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Das verschwundene Sudetenland - Neue Ausstellung im Foyer des Ratssaales

Wie entwickelt oder verändert sich eine Landschaft, wenn die Menschen sie verlassen haben? Wird sie neu in Besitz genommen oder verwaist sie? Wie sich die Landschaft im deutsch-tschechischen Grenzgebiet seitdem die Sudetendeutschen vertrieben wurden, verändert hat, zeigt die aktuelle Ausstellung im Foyer des Würzburger Rathauses. Konzipiert wurde sie von der tschechischen Bürgerinitiative Antikomplex.

Die deutsch-tschechische Geschichte

Antikomplex wurde 1998 von tschechischen Schülern und Studenten gegründet. Die deutsche Geschichte in Böhmen, Mähren und Schlesien aus tschechischer Sicht aufzuarbeiten ist das Ziel der tschechischen Bürgerinitiative. Seit 2002 wird die Bilderschau in Tschechien, Polen, Deutschland und Österreich gezeigt. Fotografien aus dem Sudetenland bilden die Grenzregion vor 1945 und in der Gegenwart ab und zeigen den Umbruch in der Kulturlandschaft. Die gegenübergestellten Fotos sollen zur Diskussion anregen. Denn auch heute noch erinnert die Grenzregion an die ehemaligen Bewohner.

In Würzburg gezeigt wird die Ausstellung auf Initiative der Ackermann-Gemeinde, die sich wie Antikomplex für eine grenzüberschreitende Versöhnung einsetzt. Als einen „gelungenen Beitrag zur Versöhnung zwischen dem deutschen und dem tschechischen Volk“, bezeichnete Alexander Kolbow, Fraktionsvorsitzender der SPD im Würzburger Stadtrat die Ausstellung „Das verschwundene Sudetenland“. Kolbow hatte die Eröffnung an Stelle von Oberbürgermeister und Stellvertretern übernommen, da diese aus terminlichen Gründen anderweitig gebunden waren. „Nur Erinnerung ermöglicht Versöhnung“, betonte der Stadtrat und erinnerte daran, dass Deutsche und Tschechen in dieser Grenzregion jahrhundertelang zumeist friedlich und in fruchtbarem Austausch zusammengelebt hatten. „Als Partner im vereinten Europa können wir heute wieder daran anknüpfen.“ Würzburgs Verbundenheit mit Tschechien sei, nicht nur aufgrund der Person Balthasar Neumanns, groß. Eine besondere Keimzelle biete die Städtepartnerschaft zwischen Würzburg und Trutnov, dem tschechischen Trautenau. Der Riesengebirgler-Heimatkreis, die Ackermann-Gemeinde, der Freundeskreis deutsch-tschechischer Versöhnung und die Sudetendeutschen Landsmannschaft sind in Würzburg weiterhin um die Versöhnung bemüht.

 

Seminar und Lesung zur Ausstellung

Die Ausstellungseröffnung im Rathaus bildete den Auftakt für ein deutsch-tschechisches Studentenseminar. Jeweils 15 Studenten der Julius-Maximilians-Universität Würzburg und der Jan-Evangelista-Purkyně-Universität in Usti nad Labem/Aussig in Tschechien beschäftigen sich vom 7. bis 9. Mai mit dem Thema „Neue Nationalismen – Europäische Einigung“. In diesem Rahmen findet am Freitag, 9. Mai, eine Vortragsveranstaltung über „Österreich-Ungarn als Beispiel für die EU? Führt ein Weg von Kleineuropa zur großen EU?“ mit Prof. Dr. Matthias Stickler und über die „EU heute“ mit MdEP Martin Kastler im Würzburger Rathaus statt. Die Veranstaltung wird eröffnet von Oberbürgermeister Christian Schuchardt um 10 Uhr im Wappensaal des Rathauses.

Die Sudetendeutsche Landsmannschaft bietet zudem eine Lesung im Rahmen der Ausstellung an am 15. Mai im Falkenhaus. Professor Rudolf Jansche liest aus seinem, Buch „Damit kein Gras darüber wächst“, Beginn ist um 15 Uhr.

Die Ausstellung „Das verschwundene Sudetenland“ ist im Foyer des Würzburger Ratssaales (1.Stock des Rathauses) zu sehen bis 30. Mai 2014 zu den Öffnungszeiten Mo-Do 8-18 Uhr und Fr 8-14 Uhr.

 

Penning-Lother
v.li. Stadtrat Alexander Kolbow eröffnete die Ausstellung „Das verschwundene Sudetenland“ im Foyer des Würzburger Rathauses, m: Hendryk Spieker von der tschechischen Bürgerinitiative Antikomplex, re. Hans-Peter Dörr, Diözesanvorsitzender der Ackermann-Gemeinde Würzburg.


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