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Sonnenenergie selbst nutzen
1.) Vorüberlegungen, die Sie beachten sollten

Wissenswertes zu Eignung, Rentabilität & rechtlichen Grundsatzfragen

Ist mein Dach tragfähig bzw. statisch geeignet?

  • Diese Frage lässt sich nur individuell für jedes Dach von einer Fachkraft beurteilen.
  • In der Regel verfügen Solarinstallationsbetriebe über entsprechende Fachkenntnisse bzw. ziehen bei Bedarf externe Gutachter hinzu.

Ist mein Sonnenertrag rentabel & wirtschaftlich?

  • Die Technik hat in den letzten Jahren große Fortschritte gemacht: Heutzutage eignen sich nicht nur Dächer, die nach Süden hin ausgerichtet sind, sondern auch solche, die „nur“ über eine östliche oder westliche Ausrichtung verfügen.
  • Immobilieneigentümerinnen und -eigentümer erhalten über die sog. gemittelte Einstrahlung auf ihrer Dachfläche kostenlose Auskunft im städtischen Energie- und Klimazentrum.
  • Möglich wird dies durch hochauflösende Daten für alle Dachflächen im Stadtgebiet. Sie liefern treffsichere Aussagen zur Eignung Ihrer Dachfläche auf Basis einer Schätzung des Jahresertrags und bilden einen soliden Ausgangspunkt, mit denen Sie in die Detailplanung und die Einholung von Angeboten von Solaranbietern einsteigen können.
  • Eignen sich Ihre Dachflächen aufgrund der Ausrichtung, Nutzung oder ungünstiger Dachaufbauten, wie Schornsteine, Gauben, Dachfenster o. ä. nicht für die Montage von PV-Paneelen, sie haben aber von der Sonne gut erreichbare Fassadenflächen, dann sind ggf. Fassadensystemen interessant für Sie: Der Markt bietet inzwischen PV-Systeme für Fassaden an, die sich in der Optik gängigen Fassadensystemen weitestgehend anpassen.

Was ist rechtlich zu beachten?

  • Prinzipiell ist die Installation von Photovoltaik- und Solarthermieanlagen an Gebäuden nach § 57 Bayerische Bauordnung (BayBO) genehmigungsfrei - unabhängig von ihrer Größe.

Rechtliche Einschränkungen können sich jedoch aus Vorgaben des Denkmalschutz oder der Bauleitplanung ergeben:

Baurecht
Bebauungspläne oder sog. Gestaltungssatzungen können rechtsverbindliche Vorgaben zu Dachflächen umfassen, z. B. zu Dachform, -neigung oder -eindeckung. Hieraus können sich Anforderungen ergeben, die bei der Planung einer PV- oder Solaranlage zu berücksichtigen sind.

Ob derartige Bestimmungen für ihre Immobilie gelten, klären wir gerne für Sie im Rahmen der individuellen Beratung im Energie- und Klimazentrum ab.

Denkmalschutz
Ob die Installation von PV- oder Solaranlagen auf denkmalgeschützten Gebäuden zulässig ist, hängt vom Einzelfall ab und erfordert unter Umständen eine denkmalschutzrechtliche Erlaubnis.

Nähere Auskünfte hierzu erhalten Sie hier:

Stadt Würzburg
Untere Denkmalschutzbehörde
Rückermainstraße 2
97070 Würzburg

Telefon 0931/37 - 0

Eine Übersicht denkmalgeschützter Gebäude und Bereiche in Würzburg finden Sie im bayerischen Denkmal-Atlas.externer Link

2.) Planungsschritte & Entscheidungshilfen: Ertrag & Aufwendungen, Angebote & Gestaltung

Lohnen sich Photovoltaik- oder Solarthermieanlagen überhaupt noch?

Bei fachgerechter Planung und Umsetzung lassen sich Photovoltaik- und Solarthermieanlagen in der Regel wirtschaftlich betreiben. Dennoch: Eine pauschale Antwort auf diese Frage gibt es nicht. Die Höhe der Investitionskosten, der Eigenstromverbrauch, die Inanspruchnahme von Einspeisevergütung und Fördermitteln, die künftige Entwicklung des Strompreises und weitere Faktoren beeinflussen die Rendite. Die Wirtschaftlichkeit von PV- und Solaranlagen ist insofern individuell zu betrachten.

PV-Anlagen
Eine Orientierung für Ihr persönliches Solarprojekt können Wirtschaftlichkeitsrechner sein. Sie geben in der Regel einen Überblick über die Aufwendungen (Investitionskosten und laufende Kosten) und den Ertrag der Anlage sowie über zu erwartenden Gewinne unterschiedlicher Modultypen. Die Stadt Würzburg empfiehlt hierfür die Verwendung eines anbieter- und herstellerneutralen Rechners, wie beispielsweise den PV-Rechner der Energieagentur NRWexterner Link.

Solarthermieanlagen
Aufwändiger ist die Wirtschaftlichkeitsberechnung für Solarthermieanlagen. . Die Anlagen können - zumindest bei den in Deutschland vorherrschenden klimatischen Verhältnissen - den Wärmebedarf nicht vollständig decken und werden deshalb nur als Unterstützungssystem eingesetzt.

Prinzipiell lassen sich Anlagen zur Heizungsunterstützung, Anlagen zur Warmwasserbereitung und kombinierte Systeme unterscheiden. Anlagen zur Warmwasserbereitung sind günstiger in der Anschaffung jedoch ist das Einsparpotenzial im Vergleich zur Heizungsunterstützung und kombinierten Anlagen geringer. Neben der Art der Anlage hängt die Wirtschaftlichkeit von vielen weiteren Faktoren ab. Dazu gehören:

  • Preis bzw. der Preisentwicklung des Energieträgers ab, mit dem die Hauptanlage betrieben wird.
  • Wärmebedarf des Gebäudes
  • Verbrauchsverhalten der Bewohnerinnen und Bewohner

Investitionskosten für Photovoltaikanlage und Solarthermieanlage

Photovoltaikanlage
Grundsätzlich gilt: Die Kosten für eine Photovoltaikanlage sind von Fall zu Fall unterschiedlich, entscheidend sind insbesondere die Art der verwendeten Modulen und der Aufwand für den Anschluss. Als grober Richtwert gelten Kosten von etwa 1.400 - 1.600 € pro Kilowattstunde Peak (entspricht einer Modulfläche von ca. 8 - 9 m²). Zusätzlich sollte über die Laufzeit der Anlage jährlich etwa 2 % der Investitionskosten für Wartung, Instandhaltung und ggf. eine Versicherung der Anlage einkalkuliert werden.

Solarthermieanlage
Bei Solarthermieanlagen  kann man je nach Kollektortyp (Flach- oder Röhrenkollektor) und Einsatzzweck (Warmwasser oder Heizungsunterstützung) mit Kosten von 250 - 800 €/m²- Modulfläche2  ausgehen. Als Richtwert für eine 50%-ige Deckung des Wärmebedarfs gilt üblicherweise eine Modulfläche von 1 - 1,5 m² pro Haushaltsmitglied.


1 Quelle Energieagentur NRW PV-Rechner ohne MwSt. Die KfW gibt auf Ihrer Webseite zum Programm Bauen und Sanieren einen Betrag von 2.000€ an.

2http://www.solaranlagen-portal.com/solar/solaranlage/preise/solarkollektorenexterner Link und Solarratgeber.net


Fördermöglichkeiten für Photovoltaikanlage und Solarthermieanlage

Photovoltaikanlagen
Neben der Einspeisevergütung, die Eigentümer*innen von PV-Anlagen über einen Zeitraum von 20 Jahren pro eingespeister Kilowattstunde erhalten, können Anlagenbetreiber auch von zinsgünstigen Krediten im Rahmen der Programme „Energieeffizient Bauen und Sanieren“ der Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW)externer Link profitieren. Zusätzlich fördert die KfW die Anschaffung von Stromspeichern.

Solarthermieanlagen
Das Bundesamt für Ausfuhrkontrolle (BAFA)externer Link fördert Solarthermieanlagen mit einem Zuschuss. Indirekt fördert die Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) über die Programme „Energieeffizient Bauen und Sanieren“ durch die Vergabe zinsgünstiger Kredite.


Einspeisevergütung

Warum sinkt die Einspeisevergütung seit Einführung des Erneuerbare-Energien-Gesetzes kontinuierlich?

Die Photovoltaik-Technologie ist mittlerweile erwachsen geworden. Die anfänglich hohen Investitionskosten für die Module sind über die letzten Jahre drastisch gesunken, bei gleichzeitiger Steigerung der Wirkungsgrade. Die Gesetzgebung reagiert auf diese Entwicklung mit der stetigen Reduktion der Fördersätze. Mit Änderung des Erneuerbare-Energien-Gesetz 2017 entfällt die Förderung für große Anlagen gänzlich. Kleine private Anlagen erhalten jedoch weiterhin eine Förderung. Die Höhe der Einspeisevergütung hängt vom Zeitpunkt ab, an dem die Anlage ans Netz geht.

Einen Überblick zur Vergütung erhalten Sie bei der Bundesnetzagentur.externer Link Gegenwärtig liegt die Vergütung etwa bei 0,11 - 0,125 €/Kilowattstunde (Stand 12/2016). Weiterführende Informationen zum aktuellen Erneuerbare-Energien-Gesetz EEG 2017 finden sie hierexterner Link.


Steuerliche Aspekte

In der Regel wird der Strom aus PV-Anlagen nur teilweise selbstgenutzt. Überschüsse werden an einen Netzbetreiber verkauft. Steuerlich wird dies als gewerbliche Tätigkeit betrachtet. Diese Tätigkeit müssen Sie innerhalb eines Monats ab Inbetriebnahme der Anlage bei Ihrem Finanzamt melden. Anlagen auf privaten Wohngebäuden fallen in der Regel unter die sog. Kleinunternehmerregelung, wodurch die Umsatzsteuer entfällt. Die wichtigsten Informationen rund um die Besteuerung von PV-Anlagen hat das Bayerische Landesamt für Steuern hierexterner Link zusammengefasst.


Einholen von Angeboten

Ihr Dach eignet sich und alle Rahmendbedingungen passen? Zeit für die Einholung von Angeboten. Der Markt an Installationsbetrieben ist riesig. Deshalb empfehlen wir:

  • Greifen Sie vorrangig auf lokale Anbieter zurück, da es für die Wartung und im Falle unvorhergesehener Störungen oder Schäden an der Anlage von Vorteil ist, einen Ansprechpartner vor Ort zu haben.
  • Holen Sie mindestens drei unterschiedliche, unverbindliche Angeboten. Um eine bessere Vergleichbarkeit der Angebote zu erzielen, stellen Sie sicher, dass alle Anbieter identische Informationen erhalten. Achten Sie bei den erhaltenen Angeboten neben den Preisen auch auf die Vergleichbarkeit von Qualität und Quantität der angebotenen Produkte.
  • Ein exaktes Angebot kann nur nach einem Vor-Ort-Termin erstellt werden. Von Angeboten, die ohne Vor-Ort Termin erfolgen, ist abzuraten.
  • Prinzipiell sollte auf Nachfrage beim Anbieter die Möglichkeit bestehen, Referenzobjekte in Augenschein nehmen zu können.

Gestaltungsmöglichkeiten & -grundsätze

Der Markt für PV-Module hat sich in den letzten Jahren stark entwickelt, so dass hinsichtlich Größe, Form und Bauweise der Module vielfältige Gestaltungsmöglichkeiten bestehen. Neben den klassischen Aufdachanlagen, die nachträglich auf eine bestehende Dacheindeckung installiert werden, finden sich vermehrt auch sog. gebäudeintegrierte Photovoltaikanlagen. Hierbei handelt es sich um Anlagen, die gleichzeitig die Funktion der Außenhülle des Gebäudes übernehmen.

Folgende Gestaltungsgrundsätze sollten Sie bei der Planung von Photovoltaikanlagen beachten:

  • Verwenden Sie einheitliche Formate
  • Vermeiden Sie zerklüftete Kleinflächen
  • Platzieren Sie die Paneele im Einklang mit den umgebenden Gebäudeproportionen
  • Betten Sie die Paneele flächenbündige in die Dacheindeckung ein
  • Nutzen Sie lichtdurchlässige PV-Glaselemente für die Überdachung von Loggien und Balkonen
3.) Anlagen- & Eigenstromoptimierung: Anlagengröße, Speicher & Nutzung der Wärme

Kennen Sie Ihren Stromverbrauch?

Die Produktion von Strom aus Photovoltaikanlagen ist dann besonders sinnvoll und wirtschaftlich, wenn Sie davon möglichst viel selbst verbrauchen und nur die Überschüsse ins öffentliche Stromnetz einspeisen. Bereits bei der Planung sollte eine PV-Anlage deshalb entsprechend Ihres Bedarfs ausgelegt werden. Um die Anlage optimal dimensionieren zu können, ist es sinnvoll, Ihren Jahresstromverbrauch sowie Ihr Verbrauchsprofil über den Tag zu kennen.


Speicher

Photovoltaikanlagen erzeugen den meisten Strom, wenn die Sonne scheint, also tendenziell zur Mittagszeit. Der Stromverbrauch eines typischen Haushaltes hat jedoch seine Spitzen am Morgen und am Abend. Neben einer optimierten Ausrichtung der Solarzellen, stellen Stromspeicher eine sehr wirksame Möglichkeit, den Eigenstromverbrauch zu erhöhen dar. Da Speicher aktuell noch mit hohen Investitionskosten verbunden sind, sollten diese auf Ihre Bedürfnisse maßgeschneidert werden. Außerdem darf beim Kauf eines Speichers, die meist in Kellern untergebracht werden, der zusätzliche Installationsaufwand, der sich individuell für jedes Gebäude ergibt, nicht vernachlässigt werden. Pauschale Empfehlungen zur Wirtschaftlichkeit von Stromspeichern können nicht gegeben werden, sondern nur individuell berechnet werden.


Wärme aus Photovoltaik

„Überschüssiger“ Strom aus PV-Anlagen kann auch der Erzeugung von Warmwasser dienen (Heizungsunterstützung). Ob diese Möglichkeit im individuellen Fall zur Verfügung steht, hängt von der verwendeten Haustechnik. Diese muss nicht zwingend ausgetauscht werden. Oftmals lassen sich konventionelle Heizkessel, unabhängig vom verwendeten Energieträger, mit einer PV-Unterstützung nachrüsten.

4.) Das Energie- und Klimazentrum (kurz: EKZ) berät Sie gerne

Noch Fragen? Wir helfen Ihnen gerne weiter.

Interessierte Bürgerinnen und Bürger können sich bei Fragen rund um Photovoltaik & Solarthermie an den städtischen Klimaschutzmanager, Herrn Mähler, wenden. 

Selbstverständlich ist unsere Beratung für Sie kostenlos, anbieterneutral und unabhängig von wirtschaftlichen Interessen.

Stadt Würzburg
Energie- und Klimazentrum>
Nigglweg 5
Würzburg

Tel: 0931 37 2741
E-Mail: philipp.maehler@stadt.wuerzburg.de

Öffnungszeiten: Di und Do: 8:30 – 12:00 Uhr und 14:00 – 15:30 Uhr sowie nach Vereinbarung unter: 0931 37 2741 bzw. unter philipp.maehler@stadt.wuerzburg.de.
 

Gefördert von BMUI und Klimaschutzinitiative


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Kontakt
Energie- und Klimazentrum (EKZ) - Gebäude, Energie und Effizienz
Nigglweg 5
97082 Würzburg
Tel: 0931 - 37 27 40
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14:00 – 15:30 Uhr
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