Menü

Digitalisierung der Mobilität

In Zukunft werden intelligente Ampeln an 60 Kreuzungen und Knotenpunkten im gesamten Stadtgebiet in Echtzeit auf die aktuelle Umwelt- und Verkehrslage reagieren und individuell durch Verkehrsverflüssigung oder -drosselung steuernd eingreifen können. Damit sollen – wo nötig –  kritische Stellen durch Drosselung des Verkehrsflusses entlastet und – wo möglich – Staus reduziert werden.

Doch die Digitalisierung kann noch viel mehr:

  • Grüne Wellen für den Radverkehr und den ÖPNV,
  • die Möglichkeit, Routen ohne das eigene Auto zu planen,
  • per App eine Mitfahrgelegenheit finden,
  • ein reibungsloser Übergang von einem Verkehrsmittel auf das andere oder
  • die Erschließung von Quartieren durch nach Bedarf verkehrende Kleinbusse

sind nur einige der Möglichkeiten, die es nun zu nutzen gilt.

So können die genannten Kleinbusse in Zukunft die Würzburgerinnen und Würzburger bei Bedarf zu den nächsten größeren Haltestellen des ÖPNV bringen und so die Nutzung von Bus und Bahn noch einfacher und schneller machen.

Mobilstation
Mobilstation (c) Andreas Bestle
Digitalisierung ermöglicht einen reibungslosen Übergang von einem Verkehrsmittel auf das andere.

Mobilität FAQ
Maßnahmen im Bereich Digitalisierung der Mobilität

Ziel ist eine Erhöhung der Verkehrsqualität, die Entlastung kritischer Stellen und eine grüne Welle für den ÖPNV durch eine umfassende Verkehrssteuerung. Hierzu wird ein System aufgebaut, mit dem Verkehr und wichtige Parameter der Umweltbelastung kontinuierlich erfasst und für die Steuerung der Ampeln verwendet werden können.

Zudem sollen den Nutzerinnen und Nutzern Echtzeitinformationen zur Verkehrslage, zum ÖPNV und zu anderen Angeboten (Carsharing, Leihräder etc.) bereitgestellt werden. So können Wege mit den verschiedenen Verkehrsmitteln zuverlässig und umweltfreundlich geplant werden.

Das Projekt wurde Anfang 2019 gestartet und wird vom Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur mit rund 2 Mio. € finanziell unterstützt. Es soll Ende 2020 abgeschlossen sein.

Weitere Informationen finden Sie in der Projektübersicht:

UVM Würzburg Präsentation, Stand Mai 2019 UVM Würzburg Präsentation, Stand Mai 2019, 2428 KB

Am Hauptbahnhof kann man künftig bequem im Vorbeigehen am neuen Mobilitätsmonitor Daten checken, die über aktuelle ÖPNV-Verbindungen, Baustellen, Staus oder Serviceangebote im Bereich der Mobilität informieren.

Smartes Display am Hauptbahnhof:
Smartes Display am Hauptbahnhof: (c) Georg Wagenbrenner
Oberbürgermeister Christian Schuchardt, Klimabürgermeister Martin Heilig, WVV-Vorstand Robert Konrad, Baureferent Benjamin Schneider, WVV-Geschäftsführer Thomas Schäfer, Annette Messerer (Fachabteilung Tiefbau) und Volker Grießmann (Siemens Mobility GmbH) starten den Mobilitätsmonitor am Würzburger Hauptbahnhof.

Mobilitätsmonitor am Hauptbahnhof

Wann fährt der nächste Bus? Wo finde ich ein Leihrad? Gibt es auf meiner Strecke Staus? Droht vielleicht Glatteis? 

Ein sog. Mobilitätsmonitor  bietet speziell für Fußgänger Informationen auf einen Blick sowohl  zu Mobilitätsangeboten und -alternativen als auch zum Verkehrsgeschehen. Gute Tipps helfen bei der Planung des weiteren Wegs in die Innenstadt, die Stadtteile sowie ins Umland.

Die Daten sind in Echtzeit und insofern stets aktuell und zuverlässig und - unweit der Zug-, Bus- und Straßenbahnterminals am Hauptbahnhof platziert - für eine breite Öffentlichkeit zugänglich. 

Das System wird zunächst im Bereich der Würzburger Innenstadt umgesetzt. Hier werden gegenwärtig die NO2-Jahresmittelwerte an elf Straßenabschnitten überschritten. Von diesen Grenzwertüberschreitungen sind ca. 2.000 Einwohner direkt betroffen.

Steigt die stündliche NO2-Konzentration in den betroffenen Straßenabschnitten über den Schwellenwert von 60 μg / m3 wird durch die netzadaptive Ampel-Steuerung eine Drosselung der Verkehrsmenge an den Lichtsignalanlagen zur Reduzierung der Luftschadstoffbelastung eingeleitet. Ziel dabei ist es, die Belastungsspitzen zu reduzieren und damit den Jahresmittelwert für NO2 von 40 μg / m3 dauerhaft einzuhalten. 

Das System findet eine faire Balance aus Anwohnerschutz und den Wünschen vieler Pendler oder Gäste, die aufs Auto nicht verzichten können. Das System wirbt aber auch dafür, das Auto stehen zu lassen und an den bequemsten Punkten auf Bus oder Straßenbahn umzusteigen.

Umweltorientiertes Verkehrs- und Mobilitätsmanagement (UVM)

Beim Mobilitätsmonitor handelt es sich um ein Teilprojekt des Umweltorientierten Verkehrs- und Mobilitätsmanagements (UVM).

UVM wird langfristig noch viel mehr leisten. So sollen auch Verkehrstafeln, eine multimodale Routing-App oder ein Onlineportal entstehen. Sich über geeignete Routen oder das passende Fortbewegungsmittel zu informieren, wird immer bequemer ob nun zu Hause, auf der Arbeit oder von unterwegs. Es geht aber nicht nur darum, Live-Verkehrsdaten oder Messwerte der Öffentlichkeit zugänglich zu machen. Mit diesem Big-Data-Wissen wird man auch direkt an Verbesserungen der Lebensqualität arbeiten und lenkend in den Verkehr eingreifen. Beispielsweise um die NO2-Belastung in besonders betroffenen Straßenzügen einzudämmen.

Gefördert wird das Gesamtpaket UVM durch das Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur.

Digitalisierung – gezielt genutzt und geplant eingesetzt – ist eine große Chance für die Stadt Würzburg, um Verfahren zu vereinfachen und neue Herausforderungen zu meistern. Über das Projekt „Smart Wue“ werden diese Möglichkeiten systematisch untersucht und realisiert – die nachhaltige Mobilität spielt dabei eine zentrale Rolle.

Ein wichtiger Aspekt ist es, auch Daten, die der öffentlichen Hand und Unternehmen zur Verfügung stehen – unter Wahrung strenger Datenschutzvorgaben – der Gesellschaft kostenfrei und einfach zurückzugeben, damit alle an guten Lösungen arbeiten können (Open Data). Zudem sollen Bürgerinnen und Bürger selbst entscheiden, ob und mit welchen Daten sie zu diesen Verbesserungen beitragen wollen. 

Weitere Informationen dazu finden Sie auf der Smart Wue Projektsiteexterner Link.
 

Für Siemens war es bayernweit das erste Projekt intelligenter Verkehrssteuerung in dieser Komplexität, wie auch für Würzburg: In dieser Woche fiel der Startschuss für das Umweltorientierte Verkehrs- und Mobilitätsmanagementsystem (UVM). Das UVM ist ein maßgebliches Modul im Projekt "SauberMobil".

Nachhaltige Verkehrswende mit SauberMobil

Mit SauberMobil möchte die Stadt Würzburg eine nachhaltige Verkehrswende erreichen. Ziel ist, die Verkehrsqualität insbesondere in den Spitzenzeiten deutlich zu verbessern und die NO2-Belastung an den Hotspots und im Stadtgebiet im Allgemeinen zu reduzieren.

Die Aufgabenstellung an Siemens und an eine breit gefächerte Projektgruppe sah vor, den motorisierten Verkehr auf Basis von stadtweiten Daten und Modellrechnungen der aktuellen Verkehrs- und Umweltlage zu steuern.

Voraussetzung dafür ist die Erhebung der Daten in Echtzeit, deren Vernetzung, Verwaltung und öffentliche Bereitstellung. Stefan Eckert, Leiter Region Süd der Siemens Mobility GmbH, betonte die gute Zusammenarbeit aller Beteiligten und die „nicht alltägliche Größenordnung und Komplexität dieses Projekts.“ Die Anforderungen der Stadt Würzburg seien hoch gewesen, so Dr. Reinhard Giehler, von der Siemenstochter VMZ Betreibergesellschaft mbH Berlin. Zuvor seien in Berlin beispielsweise nur Teilkonzepte umgesetzt und erfolgreich angelaufen: „Würzburg ist bisher in dieser Komplexität einzigartig für uns“, betonte Giehler.

Die umweltorientierte, netzadaptive Steuerung von 182 Ampeln sorgt dafür, dass der Verkehr auf den innerstädtischen Straßen schneller vorankommt. Davon profitiert die Umwelt und damit wir alle. Das UVM ist ein elementarer Baustein des Projekts SauberMobil, mit dem wir nachhaltige Lösungen der Verkehrs- und Umweltprobleme erreichen möchten.

So funktioniert das UVM

Stadtweit werden Luftschadstoff- und Lärmbelastung überwacht und berechnet, dazu wurden im Juli 2019 die ersten Traffic Eye Units in Betrieb genommen. Betrieben werden diese Detektoren mit Solarpanels. Basis der Datenerhebungen sind aktuelle oder prognostizierte Verkehrsdaten, Schadstoffbelastungen, lokale Wetterinformationen wie Windrichtung und –geschwindigkeit, Wetterlage, Verkehrsaufkommen, Zählung von Radfahrern und Fußgängern. Im nächsten Zug wurden Straßenabschnitte mit hohen NO2-Emissionen mit einer netzadaptiven Steuerung der durch die WVV betriebenen Lichtsignal-Anlagen ausgestattet.

Die neu eingerichtete Verkehrsredaktion im Fachbereich Tiefbau und Verkehrswesen ist Schnittstelle und Leitzentrale für alle diese Informationen. Mithilfe des Verkehrsmanagementsystems sammeln die städtischen Verkehrsingenieure die Daten, bewerten sie und leiten daraus die Steuerungsstrategien für die davon betroffenen städtischen Ampeln ab. Ferner gibt das System Verkehrsinformationen und –meldungen an den Mobilitätsmonitor am Hauptbahnhof, an die Informationstafeln an den Einfallstraßen der Stadt, an die SauberMobil App und das Mobilitätsportal www.wuerzburg.de/saubermobil weiter.

Rechtzeitige Informationen sollen Fahrverbote verhindern

Seit letztem Sommer weist der Mobilitätsmonitor am Hauptbahnhof speziell Fußgänger auf Daten hin wie aktuelle ÖPNV-Verbindungen, Baustellen, Staus, Leihfahrräder.

Nun wurden an sechs Einfallstraßen in die Stadt in Zusammenarbeit mit dem Landkreis großformatige Informationstafeln in Betrieb genommen, die sich an den motorisierten Individualverkehr richten. Durch eine rechtzeitige Information der etwa 90.000 Autofahrer, die täglich in die Stadt pendeln, sollen sie über die aktuelle verkehrliche Situation in die Lage versetzt werden, vorhandene Alternativen zu nutzen. Bei Vorliegen einer Prognose, die eine Überschreitung der festgelegten Schwellenwerte erwarten lässt, erfolgt auf diesen Tafeln eine entsprechende Vorankündigung für den folgenden Tag. Darüber hinaus werden auf den Tafeln wichtige Verkehrsinformationen geschaltet, die auf Baustellen, Sperrungen, Unfälle, Ereignisse, die den Verkehr massiv beeinträchtigen, hinweisen. Auch Informationen über Großveranstaltungen wie ein Marathon können hier kommuniziert werden. Die Standorte der Informationstafeln und die vorgesehenen Texte wurden in enger Abstimmung mit der Polizei, dem Straßenbauamt Würzburg, dem Landratsamt und den benachbarten Gemeinden festgelegt. 

Intermodales Routing und Umstieg auf schadstoffarme Verkehrsmittel dank der App

Immer dabei haben Nutzer der SauberMobil-App diese Informationen – um aus alternativen Verkehrsangeboten wählen zu können. Die große Stärke der App ist ein intermodales Routing: Sie zeigt an, wie viel Zeit der Verkehrsteilnehmer mit dem Pkw benötigt und setzt dies in Relation zum Umstieg auf umweltfreundlichere Verkehrsmittel wie Straßenbahn, Bus oder Fahrrad. Sie gibt den Zeitaufwand für die Fahrt, die Kosten und die Höhe des CO2-Ausstoßes an. Die App biete barrierearm die Möglichkeit, umzusteigen, so Bürgermeister Martin Heilig: „Sie vergleicht unterschiedliche Verkehrsträger, Kosten und Nutzen und plant gleichberechtigt verschiedene Routen.“ Für die App aufbereitet werden sämtliche Daten aller in Würzburg vorhandenen Mobilitätsoptionen. Sie informiert daher über die aktuelle Straßenverkehrslage, Verkehrsstörungen, den ÖPNV, Fahrradverkehr, Sharing-Angebote und freie Ladesäulen für Elektrofahrzeuge. Sie bündelt die Mobilitätsangebote in Würzburg zum immer aktuellen Zeitpunkt, beispielsweise über Standorte von Car-, Bikesharing-Angeboten, von P&R Plätzen, von Baustellen, Parkhausbelegung, Verkehrsmeldungen.

Das 4-Mio-Euro-Projekt UVM wird zu 50 % gefördert vom Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur. Das Konzept wurde entwickelt in Zusammenarbeit mit der WVV, der Firma Siemens Mobility GmbH, VMZ Berlin Betreibergesellschaft mbH und IVU Umwelt GmbH.

Die Standorte der Informationstafeln

  • B8 Kitzinger Straße (Am Knoten Kompostwerk / Mercedes Benz)
  • B13 Randersacker Straße / Alandsgrundweg (räumlich gesehen vor der Grünanlage, Graf-Luckner-Weiher)
  • B19 Süd Heidingsfeld (Höhe Botanischer Garten)
  • B19 Abfahrt Lengfeld (Höhe Real)
  • B27 Nord Veitshöchheim (Höhe Verkehrsübungsplatz)
  • B27 West Höchberg (nach dem Ortschild)

SauberMobil: Informationstafeln
SauberMobil: Informationstafeln
Weitreichende Informationen zur Verkehrs- und Umweltlage erfahren Pendler und Co. sowohl über die großformatigen Hinweistafeln an den Würzburger Einfallstraßen, sondern auch über die neue SauberMobil-App. V.Li. Stadtbaurat Benjamin Schneider, Annette Messerer (Leiterin Fachbereich Tiefbau und Verkehrswesen), Landrat Thomas Eberth, Höchbergs Bürgermeister Alexander Knahn, Oberbürgermeister Christian Schuchardt. Foto (c): Claudia Lother

SauberMobil QRCode
SauberMobil QRCode
QR-Code zur SauberMobil App

(29.04.2021)

Im Berufsverkehr ist jedes Auto im Schnitt mit 1,2 Personen besetzt – Platz gäbe es meist für 5. Gelingt es uns, diesen Besetzungsgrad zu erhöhen, können wir das Verkehrsaufkommen deutlich senken – und die Pendler würden damit bares Geld sparen.

Um die Organisation von Fahrgemeinschaften zu erleichtern, arbeiten Stadt und Landkreis Würzburg derzeit an einem entsprechenden digitalen Angebot.  
 

Das Nutzen von Straßenbahnen und Bussen ist für eine nachhaltige Mobilität von zentraler Bedeutung. Gerade am Wochenende, zu späterer Stunde oder in Außenquartieren ist es – aufgrund der geringeren Nachfrage – aber nicht immer ganz einfach, einen attraktiven Busverkehr aufrecht zu erhalten.

Was wäre daher, wenn die Fahrt nicht nur an einer festen Haltestelle, sondern nach flexiblem Fahrplan überall im Quartier losgehen könnte?

Das ist die Idee hinter On Demand Lösungen: Ähnlich wie bei einem Rufbus sollen so mehrere Personen mit kurzer Vorbuchzeit aus den Quartieren abgeholt und zu ihrem Ziel oder der nächsten größeren ÖPNV-Haltestelle gebracht werden.

Derzeit werden die Konzepte ausgearbeitet, um ein solches Angebot in ausgewählten Quartieren zu testen.

Als ein erster Umsetzungsschritt wurde im Dezember 2019 die Einrichtung eines Probebetriebs für eine Quartierbuslinie in Versbach beschlossen (inkl. Samstagsfahrplan; Beschluss und weitere Detailsexterner Link)

>>> zurück