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Luftqualität in Würzburg

WIE GUT IST DIE LUFT IN WÜRZBURG?

Die Luftqualität in Würzburg hat sich über die vergangenen Jahrzehnte erheblich verbessert. So werden zum Beispiel die Grenzwerte für Kohlenmonoxid oder Schwefeldioxid seit vielen Jahren deutlich unterschritten.

Probleme bereiten aktuell noch verkehrsbedingte Luftschadstoffe und hierbei vor allem das Stickstoffdioxid. Hier kann es an vielbefahrenen Straßen mit dichter Randbebauung – wie an Teilen des Stadtrings Nord – zu Überschreitungen des Grenzwertes kommen. Die Probleme treten dabei sehr lokal auf – bereits nach wenigen 10 Metern Abstand verbessert sich die Qualität deutlich.


WIE WIRD DIE LUFTQUALITÄT GEMESSEN?

Für die Beurteilung der Luftqualität ist in Bayern das Landesamt für Umwelt (LfU)externer Link zuständig.

Das LfU betreibt seit 1974 das „Lufthygienische Landes-Überwachungssystem Bayern“ (LÜB). Bestandteil des LÜB sind zwei Messstationen in Würzburg:  

Die Messungen erfolgen an Stellen, die typische städtische Situationen repräsentieren. Der Stadtring Süd ist ein Ort mit hoher Verkehrsbelastung. Die Station Kopfklinik misst die städtische Hintergrundbelastung, also die typische Belastung in der Stadt abseits großer Straßen.

Ausgehend von diesen Messungen und weiteren Daten können dann mit modernen Rechenverfahren Aussagen über die Verteilung der Luftqualität in der ganzen Stadt getroffen werden. Eine solche Berechnung wurde 2014 im Rahmen der Feinstaubuntersuchung für die Schadstoffe Stickstoffdioxid und Feinstaub (PM10) durchgeführt (siehe Feinstaubuntersuchung, Abbildungen 3-2 bis 3-5).

WVI_WÜ_Feinstaubuntersuchung_Abschlussbericht_2014-07 WVI_WÜ_Feinstaubuntersuchung_Abschlussbericht_2014-07, 20166 KB

Auf der ganz überwiegenden Anzahl der Straßen in Würzburg werden somit auch die NO2-Grenzwerte eingehalten. Es wurden allerdings etwa 10 Straßenabschnitte identifiziert, auf denen eine Überschreitung des Grenzwertes nicht ausgeschlossen werden konnte. Für diese als kritisch eingeschätzten Straßenabschnitte wurde daher zuletzt 2018 im Rahmen des Green-City Plans – Teilkonzept umweltsensitives Verkehrsmanagement die dort zu erwartenden NO2-Belastungen nochmals im Detail berechnet.

Mit folgenden Ergebnissen:

Straßenabschnitt     Ermittelte NO2-Belastung
Theaterstraße     45,2 µg/m³
Bahnhofstraße    42,0 µg/m³
Textorstraße    41,2 µg/m³
Schweinfurter Str.  41,7 µg/m³
Grombühlstraße  58,0 µg/m³
Röntgenring   34,9 µg/m³
Sanderglacisstraße   36,9 µg/m³
Zeller Straße    41,4 µg/m³
Stadtring Süd  38,9 µg/m³




  
Angegeben ist jeweils der berechnete Jahresmittelwert für das Jahr 2016. Der Grenzwert beträgt 40 µg/m³. Nachdem die Belastung seit 2016 weiter abgenommen hat, ist davon auszugehen, dass aktuell nur noch die Theaterstraße und der Stadtring Nord als kritische Stellen mit einer möglichen Grenzwertüberschreitung verbleiben. An diesen beiden Stellen führt das LfU seit 2017 auf Antrag der Stadt Würzburg Messungen der Stickstoffdioxidbelastung mit sog. Passivsammlern durch. Passivsammler sind kleine Messeinrichtungen die keinen Stromanschluss benötigen und deshalb sehr flexibel einsetzbar sind. Mit diesen Passivsammlern können ergänzende Informationen zur Luftqualität gewonnen werden.

Seit 2017 hat das LfU mit den Passivsammlern folgende Jahresmittelwerte der NO2-Belastung ermittelt:

Standort Jahresmittelwert NO2
2017 2018

2019

2020

2021

Grombühlstraße 55 µg/m³ 55 µg/m³ 47 µg/m³

39 µg/m³

37 µg/m³

Theaterstraße 43 µg/m³ 42 µg/m³ 37 µg/m³

32 µg/m³

29 µg/m³

Mittlerer Katzenbergweg 20 µg/m³


Die Passivsammlermessungen belegen die rückläufige Tendenz der Luftbelastung. Im Jahresmittel 2020 und 2021 wurde der NO2-Grenzwert von 40 µg/m³ nun überall eingehalten.

Am Mittleren Katzenbergweg wurde der NO2-Grenzwert von 40 µg/m³ für den Jahresmittelwert im Jahr 2017 mit 20 µg/m³ deutlich unterschritten. Diese Konzentration entspricht in etwa dem Niveau des städtischen Hintergrundes. Die Messung wurde dort nur im Jahr 2017 durchgeführt.

Die Messberichte des LfU für die Jahre 2017 bis 2021 finden Sie hier:
Meßbericht 2021 Meßbericht 2021, 544 KB
Messbericht 2019 Messbericht 2019, 692 KB
Messbericht 2018 Messbericht 2018, 549 KB
Messbericht 2017 Messbericht 2017, 704 KB

WO BEKOMME ICH INFORMATIONEN ÜBER DIE MESSWERTE?

Die aktuellen Messwerte des Bayerischen Landesamtes für Umwelt zu Feinstaub und Stickstoffdioxid finden Sie auf folgenden Seiten:

Stickstoffdioxid: Stadtring Südexterner Link

Feinstaub (PM10):  Stadtring Südexterner Link

Feinstaub (PM10): Kopfklinikexterner Link


Die Stadt Würzburg stellt darüber hinaus regelmäßig die Ergebnisse der (ortsfesten) LÜB-Messungen des Landesamtes für Umwelt in einem lufthygienischen Bericht zusammen:

Lufthygienischer Bericht 2023.pdf Lufthygienischer Bericht 2023.pdf, 777 KB

Kurze und aktuelle Zusammenstellungen finden Sie zudem u.a. hier:


WODURCH WIRD UNSERE LUFT BELASTET?

In der Stadt sind hohe Konzentrationen an Luftschadstoffen vor allem auf den Straßenverkehr zurückzuführen. Im Rahmen der zweiten Fortschreibung des Luftreinhalteplans hat das Landesamt für Umwelt am Stadtring Süd eine detaillierte Analyse der Verursacherbeiträge für die Belastung mit Stickstoffdioxid und Feinstaub PM10 erstellt:

Bezeichnung Stickstoffdioxid Feinstaub PM10

Regionale Hintergrundbelastung

16 % 55 %

Städtische Hintergrundbelastung

Verkehr

41 % 16 %

Sonstiges

7 % 14 %

Lokaler Verkehr

36 % 15 %


Die regionale Hintergrundbelastung stellt dabei die Belastung dar, die nicht in der Stadt selbst verursacht wird. Dies sind z. B. Luftbelastungen aus Verkehr, Industrie und Landwirtschaft in der großräumigen Region um Würzburg oder auch Schadstoffe, die über sehr weite Strecken („Ferntransporte“) in der Luft transportiert werden.

Die städtische Hintergrundbelastung stammt aus Schadstoffemissionen, die in der Stadt passierten, dazu gehören Emissionen des gesamten Verkehrs in der Stadt und aus sonstigen Quellen, wie z.B. der Holzverbrennung in Kaminöfen oder aus Industrieanlagen.

Der lokale Verkehr ist der Verkehr, der direkt in der belasteten Straße stattfindet.

Bei Stickstoffdioxid werden nahezu 80 % der Belastung durch den Hintergrundverkehr in der Stadt und den lokalen Verkehr in der betroffenen Straße erzeugt. Effektive Maßnahmen müssen daher vor allem beim Straßenverkehr ansetzen.  

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