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Das zweite Jawort (Namensrecht)

Information über die Möglichkeiten der Namensführung in einer Ehe

Sie können bei der Eheschließung einen gemeinsamen Ehenamen bestimmen, § 1355 BGB
Dies kann der Geburtsname einer von beiden Eheschließenden sein oder der zur Zeit der Erklärung über die Bestimmung des Ehenamens geführte Name (z.B. aus einer Vorehe) eines Ehegatten sein.

Sie können aber auch ohne Frist erst später einen gemeinsamen Familiennamen bestimmen. Dafür müssen Sie beim Standesamt gemeinsam eine Erklärung abgeben. Diese Erklärung ist gebührenpflichtig.

Eine Ehenamensbestimmung ist für den Bestand der Ehe unwiderruflich.
Die Rückkehr zum Geburtsnamen kann nur im Falle einer Auflösung der Ehe (Scheidung, Tod) erfolgen.

Wenn Sie keine Erklärung zur Bestimmung eines Ehenamens abgeben, verbleibt es bei getrennter Namensführung, d.h. Sie beide führen den Namen weiter, den Sie bei Eingehung der Ehe tragen.

Beispiel:
Adam Winter und Eva Maier heiraten.

Variante 1: keine Ehenamensbestimmung:

Adam Winter und Eva Maier

Variante 2: Ehenamensbestimmung:

Geburtsname der Frau: Maier
Adam Maier, geb. Winter und Eva Maier

Geburtsname des Mannes: Winter
Adam Winter und Eva Winter, geb. Maier

Wenn Sie in der Variante 2 einen Ehenamen bestimmen, kann derjenige, der seinen Geburtsnamen abgelegt hat, diesen noch dem Ehenamen voranstellen oder anfügen. Ein Doppelname für beide Ehegatten ist nach deutschem Namensrecht nicht möglich.

Ehenamensbestimmung mit Doppelname-Variante

Ehename lautet: Maier
Adam Maier-Winter, geb. Winter und Eva Maier
Adam Winter-Maier, geb. Winter und Eva Maier

Ehename lautet: Winter
Adam Winter und Eva Maier-Winter, geb. Maier
Adam Winter und Eva Winter-Maier, geb. Maier


Besonderheiten gelten für den Ehenamen, wenn mindestens einer der Ehegatten keine deutsche Staatsangehörigkeit oder einer von beiden mehrere Staatsangehörigkeiten besitzt:

Ist zumindest ein Ehegatte Ausländer oder Mehrstaater, kann die Namensführung in der Ehe anders aussehen.
Sie haben dann die Möglichkeit eine Entscheidung zu treffen, nach welchem Recht Sie Ihre künftige Namensführung bestimmen wollen. Jeder Staat kann für seine Staatsangehörigen ein eigenes Namensrecht vorsehen. Es gibt Länder, die keine Entscheidungsmöglichkeit bezüglich eines Ehenamens gewähren oder nur den Namen des Mannes als Ehename zulassen. Die Wahl des deutschen Namensrechts ist bei gewöhnlichem Aufenthalt in Deutschland auch für ausländische Staatsangehörige möglich. Es kann dann aber sein, dass die eigenen Heimatbehörden die in Deutschland getroffene Entscheidung nicht akzeptieren ("Hinkende Namensführung") und auch nicht in ein Passdokument eintragen werden.
Ausführliche Informationen zur Namensführung erhalten Sie in einem Beratungsgespräch.

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