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Geschichte und Geschichten: „200 Jahre Sparkasse“ in einer Ausstellung

„Diese Ausstellung dokumentiert nicht nur die beeindruckende erfolgreiche Entwicklung unserer Sparkasse, sondern auch die intensive Verflochtenheit der Sparkassengeschichte mit der Geschichte von Stadt und Region“, ordnete Oberbürgermeister Christian Schuchardt bei der offiziellen Eröffnung die Schau „200 Jahre Sparkasse“ vor zahlreichen Ehrengästen ein.


In der Person des Sparkassengründers werde diese Verbundenheit besonders deutlich. Schließlich ist nach Wilhelm Joseph Behr neben einer Straße im Frauenland auch der aktuelle Ausstellungsort im Rathaus benannt. Der „politische Wissenschaftler“ wie seine Ausstellungstafel überschrieben ist, war Bürgermeister und Abgeordneter. „Wir erinnern damit an einen Vorkämpfer des Rechtsstaats, der Volkssouveränität und der kommunalen Autonomie, der unerschrocken für liberale Reformen eintrat. Sein Schicksal zeigt exemplarisch, dass die freiheitliche Demokratie unseren Vorfahren nicht geschenkt wurde, sie war Ergebnis eines harten Ringens, das große Opfer kostete“, erinnerte Schuchardt an Behr, der viele Jahres seines Lebens in Festungshaft verbrachte und nach seiner Rehabilitierung aufgrund der angeschlagenen Gesundheit nur noch kurze Zeit lebte.

Bernd Fröhlich, Vorstandsvorsitzender der Sparkasse knüpfte in seiner Rede ebenfalls an diese starke Persönlichkeit an: „Ich würde Herrn Behr gerne einmal die heutige Sparkasse zeigen und fragen, ob er mit der Entwicklung seit damals zufrieden ist.“ Behr könnte natürlich genauso gut auch durch die Ausstellung wandeln und sich die Geschichte und die vielen Geschichten aus zwei Jahrhunderten ansehen. Ganz sicher würde er anerkennen, dass sich sein Institut seit der Gründung als dritte Sparkasse in Bayern gehörig gewandelt hat. Damals war das Ziel laut der amtlichen Bekanntmachung: „Dienstboten und andere unbemittelte Personen zur Sparsamkeit aufzumuntern, dadurch, daß ihnen Gelegenheit verschafft wird, ihre, wenn auch nur kleinen Einnahmen auf Zinsen sicher anzulegen und so sich allmählig ein Kapital zu sammeln zur Begründung eines Nahrungs- und Familienstandes oder doch zur Hülfe in Krankheit, Alter und Noth.“ Die Schalter waren in der Anfangszeit für die Kundschaft nur wöchentlich geöffnet, heute bietet die Sparkasse fest verwurzelt in der Region ein Riesenportfolio an Dienstleistungen und Partnerschaften. Die Ausstellung widmet außergewöhnlichen Kooperationen wie beispielsweise mit Würzburgs Schulen oder dem Residenzlauf eigene Kapitel und erinnert an große Herausforderungen wie etwa beim Neubau der Zentrale, nach der Wiedervereinigung, als man in Suhl die KollegInnen unterstütze, bei der Euro-Einführung und den Corona-Hilfen seit 2020.

Unter den Gästen waren auch „Zeitzeugen“ wie beispielsweise Josef Lauer, der ebenfalls auf einer Tafel vorgestellt wird. Der heute 95-Jährige arbeitete fast 50 Jahre für die Sparkasse und hat in dieser Zeit viele Veränderungen und auch Kuriositäten wie den ersten Drive-In-Schalter im Frauenland in den 70er-Jahren hautnah miterlebt.

Die Ausstellung ist noch bis zum 23. September in der Behr-Halle zu sehen, danach erfolgt der Umzug zur Sparkasse in die Hofstraße. Die aktuellen Öffnungszeiten: Montag bis Donnerstag 9-18 Uhr, Freitag 9-14 Uhr und Samstag 9-12 Uhr. Infos auch unter: www.sparkasse-mainfranken.de/200jahre 

Behr-Ausstellung-4
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Reise durch 200 Jahre Sparkassen-Geschichte: der frühere Vorstandsvorsitzende der Sparkasse Mainfranken Dr. Rudolf Fuchs, Oberbürgermeister Christian Schuchardt, Josef Lauer, Vorstandsvorsitzender Bernd Fröhlich und Dr. Erwin Kohorst (leitete bis 2001 die damals noch „Städtische Sparkasse“) bei der Vernissage in der Behr-Halle. Foto: Georg Wagenbrenner

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