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Sarglose Bestattungen nun auch auf dem Würzburger Waldfriedhof möglich.

Seit April 2021 stellt es die neue Bayerische Bestattungsverordnung den Kommunen frei, auf ihren Friedhöfen Beisetzungen ohne Sarg zu ermöglichen. Nachdem die notwendigen Voraussetzungen von der Friedhofsverwaltung geschaffen wurden, ist dies nun ab August auch auf dem Würzburger Waldfriedhof möglich. 

Sarglose Bestattungen Waldfriedhof
Sarglose Bestattungen Waldfriedhof
v.l.n.r.: Oberbürgermeister Christian Schuchardt, Ahmet Baştürk, der Sprecher der muslimischen Gemeinden in Würzburg, und Thomas Götz, der Leiter der Friedhofsverwaltung, am muslimischen Gräberfeld auf dem Waldfriedhof Foto: Petra Steinbach

Oberbürgermeister Christian Schuchardt freut sich, dass damit dem seit langem bestehenden Wunsch vieler Musliminnen und Muslime entsprochen wird, sich in Deutschland nach ihren religiösen Riten und Vorgaben beerdigen zu lassen. Gemeinsam mit Ahmet Baştürk, dem Sprecher der muslimischen Gemeinden in Würzburg, besuchte er das islamische Gräberfeld auf dem Waldfriedhof.

Es besteht bereits seit 2002 und wurde 2018 aufgrund erhöhter Nachfrage auf 200 Grabplätze erweitert. Wichtige religiöse Regeln einer muslimischen Beisetzung können hier seitdem umgesetzt werden. So wurde auf feste Grabfundamente verzichtet, damit eine Ausrichtung der Verstorbenen gen Mekka möglich ist. Die Ruhestätten werden meist lediglich mit kleinen Holztafeln kenntlich gemacht, da Grabsteine oder gar prunkvoller Grabschmuck nach dem Koran nicht erwünscht sind.

Die vorgesehene rituelle Waschung der Verstorbenen kann entweder in einer Moschee mit entsprechender Ausstattung oder im Versorgungsraum in der Aussegnungshalle am Hauptfriedhof vorgenommen werden. Für die Überführung zum Gräberfeld am Waldfriedhof wird ein sogenannter Transportsarg aus Holz verwendet. Eine dem muslimischen Glauben entsprechende sarglose Bestattung ließ jedoch die Bayerische Bestattungsverordnung bisher nicht zu.

Dass nun durch die Lockerung der Sargpflicht Beisetzungen im weißen Leinentuch hier möglich sind, ist sowohl für Oberbürgermeister Schuchardt als auch für den Sprecher der muslimischen Gemeinden in Würzburg Baştürk ein wichtiges Zeichen der Wertschätzung der Menschen muslimischen Glaubens, die seit mehreren Generationen in Würzburg leben.
Dem Wunsch vieler Muslime und Muslima nach unbegrenzter Ruhezeit wird dadurch entsprochen, dass die in der Friedhofssatzung vorgegebene Ruhezeit von 15 Jahren von den Angehörigen immer wieder verlängert werden kann. Somit kann sichergestellt werden, dass ein Grab nicht mehrfach genutzt wird und die Totenruhe gewahrt bleibt.

(11.08.2022)

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