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Kirchenaustritt in Bayern: Was ist zu beachten? - Wer ist zuständig?

In Bayern ist für den Kirchenaustritt die Mitwirkung des Standesamtes erforderlich.
Der Kirchenaustritt erfolgt durch persönliche Austrittserklärung beim Standesamt oder durch Zuleitung einer urkundlichen Austrittserklärung (notariell) an das Standesamt.

Nach Art. 3 Abs. 4 Kirchensteuergesetz (KirchStG) bedarf der Austritt aus einer Kirche, Religionsgemeinschaft oder weltanschaulichen Gemeinschaft, die eine Körperschaft des öffentlichen Rechts ist, zur öffentlich-rechtlichen Wirkung der mündlichen oder schriftlichen Erklärung beim Standesamt des Wohnsitzes oder gewöhnlichen Aufenthalts.


Erklärung des Austritts

a) Die mündliche Austrittserklärung muss persönlich beim Standesamt erklärt werden. Sie benötigen dazu einen gültigen Personalausweis oder Reisepass.

b) Bei einer schriftlichen Austrittserklärung muss Ihre Unterschrift von einem Notar beglaubigt sein. Die vom Notar beglaubigte Urkunde muss dem Standesamt im Original zugehen, damit die Erklärung wirksam wird.

Hinweis: Eine schriftliche Austrittserklärung durch normalen Brief, per Telefax oder Mail ist wegen der zwingend vorgeschriebenen Form (notarielle Unterschriftsbeglaubigung) unwirksam!


Für eine mündliche Erklärung zum Kirchenaustritt ist eine Terminvereinbarung, telefonisch unter 0931/37-2865 oder per Mailzwingend erforderlich!

Ein Termin ist nur zu den allgemein geltenden Öffnungszeiten des Standesamtes möglich.

Zuständiges Standesamt

Für den Empfang der Austrittserklärung ist das Standesamt zuständig, in dessen Bezirk der Erklärende seinen Wohnsitz, beim Fehlen eines Wohnsitzes seinen gewöhnlichen Aufenthalt hat (§ 1 Abs. 1 der Verordnung zur Ausführung des Kirchensteuergesetzes (AVKirchStG)). Unter mehreren zuständigen Standesämtern hat der Erklärende die Wahl. Hat ein Deutscher im Bundesgebiet keinen Wohnsitz oder gewöhnlichen Aufenthalt, ist er aber in Bayern kirchensteuerpflichtig, so ist für den Empfang das Standesamt München zuständig.

Ausländische Staatsangehörige, die ihren Wohnsitz oder den gewöhnlichen Aufenthalt in Bayern haben, können den Austritt gegenüber dem örtlich zuständigen Standesamt erklären (§ 1 Abs. 1 AVKirchStG). Ob die Austrittserklärung nach dem Heimatrecht des ausländischen Staatsangehörigen wirksam wird, ist unerheblich.

Kosten 
Die Aufnahme der Erklärung über den Kirchenaustritt ist gebührenpflichtig. Die Gebühren betragen (seit 01.06.2019) für die Aufnahme einer Austrittserklärung mit Austrittsbescheinigung EUR 35,-- ( je Einzelperson inkl. Bescheinigung).


Wirksamkeit

Der Kirchenaustritt wird wirksam, wenn die Austrittserklärung dem zuständigen Standesamt zugegangen ist. Die Kirchensteuerpflicht endet mit Ablauf des Kalendermonats, in dem die Austrittserklärung wirksam geworden ist (Art. 6 Abs. 5 KirchStG).

Über Ihren Kirchenaustritt benachrichtigen wir die Meldebehörde, das Finanzamt und das Kirchensteueramt. Ein Kirchenaustritt wird bei der Besteuerung des Einkommens seitens des Finanzamts ab dem auf den Kirchenaustritt folgenden Monat berücksichtigt.


Übertritt von einer Kirche zu einer anderen

Der Übertritt von einer Kirche, Religionsgemeinschaft oder weltanschaulichen Gemeinschaft, die Körperschaft des öffentlichen Rechts ist, zu einer anderen Kirche, Religionsgemeinschaft oder weltanschaulichen Gemeinschaft ist als Austritt im Sinn des Art. 3 Abs. 4 KirchStG, § 1 AVKirchStG und als Eintritt im Sinn des Art. 3 Abs. 3 KirchStG zu behandeln. Ein vorheriger Austritt ist erforderlich! Der Eintritt in die neue gewählte Kirche, Religionsgemeinschaft oder weltanschaulichen Gemeinschaft richtet sich nach der Satzung der künftigen Kirche, Religionsgemeinschaft oder weltanschaulichen Gemeinschaft.


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