren Wurzeln zu verbinden“, betont Oberbürgermeister Christian Schuchardt bei der Ausstellungseröffnung.


Bei der Installation könne „viel nachhallen“, sagt auch Dr. Josef Schuster, Vorsitzender der jüdischen Gemeinde Würzburg, denn was es für eine jüdische Gemeinde bedeute, wenn ihr Friedhof abgeräumt werde, könne man erst dann ermessen, wenn man weiß, dass diese Friedhöfe für die Ewigkeit angelegt seien. „Diese Grabsteine berichten von 900 Jahren jüdischer Geschichte“, so Dr. Schuster, „der Nachhall dazu wird von Jens Reulecke umgesetzt.“


Mann müsse sich finden lassen, sagt Reulecke selbst über seine Installation. Das Thema des alten jüdischen Friedhofs -dem er in seiner Installation nachspüre - verlange einem diese Haltung ab: Die Installation „‘Nachhall‘ ist Ausdruck einer sinnlichen Näherung an das Thema“, so Reulecke: „Die Installation ruft innere Bilder hervor.“ Innere Bilder, die den Bezug zum alten jüdischen Friedhof haben.


Seit dem 11. Jahrhundert hatte Würzburg eine jüdische Gemeinde. Ihre Kaufleute trugen zur wirtschaftlichen Entwicklung der Stadt bei, während ihre Gelehrten mit denen in anderen jüdischen Gemeinden in regem Kontakt standen. „Als Bürgerinnen und Bürger Würzburgs sollten wir uns dieses Erbes bewusst sein und uns für ein Klima der Offenheit und des gegenseitigen Respekts in dieser Stadt einsetzen“, so Schuchardt.


Die Eröffnung wurde begleitet von der Performance „herz-klang“.

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