Auf- und Ausbau unternehmerischer Fähigkeiten von Kunsthandwerkerinnen

Fördermittel des Würzburger Partnerkaffee e.V. (WÜPAKA) ermöglichten es dem Büro Würzburg International mit der Koordinationsstelle für kommunale Entwicklungspolitik, in Zusammenarbeit mit der Gunzert House Foundation ein Fortbildungsprogramm für Kunsthandwerkerinnen anzubieten. Ergänzend wurde im historischen Gunzert House ein neuer Verkaufsraum für die von den Frauen hergestellten Souvenirs eingerichtet.

Die insgesamt 15 Frauen aus Mwanza und Umgebung kamen eine Woche lang zusammen und bildeten sich zu verschiedenen betriebswirtschaftlichen Themen fort. Als Teilnehmerinnen wurden Mitglieder verschiedener Frauen-Selbsthilfegruppen identifiziert. In diesen organisieren sich die Kunsthandwerkerinnen, um ihre Interessen besser vertreten zu können und sich gegenseitig zu unterstützen. Innerhalb dieser Struktur können die geschulten Teilnehmerinnen in ihren jeweiligen Gruppen als Multiplikatorinnen wirken und das gelernte Wissen in Marketing, Produktentwicklung, nachhaltigem Tourismus und Organisation weitergeben.

Dr. Delphine Kessy (dritte von rechts) und ihr Team konnten 15 Kunsthandwerkerinnen, darunter auch Frauen mit Hörbeeinträchtigung, zu verschiedenen betriebswirtschaftlichen Themen fortbilden. | Foto: Oscar Mihayo

Auf dem Programm der Workshopwoche stand neben den verschiedenen Seminarinhalten außerdem ein Besuch der Werkstätten der Frauen. Vor Ort erarbeitete die Gruppe unter Anleitung von Dr. Delphine Kessy, Dozentin am Institut für Tourismusmanagement der St. Augustin-Universität Mwanza, und ihren Kollegen Handlungsempfehlungen für die zukünftige Ausrichtung der Kleinstunternehmen. Über die Lehrinhalte der Workshopwoche hinaus wurden die Teilnehmerinnen über einen Zeitraum von drei Monaten in der Anwendung des gelernten Wissens begleitet und unterstützt.

Als Schulungszentrum diente das historische Gunzert-Haus, das in den vergangenen Jahren mit Geldern aus dem Kulturerhaltprogramm des Auswärtigen Amtes restauriert wurde. An diesem touristischen Ort mitten in Mwanza wurde zum Abschluss der Woche ein – ebenfalls vom WÜPAKA finanzierter – Verkaufsraum eingerichtet, an dem künftig die von den Gruppen hergestellten Souvenirs verkauft werden.

Der neue Verkaufsraum im historischen Gunzert-Haus ermgölicht den Frauengruppen die direkte Vermarktung ihrer Erzeugnisse. |Foto: Dominik Wershofen

Bislang waren die Frauen von Zwischenhändlern abhängig und hatten keinen direkten Zugang zum Markt, um ihre Produkte an Touristen zu verkaufen. Durch die Schulung, die Vernetzung zwischen den verschiedenen Gruppen und den neuen Verkaufsstandort konnte ein Beitrag zur nachhaltigen Verbesserung der wirtschaftlichen Lage der Kleinst- und Kleinunternehmerinnen geleistet werden.

Der Würzburger Partnerkaffee e.V. externer Linkverkauft seit 1998 Kaffee aus direktem Fairen Handel. Pro Kilo Röstkaffee spendet der WÜPAKA dabei zusätzliche 76 Cent für Sozialprojekte in Tansania - über die Kriterien des Fairen Handels hinaus. Die Gunzert House Foundation hatte sich zusammen mit dem Büro Würzburg International und der Koordinationsstelle für kommunale Entwicklungspolitik erfolgreich um Fördermittel aus diesem Programm beworben und danken dem WÜPAKA für die großzügige Unterstützung.

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