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Informationen zur beruflichen Betreuung

Worauf muss ich mich als rechtliche:r Betreuer:in ab dem 01.01.2023 einstellen?

Weiterführende Informationen und Links:

- Verordnung über die Registrierung von Beruflichen Betreuern (Betreuerregistrierungsverordnung-BTRegV)externer Link


Registrierungsnotwendigkeit
Ab 01.01.2023 sind als Folge der Betreuungsrechtsreform berufliche Betreuer:innen bei der Betreuungsbehörde ihres (Wohn)Sitzes, der sog. Stammbehörde, zu registrieren. Die Registrierung ist für selbstständige Berufsbetreuer:innen wie auch für Vereinsbetreuer vorgesehen. Sie stellt eine Berufszulassung dar, für die es bisher keine Vorgängerregelung gab. Die Regelung findet sich in § 23 BtOG (Betreuungsorganisationsgesetz) sowie der Betreuerregistrierungsverordnung.

Ohne eine positive Registrierung (oder die vorübergehende Registriervermutung des § 32 BtOG) kann keine Betreuung nach dem 01.01.2023 beruflich übertragen werden. Für vor dem 01.01.2023 übertragene berufliche Betreuungen gilt via § 32 BtOG ein Bestandsschutz bis 01.07.2023. Für die weiteren Vergütungsansprüche (§ 7 VBVG 2023) muss auch hier die Registrierung beantragt und letztlich erfolgreich beschieden werden.
https://www.lexikon-betreuungsrecht.de/Registrierungexterner Link


Definition aus dem Betreuerlexikonexterner Link 
„Ein Berufsbetreuer ist jemand, der in der Bundesrepublik Deutschland rechtliche Betreuungen (§1896 ff BGB) im Rahmen eines entgeltlichen Gewerbes ausübt. Es handelt sich dabei nicht um einen Ausbildungsberuf im Sinne des Berufsbildungsgesetzes oder eines Studiums, sondern eine Tätigkeit, die sich in den letzten Jahrzehnten (insbesondere seit der Ablösung der Vormundschaft für Erwachsenen durch die Betreuungen 1992) entwickelt hat.“


Sie spielen mit dem Gedanken berufliche Betreuungen zu führen? Dann informieren Sie sich zunächst auf folgenden Seiten:

Um regelmäßig weiterführende Informationen zu erhalten, melden Sie sich bei der Mailing-Liste "Betreuungsrecht" der Uni Bochum an:
ANMELDUNG ZUR MAILINGLISTEexterner Link (externer Link)


Wer kann Berufsbetreuer:in werden?
Der Gesetzgeber hat noch kein Berufsbild für Berufsbetreuer:innen definiert. Ein/e Berufsbetreuer:in muss jedoch in der Lage sein, die betreute Person in allen vom Gericht angeordneten Aufgabenkreisen zu vertreten und benötigt dazu umfangreiche Kenntnisse aus verschiedenen Rechts- und Sozialgebieten, Krankheitsbildern usw.

Die Betreuungsstelle der Stadt Würzburg orientiert sich an den aktuellen „Empfehlungen für Betreuungsbehörden bei der Betreuerauswahl“, in denen die wichtigsten Basisqualifikationen aufgeführt sind.

Sollten Sie die Anerkennung als Berufsbetreuer:in anstreben, prüfen Sie bitte, ob Sie die Basisqualifikationen erfüllen und stellen uns dies im Anschreiben dar.

Auswahl rechtlicher Betreuer Auswahl rechtlicher Betreuer, 290 KB

Was wird von einem/einer Berufsbetreuer:in erwartet?

Von einer/einem Berufsbetreuer:in wird erwartet, dass er/sie über folgende Kenntnisse verfügt und sich diesbezüglich regelmäßig fortbildet: 

Vertiefte Kenntnisse des Betreuungsrechts und Verfahrensrechts:

  • Kenntnisse im Bereich der Gesundheitsfürsorge (Kenntnisse über psychische Erkrankungen, Suchterkrankungen, Demenzerkrankungen, geistige, körperliche und seelische Behinderungen, Kenntnisse über den Umgang mit erkrankten Personen und Menschen mit Behinderung, Heilbehandlungen, Zwangsbehandlungen usw.) 
  • Kenntnisse im Bereich der Aufenthaltsbestimmung (Wohnungs- und Heimangelegenheiten, Mietrecht, Melderecht, zivilrechtliche und öffentlich-rechtliche Unterbringung, freiheitsentziehende Maßnahmen, genehmigungspflichtige Maßnahmen)
  • Kenntnisse im Bereich der Vermögenssorge (Kenntnisse über Geschäftsfähigkeit, Einwilligungsvorbehalt, Vermögensverwaltung, Sozial- und Versorgungsrecht)

Dass er/sie einen funktionierenden Kanzlei-/Betreuungsbürobetrieb aufbaut:

  • durch entsprechende Kommunikationsmittel (Anrufbeantworter, Fax, Mobiltelefon) die Erreichbarkeit sicherstellt
  • die Fähigkeit zu förmlichen Schriftverkehr und zur Dokumentation der Betreuungsarbeit verfügt
  • den Datenschutz einhält
  • eine sichere Aufbewahrung von Akten und Vermögenswerten gewährleistet
  • über die notwendige Mobilität verfügt (Führerschein und KFZ)
  • Abrechnungen und Schriftverkehr für das Betreuungsgericht mittels eines entsprechenden EDV Programms anfertigt 

Weiter wird erwartet, dass er/sie:

  • für qualifizierte Vertretung im Urlaubs- oder Krankheitsfall sorgt
  • an berufsspezifischen Fortbildungsmaßnahmen regelmäßig teilnimmt
  • mit Kooperationspartnern professionell zusammen arbeitet
  • jährlich die Meldung nach § 10 Vormünder- und Betreuervergütungsgesetz (VBVG) unaufgefordert bei der zuständigen Betreuungsstelle abgibt
  • Lebensanschauungen, die von der eigenen abweichen, zulässt
  • Frustrationstoleranz, Durchsetzungsvermögen, Empathie, Toleranz und diplomatisches Geschick besitzt 

Der/Die Berufsbetreuer:in ist verpflichtet

  • die Angelegenheiten zum Wohl der betroffenen Person zu besorgen
  • regelmäßig persönlichen Kontakt zum Betreuten zu pflegen
  • Wünsche und Vorstellungen der betroffenen Person zu beachten, soweit es deren Wohl nicht zuwiderläuft und zumutbar ist
  • die betreute Person bei der Entscheidungsfindung hilfreich zu unterstützen
  • wichtige Angelegenheiten vor der Erledigung mit der/dem Betroffenen zu besprechen
  • innerhalb der Aufgabenkreise Maßnahmen zur Rehabilitation zu ergreifen, bzw. dazu beizutragen,
  • dass Möglichkeiten genutzt werden, die Krankheit oder Behinderung der betreuten Person zu beseitigen, verbessern, ihre Verschlimmerung zu verhüten oder ihre Folgen zu mildern 
  • die Eigenständigkeit der betreuten Person zu fördern 
  • erforderlichenfalls die Aufhebung, Einschränkung oder Erweiterung der Betreuung oder eines Einwilligungsvorbehalts zu beantragen 
  • dem Gericht Umstände mitzuteilen, wenn die/der Betreute durch eine/n ehrenamtliche/n Betreuer/in betreut werden kann 

Über die gesamte Tätigkeit der Betreuer führt das Gericht die Aufsicht. 


Derzeitiger Bedarf an Berufsbetreuer:innen

Momentan besteht wieder Bedarf an zusätzlichen Berufsbetreuer:innen. 

Bitte senden Sie uns Ihre Interessensbekundung an: 
betreuungsstelle@stadt.wuerzburg.de


Sie haben Interesse?

Wenn Sie über die persönliche und fachliche Qualifikation verfügen und sich um die Anerkennung als Berufsbetreuer:in bei uns bewerben möchten, sind folgende Unterlagen erforderlich:

  • aussagekräftiges Bewerbungsschreiben mit Angaben über​​​​​ 
    • die Motivation zur Tätigkeit als Berufsbetreuer/in
    • den geplanten Umfang der Tätigkeit (hauptberuflich, nebenberuflich, Vollzeit/Teilzeit)
    • besondere Sprachkenntnisse
  • Umfassender Lebenslauf mit Darstellung der bisherigen Beschäftigungen
  • Passbild
  • Zeugnisse über die berufsspezifische Ausbildung und Tätigkeit
  • Zeugnisse über die Aneignung der rechtlichen, medizinischen, psychologischen Grundlagen für die Tätigkeit im Betreuungswesen
    • ​​​​​​​Nachweise über Fortbildungen zu den Aufgaben als Berufsbetreuer und in der Gesprächsführung
    • Nachweise über praktische Erfahrungen im sozialen Bereich (ehrenamtliches Engagement, z. B. Tätigkeit als ehrenamtlicher Betreuer) 
  • Führungszeugnis zur Vorlage bei einer Behörde
  • Auskunft aus dem Schuldnerverzeichnis/Vollstreckungsportalexterner Link 
Bewerbung als Berufsbetreuer:in Bewerbung als Berufsbetreuer:in, 486 KB

Vergütung
Die Vergütung erfolgt je nach Qualifikation des/der Betreuers/Betreuerin und der Fallkonstellation in pauschalierter Form. Hier können Sie selbst prüfen, welche Vergütung Sie mit Ihrem jeweiligen Ausbildungs- oder Studienberuf erhalten können. Bei weiteren Fragen lassen Sie sich über das zuständige Amtsgericht, Abteilung Rechtspfleger beraten.

https://www.lexikon-betreuungsrecht.de/Betreuervergütung_2019externer Link


Software für Betreuer:innen
Sehr empfehlenswert ist die Nutzung geeigneter Software für Betreuer:innen. Es gibt verschiedene Anbieter, die zum Teil in Verbindung mit der Mitgliedschaft in einem Berufsverband vergünstigte Konditionen anbieten: BUTLER, BDB at work, BT Professionell oder PLESOFT (Aufzählung ist nicht vollständig).

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